Eschweiler - Damit es beim Versuch bleibt...

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Damit es beim Versuch bleibt...

Von: Laura Beemelmanns
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Aufgepasst vor Einbrechern: Die Polizei gibt Tipps, wie man sich schützen kann. Foto: imago/Jochen Tack

Eschweiler. Polizeisprecher Paul Kemen „musste mit der Lupe suchen“. Und zwar nach Einbrüchen in den vergangenen Tagen. Seit dem 17. November waren es zwei. Eine geringe Zahl, denn gerade in der dunklen Jahreszeit sind die Langfinger verstärkt im Einsatz. Vorsicht ist stets geboten!

Im Jahr 2011 wurde in Eschweiler 169 Mal eingebrochen. Hinzu kommen 83 sogenannte Tageswohnungseinbrüche. Nach Aussagen von Holmer Milar, Dienstleiter des Kriminalkommissariats 44 – Vorbeugung, sind die Zahlen im Jahr 2012 in beiden Kategorien in Eschweiler zurzeit rückläufig. Vorbeugung lautet das Zauberwort. In Sachen Einbruch- und auch Brandschutz.

Um zu schützen, gibt es immer wieder Informationsveranstaltungen. Jetzt hatte das Netzwerk „Zuhause sicher“ zu den Themen Einbruch- und Brandschutz in den Talbahnhof eingeladen. Unterstützt wurde der Vortragende Norbert Winkler, Kriminalkommissariat 44 – Vorbeugung, dabei von Johannes Gastreich, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Bank, Hans Graaf, 1. Vorsitzender des Haus- und Grundeigentümer Vereins, Bernd Hollands, Kreisbrandmeister Städteregion und Ludwig Voß, Vorsitzender des Netzwerks „Zuhause sicher“ Städteregion.

Im Jahr 2005 wurde das Netzwerk auf Initiative der Polizei in Münster ins Leben gerufen. Gemeinsam mit der Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaften, Kommunen, Handwerksbetrieben und Unternehmen aus Industrie, Handel und Versicherungswirtschaft setzen sie sich für die Stärkung der Kriminalprävention in der Bevölkerung ein. „Seit 2009 gibt es auch ein regionales Netzwerk in der Städteregion“, erklärt Ludwig Voß. Der gemeinnützige Verein berät, setzt die Ideen, die für Bürger in Frage kommen, mit Hilfe der geschulten Handwerkerbetriebe in die Tat um und überreicht ihnen „als Belohnung“ eine Präventionsplakette. Möglicherweise sinke dann sogar der Beitrag für die Hausratversicherung, erläuterte Winkler.

„Gerade in der dunklen Jahreszeit sind die Täter sehr früh unterwegs“, sagt Milar. Wenn es ab 17 Uhr so langsam dunkel wird, versuchen sie im Schutz der Dunkelheit einzubrechen. „Oft ist den Tätern das Ziel schon zuvor bekannt. Und oft ist den Opfern auch der Täter schon bekannt“, weiß Winkler. Das bedeute nicht, dass der Täter aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis stamme, sondern, dass er sich vermutlich schon länger im näheren Umfeld bewegt.

„Er ist vielleicht mit dem Auto an Ihrem Haus vorbei gefahren oder stand im Flur eines Mehrfamilienhauses. Und oft geht alles ganz schnell. Sie bringen morgens zwischen acht und zehn Uhr ihr Kind zur Schule oder in den Kindergarten, kommen spät von der Arbeit zurück oder sind noch beim Sport – in der Zwischenzeit dringt der Täter mit den einfachsten Mitteln in Ihr Haus oder Ihre Wohnung und stiehlt Bargeld, Schmuck oder auch Autoschlüssel. Doch dabei bleibt es nicht“, weiß Winkler. „Die emotionalen Folgen machen den Opfern meist mehr zu schaffen als die materiellen Schäden“, sagt er.

Wie einfach es ist, in ein fremdes Haus zu gelangen, zeigt Winkler bei Vorträgen anhand eines Videobeitrags. Innerhalb weniger Sekunden hat er mit Hilfe von einfachstem Werkzeug das Fenster oder die Tür aufgebrochen. „Übliche Fenster leisten fast keinen Widerstand.“ Um sich vor einem Einbruch zu schützen, sei der mechanische Schutz am wichtigsten.

„Die Alarmanlage sollte immer erst der zweite Schritt sein“, so Winkler. Im besten Fall ließe man sich schon vor dem Bau oder Umbau entsprechend beraten. Aber auch hinterher gebe es Möglichkeiten. Fenster mit Pilzkopfzapfen seien da nur ein Beispiel. Denn: „Wer es in fünf Minuten nicht schafft, der geht“, weiß Winkler aus Erfahrung. Und er weiß auch, dass die Präventionsarbeit wichtig ist und schon einiges bewirkt hat. „40 Prozent der Täter bleiben beim Versuch stecken“, sagt Milar. „Das ist ein klassischer Beleg dafür, dass Prävention wirkt.“

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