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Comedian René Steinberg zeigt Absurditäten des Alltags

Von: zsa
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René Steinberg drehte bei sei
René Steinberg drehte bei seinem Auftritt im Talbahnhof richtig auf und zeigte Nörglern die Zähne. Foto: Sandra Ziemons

Eschweiler. René Steinberg findet, es wird viel zu viel genörgelt und gejammert in der heutigen Zeit. Mit seinem ersten Soloprogramm „Wer lacht, zeigt Zähne” präsentiert der bekannte WDR2-Radio-Comedian nun seinen ganz eigenen Gegenentwurf.

Mit einer Mischung aus Kabarett, Stand-Up, Stimmparodien und Gesangseinlagen brachte er auch das Publikum im Kulturzentrum Talbahnhof dazu, einmal über die Beklopptheiten, Widersprüche und Albernheiten in Politik, Kultur und Gesellschaft zu lachen.

Kein Thema, über das die Deutschen gerne nörgeln, wurde dabei ausgelassen: von Fußball übers Fernsehen bis hin zur Politik. Als bekennender Borussia-Dortmund-Fan konnte es der aus dem Ruhrgebiet stammende Steinberg nicht lassen, die fußballerische Konkurrenz, den FC Schalke 04, durch den Kakau zu ziehen. Mit vielen Toneinspielern bewies der Radiomoderator, dass der Bundesligist es aufgrund seines Namens nicht leicht hat, wenn aus Schalke 04 oftmals „Schalke 05” oder gar „Schalke 07” wird. Dies sorgte für erste Lachtränen bei den Zuschauern.

Musikalisches Jammern

Als Germanist ließ es sich René Steinberg nicht nehmen, dem Publikum auch auf sprachwissenschaftliche und musikalische Art das Problem des „Jammerns” näher zu bringen. Verschiedene Gesangseinlagen, die inhaltlich wie melodisch genau den Nerv der Zeit und den der Zuschauer trafen, wechselten sich ab mit Auszügen diverser Statistiken. So trug der Kabarettist seine eigene Version des Culcha-Candela-Hits „Hamma” vor, namentlich „Jammern”. Er bedauerte auch den Zustand, dass es immerhin 80 verschiedene Ausdrücke für das Wort „nörgeln” gäbe, aber kein Verb für den Umstand, wenn sich jemand positiv über eine Sache äußert. Aber dies sei im „Land der Dichter und Denker” ja schon tief verwurzelt, folgerte Steinberg und zitierte zum Beweis die „widerliche Jammerei” des Dr. Faustus in Goethes „Faust”. Natürlich hatte er eine positivere Version des Monologs vorbereitet, auch mit ostdeutschem Dialekt.

Auch Til Schweiger bekam als neuer „Tatort”- Kommissar sein Fett weg - Steinbergs Interpretation von Schweigers Ermittlungsart führte zu schallendem Lachen im Publikum. Allerdings hätte sich der Comedian lieber einen Ruhrpott-„Tatort” aus Bochum mit Herbert Grönemeyer gewünscht und demonstrierte auch gleich wie dessen Polizeiarbeit aussehen würde. Schließlich setzte er dem Ganzen mit der Kombination von Schweiger und Grönemeyer dann noch die Krone auf und zündete das „Feuerwerk nonverbaler Kommunikation”. Steinbergs Fazit lautete auch hier wieder: Statt zu meckern, einfach mal die Perspektive oder den Standort wechseln.

Mithilfe zahlreicher persönlicher Anekdoten untermalte Steinberg seine Forderung, die Dinge in diesen tristen Zeiten einfach mal mit Humor zu sehen. Zum Beispiel lernte er bei seinem kürzlichen Krankenhausaufenthalt zwei wahre „Propheten des Optimismus” kennen, denn seine zwei Zimmernachbarn, Rentner, philosophierten angesichts des kargen Krankenhaus-Abendessens, oder wie er es nannte „einer zu Nahrung gewordenen ostdeutschen Plattenbausiedlung bei Nieselregen”, über die richtige Zubereitung von Möhrengemüse.

Als letztes Highlight ließ er dann in der „Disco Koalition” die führenden deutschen Politiker im wahrsten Sinne des Wortes „tanzen”. Nach langem Applaus brachte Steinberg dann als Zugabe sogar noch mal seine Paradefigur „Sarko de Funes” zurück auf die Bühne.
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