Radarfallen Blitzen Freisteller

Dank Glasverbot: Ganz sicher viel Spaß an Fastelovend

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
Kein Glas am Markt und rundher
Kein Glas am Markt und rundherum! MIt diesen Schildern weist das Ordnungsamt - hier von links Edmund Müller, Rainer Neitzel und Wolfgang Kohnen - auf die Sperrzone an Weiberfastnacht und Rosenmontag hin. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Es macht wieder Spaß, am Markt Fastelovend zu feiern. Seit die Stadt vor drei Jahren dort für Weiberfastnacht und Rosenmontag ein Glasverbot ausgesprochen hat, muss niemand mehr über ein Meer aus Scherben laufen, auf dem jeder Sturz schwerwiegende Verletzungen bedeuten kann, die oft genug chirurgischer Hilfe bedurften.

„Seither kommen wieder mehr Leute zum Marktplatz, auch ältere, und die Stimmung ist auch weitaus besser!”, untersteicht Marktwirt Michael Esser (Mexi & Co) den Erfolg des Konzepts, das auch in diesem Jahr wieder greifen soll. Großformatige Schilder weisen diesmal auf die Sperrzone hin, die am Fettdonnerstag großzügig gegfasst ist: Zwischen Inde- und Dürener Straße, Peilsgasse und Grabenstraße - genannte Straßen jeweils inbegriffen - ist Glas absolut tabu. Am Rosenmontag beschränkt sich der Sperrbezirk auf den Marktplatz und seine Zuwege.

Einlasskontrollen

Am Altweiber-Donnerstag, so betont Wolfgang Kohnen vom Ordnungsamt, sollen Eingangskontrollen an den Marktzugängen dafür sorgen, dass das Verbot eingehalten wird. Kontrolliert werden dabei keineswegs nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene. „Während viele Jugendliche uns bereitwillig ihre Taschen herzeigen, besteht da bei Erwachsenen durchaus des öfteren Diskussionsbedarf”, lobt Kohnen die Kooperation der jungen Marktbesucher.

Das „eklatante Verstöße” diesmal nicht nur mündlich beanstandet, sondern mit einem Verwarnungsgeld geahndet werden, hat seinen Grund darin, dass sich die Erfolgsquote im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert hatte. Feststellen lässt sich das an der Zahl der Kinder und Jugendlichen, die durch übermäßigen Alkoholkonsum aufgefallen sind. Im vergangenen Jahr waren dies sieben, teilt Ordnungsamtleiter Edmund Müller mit, im Jahr zuvor lediglich vier. Beides kein Vergleich mit den Zahlen, die Bürgermeister Rudi Bertram zu Beginn seiner Amtszeit hören musste: Da warens an die 20.

Grund genug für den Verwaltungschef, Ordnungsamt, Jugendamt, Rettungsdienste, Polizei, Wirte und Karnevalskomitee an einen Tisch zu holen und zu einer konzertierten Aktion gegen den Alkoholmissbrauch durch Minderjährige zu bewegen. Eine der ersten Maßnahme der Stadt war, an Weiberfastnacht den Unterricht in Eschweilers weiterführenden Schulen ausfallen zu lassen: „Damit sind die Zeiten vorbei, in denen die KInder um halb zehn Schulschluss hatten und dann auf den Markt gezogen sind, wo sie sich dann komatös betrunken haben”, stellt Bertram zufrieden fest. Allerdings seien nun die Eltern gefordert: „Die wissen oft nicht, dass der 13-jährige Sprössling beim Rausgehen eine Flasche Schnaps von Papa dabei hat.”

Nicht zufriedenstellend sei auch die Kontrolle beim Alkoholverkauf an Kiosken, Tankstellen und in Supermärkten. „In einem Gespräch mit Schülervertrern in der vergangenen Woche haben mich die Schüler selbst darauf hingewiesen, dass es allgemein viel zu einfach sei, an Alkohol zu kommen”, sagt Rudi Bertram. Sieht aus, als ob die alljährlichen schriftlichen Appelle des Bürgermeisters bei vielen der Händler auf taube Ohren stießen. Bertram: „Wo Appelle nicht reichen, werden Kontrollen und Geldbußen greifen müssen.”

Auch in diesem Jahr werden Polizei und Ordnungsamt ebenso wie das Jugendamt einzeln und gemeinsam auf Streife in der Innenstadt nach dem Rechten sehen. Die Polizei, so Einsatzleiter Harald Müller, stockt dazu ihr Personal in Eschweiler entsprechend auf. Auf die bewährte Kooperation mit Deutschem Roten Kreutz, Malteser Hilfsdienst und Johanniter-Unfallhilfe setzt Feuerwehr-Wachleiter Axel Johnen. Am Fettdonnerstag wird auf dem Markt wieder eine Leitstelle eingerichtet.

Samt großer Unfallhilfsstelle - „obwohl seit Einführung des Glasverbots die früher hohe Zahl chirurgischer Hilfeleistungen fast auf Null zurückgegangen ist”, so Johnen. Vom Markt aus werden die Helfer natürlich auch das Geschehen auf der Marienstraße verfolgen, wo traditionsgemäß tausende Jecke zum „Jecke-Tön-Festival” unserer Zeitung zusammenströmen. Am Rosenmontag richten die Ämter in der Feuerwache am Florianweg eine gemeinsame Einsatzleitstelle von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Jugendamt. „In den letzten Jahren hat es aus dem Zug heraus nie einen Unfall gegeben”, konstatiert Axel Johnen zufrieden. Aber Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste.

Zivilcourage zeigen

Auf Sicherheit setzen auch die Roten Funken in ihrem Festzelt auf dem Marktplatz, betont deren Komandant Peter Pfeiffer. Stichworte: Passkontrollen, zusätzliche Sicherheitskräfte, farbige Besucherbändchen je nach Alter. Und Komiteepräsident Norbert Weiland appelliert an die Zivilcourage der Indestädter: „Wenn Sie betrunkene Jugendliche sehen, sagen Sie bitte den Streifen oder auch uns Bescheid!” Dann kommt Hilfe - ehe es für die „Kids” ein böses Erwachen gibt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert