Eschweiler - Das Experiment Schnäppchenjagd beginnt

Das Experiment Schnäppchenjagd beginnt

Von: Nicola Gottfroh
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Jetzt, wo der Sommer zurückge
Jetzt, wo der Sommer zurückgekehrt ist, steht Julia der Sinn nach Hot Pants. Totzdem: Viel ausgeben will sie nicht - und überall locken satte Rabatte. Foto: Nicola Gottfroh

Eschweiler. „Ohhh, das ist wirklich schwierig”, sagt Annika Beck, Praktikantin in der Eschweiler Boutique in der Innenstadt, als wir ihr von unserem Experiment erzählen. „Eigentlich ist es fast unmöglich”, verbessert sie sich nach einem zweiten Streifzug entlang der prall gefüllten Regale. Was? Unmöglich? Das wollen wir nicht glauben.

Immerhin wollen wir nicht Topmodel werden, sondern lediglich unserer Praktikantin Julia Meuser ein sommerliches Outfit verpassen.

Doch natürlich hat die ganze Sache auch einen kleinen Haken - sonst wäre es ja schließlich kein Experiment: Die ganze Aktion soll nicht mehr als 20 Euro kosten. Denn immerhin ist der Sommer zwar endlich da, macht aber ab der nächsten Woche schon wieder auf unbestimmte Zeit Urlaub. „Warum soll denn eine teure Klamotte im Schrank hängen, wenn ich sie ohnehin nur ein-, zweimal tragen kann und bald wieder auf langärmliges zurückgreifen muss?”, fragt sich Julia. Vor allem aber: Warum viel ausgeben, wenn die Geschäfte mit satten Rabatten von bis zu 70 Prozent locken?

Zwar gibt es keinen offiziellen Sommerschlussverkauf mehr, aber Platz für die Herbstkollektionen muss trotzdem her. Und wenn die Sommersachen raus müssen - wir nehmen sie gerne. Auch wenn unser Unterfangen, Julia für 20 Euro einzukleiden, auf den ersten Blick schwierig zu sein scheint: Wir wollen uns nicht geschlagen geben, und machen uns über den Ausverkaufstisch in der Boutique her. Hier sind die Shirts, Shorts und Röcke wirklich sensationell reduziert. 50 bis 70 Prozent Rabatt gibt es auf die bunte Sommerware. Tatsächlich sind hier echte Schnäppchen zu machen - aber leider liegt ein T-Shirt für zehn Euro heute einfach nicht im vorgegebenen Budget. Schließlich braucht Julia nicht nur ein cooles Oberteil für den heißen Tag, sondern auch noch Hose oder Rock und natürlich peppige Accessoires. Erst die machen ein Outfit wirklich besonders, hat uns Heidi Klum in der Sendung Germanys next Topmodel gelehrt. Und natürlich soll Julia auch nicht barfuß durch die Stadt laufen.

Deshalb müssen wir uns in dieser ersten Boutique wohl oder übel geschlagen geben und den Rückzug antreten - aber unsere Shoppingschlacht hat ja gerade erst angefangen. Und immerhin wissen wir jetzt, was wir wollen: Bunt, kurz und ein bisschen schrill soll es sein - so wie dieser Sommer eben auch ist.

Im nächsten und übernächsten Laden empfangen uns wieder dicke rote Schilder mit Prozentzeichen und dem für uns himmlischen Versprechen „Sale”. Und tatsächlich finden wir schicke, luftige Sommerkleider bekannter Marken - reduziert von 50 auf 19 Euro. Aber die sind heute leider nicht drin - so sehr sie sich uns auch aufzudrängen scheinen.

Der Shoppingtour durch Eschweiler muss weitergehen. Glück für uns, dass die Geschäfte dank Sommerferien und gefühlter tropischer Temperaturen nicht besonders voll sind. So kann Julia sich die Arme mit Klamotten voll packen und einmal quer durchprobieren, ohne dass sie jemanden stört oder endlos vor den Umkleidekabinen warten muss.

So richtig in Fahrt kommt unsere Praktikantin in einer anderen Boutique - der Renner bei jungen, hippen Mädels. Die Verkäuferinnen, die hier arbeiten, sind ebenso hip wie die Klamotten, die in den Regalen hängen. Die Herausforderung, uns ein kultiges Outfit zum Schnäppchenpreis zusammenzustellen, nehmen sie deshalb gerne an. Julia ist aus dem Häuschen: Hot Pants in allen Farben des Regenbogens, Shirts mit kultigen Aufdrucken, hier gibts alles, was das Praktikantinnenherz begehrt. Auf dem Wühltisch, den die Angestellten auch gerne so nennen, findet Julia ein schulterfreies, knallpinkes Oberteil. Angezogen sieht es noch besser aus als auf dem Wühltisch. Und schon ist die Sache gebongt, das erste Teil für unsere Schnäppchen-Sommerkombi wird eingetütet. Drei Euro müssen wir bezahlen (vor dem Schlussverkauf waren es zehn). „Das nenn ich mal ein Schnäppchen”, sagt Julia.

Das passende Unterteil finden wir bei dort allerdings nicht. Auch wenn die vielen bunten Shorts und Hot Pants, die Mitarbeiterin Silvia Schnack der Praktikantin in die Umkleidekabine reicht, mit etwa 15 Euro ( alle sind um 50 Prozent reduziert) nicht wirklich teuer sind - uns bleiben nur noch 17 Euro für Shorts, Schuhe und Accessoires. Also müssen wir weiter.

Nächster Haltepunkt: eine große Bekleidungskette. Da sind die Klamotten nicht nur runtergesetzt, es gibt auch gleich nochmal 20 Prozent auf bereits reduzierte Ware.

Die Basis steht

Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir hier nicht coole Shorts finden würden. Und tatsächlich. Julia packt sich die Arme voll und verschwindet in die Umkleide. Und schon die erste Hose sitzt perfekt. Und liegt mit zwölf Euro noch voll im Budget. Die nehmen wir - und lassen die anderen links liegen. Die Basis des Sommeroutfits steht. Nur noch Accessoires und Schuhe fehlen - aber uns bleiben auch nur noch fünf Euro. Sandalen oder Ballerinas - das steht fest - kann sich Julia davon nicht leisten. Aber ein paar Flip-Flops müssten drin sein. Die sind zwar nicht besonders schick, passen aber zu den Temperaturen. In Eschweilers Schuhgeschäften sind selbst solche Treter nicht für unter fünf Euro zu haben. Letzte Hoffnung: ein Textil-Diskont.

Und Tatsächlich: hier finden wir zur blauen Hose passende Flip-Flops zum sagenhaften Preis von 1,29 Euro. Lange halten werden die Treter wohl nicht - aber was solls, den Hochgeschwindigkeits-Sommer werden sie ganz gewiss überstehen. Auch eine bunte Kette und eine lässige Sonnenbrille finden wir in diesem Laden. An der Kasse zahlen wir 4,29 Euro. Unser Experiment ist geglückt: Unser Outfit hat schnäppchenverdächtige 19,29 Euro gekostet. Das Restgeld reicht sogar noch für eine Kugel Eis. Und die hat sich Julia nach dem Shoppingmarathon auch verdient.
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