Eschweiler - Cornelia Mueller aus den USA: Auf den Spuren ihrer Familie in Eschweiler

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Cornelia Mueller aus den USA: Auf den Spuren ihrer Familie in Eschweiler

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Familienforschung schafft Freundschaften über Kontinente hinweg. Cornelia Mueller aus den USA besuchte jetzt Eschweiler. Hier steht sie gemeinsam mit dem Eschweiler Familienforscher (und entfernten Verwandten) Klaus Müller vor dem Haus Hehlrather Straße 31, in dem ihr Großvater eine Bäckerei betrieb. Foto: Ebbecke-Bückendorf
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So sah die Bäckerei Müller in der Hehlrather Straße 31 in den 1930-er Jahren aus. Der zweite von rechts ist Gottfried Müller, Großvater von Cornelia Mueller. Foto: Archiv Cornelia Mueller

Eschweiler. Die Vorfahren von Cornelia Mueller aus Catonsville (USA) – das liegt nahe Baltimore im US-Staat Maryland – stammen aus Hehlrath und Eschweiler. Jetzt besuchte die pensionierte Biologin die Heimat ihrer Familie. Der Familienforscher Klaus Müller vom Eschweiler Geschichtsverein half ihr bei der Suche.

Und stellte dabei fest, dass auch er mit Cornelia Mueller verwandt ist – als Cousin im fünften Grad.

Familienstammsitz: Siegers-Hof

Der Siegers-Hof in Hehlrath ist für beide, den Eschweiler Heimatforscher Klaus Müller und seine entfernte Cousine Cornelia Mueller aus den USA, sozusagen der Familienstammsitz. „In diesem alten Bauernshof aus dem 17. Jahrhundert wohnten und starben unsere gemeinsamen Alturgroßeltern, Franz Matthias Siegers und Annas Odilia Zander“, erzählte Klaus Müller seiner Besucherin. Das sei schon ein besonderes Gefühl, wenn man über das gleiche Pflaster geht und das gleiche Mauerwerk anschaut wie die Vorfahren, sechs Generationen zurück.

Auch das Haus Hehlrather Straße 31 in Eschweiler war Ziel von Cornelia Mueller. Denn dort hatte ihr Großvater Gottfried Müller gewohnt und gearbeitet, als Inhaber einer Bäckerei. Seine Enkelin aus den USA besitzt noch ein Foto, das Ihren Großvater, seine Familie und die ganze Belegschaft der Bäckerei Müller vor dem Haus zeigt, es muss um 1935 entstanden sein. „Bäckerei“ und „Colonialwaaren“ ist an den Schaufenstern zu lesen. Das Haus sieht noch ganz so aus wie früher, freute sich die Besucherin aus den USA. Nur aus den Schaufenstern sind inzwischen normale Fenster geworden, es ist heute ein Wohnhaus.

An der Geschichte der Müllers aus Eschweiler wird auch Weltgeschichte ablesbar. Bereits 1923 waren zwei Kinder des Eschweiler Bäckermeisters Gottfried Müller in die USA ausgewandert, Albert und Wilhelmine. Albert kam 1939 zurück nach Deutschland – ein Entschluss, der ihn später das Leben kosten sollte.

Bombentod beim Kartenspiel

Sein Bruder Rudolf hingegen, der Vater von Cornelia Mueller, wanderte im gleichen Jahr 1939 in die USA aus. Er war wie sein Vater und sein Bruder Bäcker, hatte auch schon 1937 versucht, in die USA zu gelangen, bekam dort aber keine Aufenthaltserlaubnis. 1939 klappte es dann. Gemeinsam mit seiner Frau Cornelia Anna, die aus Mönchengladbach stammte, siedelte er sich in Philadelphia an. Weil er als Bäcker keine Arbeit fand, wurde er Gärtner und später Inhaber einer Gaststätte: Rudy‘s Bar an der Ogontz Avenue in Philadelphia.

Gottfried Müller und sein Sohn Albert starben bei einem Bombenangriff auf Hehlrath am 6. Januar 1945. Sie spielten gerade Karten, weiß Cornelia Mueller aus den Erzählungen ihrer Familie, als die Bomben fielen. Die überlebende Großmutter Wilhelmine Müller geborene Dahmen wanderte dann in den Hungerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls in die USA aus, 1947. Sie wohnte bis zu ihrem Tod 1953 bei ihrer Tochter.

Cornelia Mueller hat viele Jahre lang als Biologin für das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium gearbeitet, unter anderem bei der Einfuhrkontrolle von importierten Früchten, Pflanzen und Fleisch.

Spannende Verbindungen

Seit ihrer Pensionierung begeistert sie sich für die Erforschung der Wurzeln ihrer Familie. Und hat dabei schon spannende Einzelheiten gefunden. So gibt es Verbindungen zu den Gründern der Cunard-Schifffahrtslinie, zu den Wiedertäufern in Münster und zu den Gründern des Stadt Johnsburg/Illinois. Kurz vor ihrer Abreise aus Eschweiler konnte sie noch einen Cousin 2. Grades im Krankenhaus besuchen, den Stolberger Grafiker und Musiker Gottfried Dahmen. Er starb am 21. Dezember.

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