Eschweiler - Claudia Blau berät werdende Mütter

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Claudia Blau berät werdende Mütter

Von: ista
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Hat seit elf Jahren ein offene
Hat seit elf Jahren ein offenes Ohr für die Nöte und Ängste schwangerer Frauen: Sozialpädagogin Claudia Foto: Kristina Mönch

Eschweiler. „Was wird sich mit einem Kind verändern? Wird mein Kind gesund sein? Werde ich es alleine schaffen? Wie geht es nach der Geburt weiter?” All diesen Fragen widmet sich seit nunmehr elf Jahren die Sozialpädagogin Claudia Blau.

Sie berät als Mitarbeiterin des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF) schwangere Frauen und nimmt sie an die Hand auf dem Weg bis zur Geburt. Manchmal reicht ein einziger Beratungstermin, um Ängste zu nehmen oder offene Fragen zu klären. Manchmal jedoch ist auch eine längerfristige Betreuung notwendig. Claudia Blau ist besonnen, sie hat schon viele junge und ältere Frauen begleitet, hat Tränen getrocknet, Verzweiflung gelindert und die helfende Hand ausgestreckt. Wo früher die Familie unterstützend eingreifen konnte, ist heute oft die Arbeit von sozialen Einrichtungen nötig, um die verzweifelten Frauen zu unterstützen.

Besonders drei Gruppen suchen verstärkt außerfamiliäre Hilfe: sehr junge Frauen, Arbeitslosengeld-Empfängerinnen und Asylbewerberinnen. Viele dieser Frauen teilen die Ängste, die eine meist ungeplante Schwangerschaft und vielfach auch die Zukunft als Alleinerziehende mit sich bringen kann. „Dabei ist gerade das langfristige Denken für die Frauen wichtig”, betont Blau. „Der Stress kommt erst nach der Geburt, das ist vielen Frauen gar nicht richtig bewusst.”

Aber auch die Möglichkeiten, die werdenden Müttern beispielsweise in finanzieller Hinsicht zur Verfügung stehen, bleiben oftmals unbekannt. Dabei ist gerade eine Erstausstattung für ein Neugeborenes für viele Frauen eine belastende Investition. Manchmal führen aber auch fehlende Sprachkenntnisse zu scheinbar unüberbrückbaren Hürden der Bürokratie. Gerade in Zeiten der hohen Arbeitslosigkeit zieht es Frauen zurück in die Berufswelt. Die drei Jahre Mutterschutz, die ihnen rechtlich zustehen, werden heute von den wenigsten Frauen vollständig genutzt. Mit ihrer Arbeit unterstützt Claudia Blau die Frauen individuell, gibt Anregungen für Hilfsangebote, unterstützt die Kommunikation mit Behörden und plant unter Berücksichtigung der häuslichen Situation der Frauen die nächsten Monate bis zur Geburt. Dabei empfiehlt sie besonders die allerorts angebotenen Geburtsvorbereitungskurse, welche die werdenden Eltern auf ihre neuen Aufgaben vorbereiten. Gerade die ersten Lebensjahre des Kindes sind sehr entscheidend für seine spätere Entwicklung.

Claudia Blau und ihre Kolleginnen in der Städteregion Aachen können allerdings keine regelmäßige Betreuung leisten. Doch im Zeitraum vom Beginn der Schwangerschaft bis hin zum dritten Lebensjahr des Kindes stehen sie beratend zur Seite. Eine längerfristige Beratung wird allerdings zunehmend nötig, da viele Probleme für die Frauen nicht alleine zu lösen sind. Besonders der Anteil der Alleinerziehenden ist in den vergangenen Jahren gestiegen und führt zu einem vermehrten Beratungsbedarf. Ein spezielles Elterntraining, das bei Bedarf und Interesse der Klienten durchgeführt wird, soll den Eltern Informationen darüber geben, was sie nach der Geburt erwartet.

Im ersten Teil des Trainings besteht die Möglichkeit, mit einer Babypuppe den Tagesablauf kennen zu lernen, der sie nach der Geburt des Kindes erwartet. Der zweite Teil des Trainings beinhaltet die Nachsorge durch eine Familienhebamme, welche die Familie bis zum ersten Lebensjahr des Kindes betreut.

Ein wichtiges Thema dabei ist auch die anstehende Nahrungsumstellung. „Für uns als Beratende ist es immer wieder schön, wenn die Mütter nach der Geburt mit ihren Kindern zu uns kommen oder aber bei einer erneuten Schwangerschaft unsere Betreuung in Anspruch nehmen. Man hat ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und weiß, wo und wie man helfen kann”, so Blau.

Für die Zukunft wünscht sie sich besonders für die jungen Schwangeren, dass es mehr Ausbildungsplätze in Teilzeit gibt. Denn nur so lassen sich berufliche Zukunft und Kinderbetreuung für die Frauen in Einklang bringen, ohne zusätzliche Hilfe annehmen zu müssen.

Im Bereich der Prävention hat die Städteregion Aachen nun den Verhütungsmittelfond ins Leben gerufen, der unter bestimmten Voraussetzungen die Hälfte der Verhütungskosten übernimmt. Informationen darüber erteilen die Beratungsstellen. Die Schwangerschaftsberatung des SKF in Eschweiler findet jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat in der Peilsgasse 1 statt. Die Terminvergabe erfolgt unter der Telefonnummer 02402/951640. Die Beratung ist kostenlos, unterliegt der Schweigepflicht und ist unabhängig von Konfession und Nationalität.
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