Eschweiler - Dave Goodman interagiert mit dem Publikum

WirHier Freisteller

Dave Goodman interagiert mit dem Publikum

Von: sh
Letzte Aktualisierung:
goodman_bu
Publikumsliebling: Dave Goodman bot im Talbahnhof Blues- und Rock-Köstlichkeiten. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Ein Abend wie ein kühler Schluck Bier: Frisch, prickelnd, schmackhaft und locker-leicht im Abgang. Mit einem einladenden „Prost” begrüßte Dave Goodman seine Fans im Talbahnhof.

Und auch zwischendurch ermunterte er die über 40 Musikliebhaber im Kulturzentrum immer wieder, mit ihm anzustoßen. Und die verwöhnten Zuhörer taten dies gerne, denn der Ausnahmegitarrist, Songwriter und Sänger garnierte seinen Auftritt mit derart exzellenten Blues-und-Rock-Köstlichkeiten, dass einem das Wasser im Mund zusammen lief.

Die Eschweiler Konzertreihe „Saitensprünge” ist längst kein Geheimtipp mehr. Mit dem in Kanada geborenen und mittlerweile in Bremen lebenden Goodman gastierte ein Künstler an der Inde, der es sichtbar genießt, mit dem Publikum zu interagieren. Er erzählt aus seinem Leben, sowohl in den Songs als auch dazwischen, er scherzt, er plaudert in seinem charmant deutsch-englischem Allerlei. Vor allem aber zaubert er, wenn er zu seiner Akustikgitarre greift und dazu singt.

Mit „Tiger by the tail” geht´s los, ein erster kleiner Saitenhieb auf seine Ex-Frau. Grandios seine Interpretation des Bob-Dylan-Songs „Not dark yet”. Goodman elektrisiert, versprüht hier das Gefühl eines Spätsommerabends, dessen Dämmerung wie ein Vorbote für dunklere Zeiten scheint. Nachdenklich und kraftvoll zugleich reitet Goodman weiter: „The night we chase the day” - erneut eine Episode über die Zeit mit seiner Ex-Frau -, das vor Blues triefende „Slippery fingers”, eine herrlich ironische Aufarbeitung der Beziehung des 44-Jährigen zu seinem zuständigen Finanzamt. „Das Geld rutscht mir einfach durch die Finger”, meint der Kanadier dazu süffisant.

Mit „Police Dog Blues” macht Goodman einen Abstecher in seine Kindheit, ein Hauch von Country weht bei „Leaving on my mind” durch den Saal. Sogar einen deutschen Songtitel hat der Wahl-Bremer im Programm: „Alles Übergang” heißt das gute Stück. „Leider ist es auf Englisch”, sagt der Blueser mit einem Augenzwinkern und greift wieder in die Saiten.

Blues oder Ballade, bittet der Magier an der Akustikgitarre mit seiner Frage um ein klares Votum der mündigen Zuhörerschar. Eine schwierige Entscheidung, aber wenige Stunden vor der Kommunalwahl findet sich dann doch recht schnell ein Konsens: Goodman liefert beides. Dem ruhigen „Jimmy” folgt das rhythmische Ausrufezeichen „Come on in my kitchen”.

Die Talbahnhofbesucher sind längst im Bann, schnippen elegant im Takt mit und brummen den Refrain vor sich hin. Des Meister Meinung: „Nicht schlecht... aber auch nicht brillant.” Sagt´s, schmunzelt und hebt sein Pilsglas. Prost.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert