„Das Da Theater“: Kind aus der Konservendose ist auch nicht perfekt

Von: ran
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Sie waren ein aufmerksames und begeisterungsfähiges Publikum: Die Grundschul- und Kindergartenkinder aus Röhe kamen während der Aufführung des „Das Da Theaters“ voll auf ihre Kosten. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Konrad ist ein siebenjähriger Junge. Er ist intelligent, freundlich, bescheiden, friedlich, folgsam und brav. Mit einem Wort: Perfekt! Und er kommt aus der Konservendose. Denn Konrad ist ein synthetisch produziertes Elitekind, das sich Eltern bei der Firma „Kids World“ bestellen können.

Irrtümlich wird er eines Tages bei Berti Bartolotti abgeliefert. Diese ist das genaue Gegenteil: Unorganisiert, schrill, chaotisch - aber liebenswert. Wie es Berti gelingt, mit Hilfe ihres ursprünglich (zu) pflichtbewussten Freundes Egon, aus Konrad ein ganz „normales“ Kind werden zu lassen, steht im Mittelpunkt des Theaterstücks „Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse“. Dieses wurde von der österreichischen Autorin Christine Nöstlinger verfasst und nun von dem Ensemble des Aachener „Das Da Theaters“ vor den Schülern der Katholischen Grundschule Röhe sowie den Vorschulkindern des Katholischen Kindergartens St. Antonius aufgeführt.

Zu grell geschminkt

„Alles, was verboten ist, bedrückt mich!“ Der siebenjährige Konrad (Rebecca Selle) ist fehlerfrei programmiert. Schließlich soll er seinen Eltern gefallen. „Kinder werden geküsst, wenn sie brav waren“, ist er überzeugt.

Doch darauf pfeift Berti Bartolotti (Michaela Spänle). Die manchmal etwas zu grell geschminkte Dame ist zwar gar nicht auf ein Kind eingestellt, und bestellt hat sie erst recht keines, aber da Konrad eben da ist, kann sie ihn auch lieb haben. Wenn er sich denn wie ein Kind verhalten würde. Also gerne spielt, nascht, (manchmal) Widerworte gibt und sich schmutzig macht. Doch Konrad räumt lieber auf. Das gefällt wiederum Egon (Philipp Scholz). Der Freund von Berti ist Apotheker und mag es, wenn Regeln eingehalten werden.

Ihm ist Konrad sofort sympathisch. Er beschließt, sein Vater zu sein und ihn gemeinsam mit Berti zu erziehen. Doch da treffen Extreme aufeinander, die nicht unter einen Hut passen. Es kommt zum Streit zwischen Berti und Egon.

Da aber beide Konrad lieben, erkennen sie, dass sie aufeinander zugehen und an einem Strang ziehen müssen. Erst recht, als der Direktor der Firma „Kids World“ (Tobias Steffen) den Irrtum bemerkt und Konrad zurückfordert, um ihn bei den „rechtmäßigen“ Eltern abzuliefern.

Schimpfwörter gelehrt

Nun heißt es für das Trio, zusammenzuhalten, denn Konrad hat gefallen daran gefunden, von Berti und Egon geliebt zu werden und in der Schule Freunde zu finden. Egon springt über seinen Schatten und lehrt Konrad sogar das eine oder andere Schimpfwort. Er soll dem Fabrikdirektor beweisen, dass er nicht mehr „perfekt“ ist. Mit Erfolg: „Dieser Satansbraten kann niemals aus meiner Produktion stammen. Unmöglich!“, ist dieser schon bald überzeugt. Und so können Konrad, Berti und Egon schließlich singen: „Nobody is perfect! Am allerwenigsten ein Kind. Kinder brauchen sehr viel Liebe, und zwar so, wie sie sind!“

Tosender Applaus der jungen Zuschauer und die lautstarke Forderung nach einer Zugabe belohnte die Schauspieler zu Recht. Diese erfüllten den Wunsch gerne und ließen das Schlusslied, bei dem selbst der Fabrikdirektor einstimmte, ein zweites Mal hören. Und so konnte das viel- und einstimmige Fazit des Publikums nur lauten: „Das war Spitze!“

Weitere Informationen über das „Das Da Kinder- und Jugendtheater“ sind bei Sabine Alt (Bürozeiten dienstags bis freitags zwischen 12.30 Uhr und 14.30 Uhr) unter der Telefonnummer 0241/161855 oder im Internet unter www.dasda.de zu erhalten.

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