Das Kreuz mit dem Kreuz: Die Probleme mit dem aufrechten Gang

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Eschweiler. Wer es im Kreuz hat, weiß wie wichtig es ist. Es lässt den Menschen aufrecht gehen, es gibt ihm Stabilität und ist doch so flexibel, dass er sich in fast alle Richtungen beugen kann. Dank des Kreuzes kann er sich auch wieder aufrichten.

Ähnlich ist es auch mit dem Kreuz Christi. Es ist für den Christen die zentrale Lehre, an der er sein Leben ausrichten kann, anhand dessen er es immer wieder korrigieren kann, und das ihm Halt gibt. So sollte es im Idealfall sein.

Doch es ist nicht so einfach. Viele lehnen das Kreuz ab, es ist unverständlich. Brauchen wir einen Gott, der sich nur durch ein Menschenopfer - den Tod Jesu am Kreuz - beschwichtigen lässt?

Werte, die durch das Kreuz und die hier offenbar gewordene Frohe Botschaft vermittelt wurden, sind heute vielen unverständlich geworden: Unaufkündbare Solidarität, die sich zum Beispiel in der lebenslangen Treue in der Ehe zeigt oder in anderen Lebensweisen.

Oder die Pflicht, einem Menschen immer zu verzeihen und ihm die Möglichkeit eines Neuanfangs zu geben, immer, was immer er auch getan hat. Freiheit, innere Freiheit, die im letzten kein System und keine Macht als absolut ansieht; alles ist für den Menschen, jeden Menschen.

Jeder Einzelner ist mehr wert als das System und die Macht, beide sollen dem Menschen dienen. Ein Christ lässt sich nicht durch Macht, Geld oder Spaß verführen und auf falsche Fährten locken; er ist nicht erpressbar, auch bei Todesandrohung bleibt er seinen Überzeugungen treu. Diese Freiheit ist auch der Grund dafür, dass die Christen die am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft ist.

Wer kann aber schon so leben, oder wer will es überhaupt? Es lässt sich leichter ohne Kreuz leben, und unvernünftig ist es auch. Das wusste auch schon Paulus, wenn er sagt, dass die Verkündigung des Gekreuzigten für die Juden ein Ärgernis ist und für die Griechen eine Torheit sei (1 Kor 1,23).

Aber auch wer sich auf das Kreuz einlässt, wird sich daran immer wieder erneut stoßen und es bleibt ihm unbegreiflich. Nicht weil es unvernünftig ist, sondern weil es Vernunft übersteigt. Es ist eine Realität, die auch jenseits der Vernunft noch existiert.

Jeder Versuch des Begreifens kann nur eine kleine Realität des Kreuzes erfassen, jedes Kreuzesverständnis ist letztlich unzureichend, auch das des Opfers.

Um die Kraft dessen zu erfahren, der am Kreuz gestorben ist, muss man sich auf das Kreuz einlassen. Genauso wie die Kraft erfahren, die sich auf die Schwachen und Bedrängten einlassen.

„Das Kreuz mit dem Kreuz” ist ein Angebot, um sich erneut dem Kreuz zu nähern. „10 Minuten Meditation zur Marktzeit” anhand von Bildern und modernen Texten zum Kreuzweg geben Impulse für die persönliche Vorbereitung auf Karfreitag und Ostern.

Das Angebot besteht an fünf Samstagen der Fastenzeit (vom 3. bis zum 30. März, jeweils 9.30 Uhr, 10 Uhr und 10.30 Uhr) in der Kirche Peter und Paul.
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