Chopin und Liszt: Zwei Popstars unter sich

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Sie freuen sich schon auf die Veranstaltung „Chopin trifft Liszt“ am 8. November: von links Moderator Siegfried Tschinkel, Klaviervirtuose József Ács und Veranstalter Walter Danz. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Mit einem unterhaltsamen Konzert unter dem Motto „Chopin trifft Liszt – Höhepunkte der klassischen Romantik“ werden am Montag, 8. November, ab 20 Uhr im Kulturzentrum Talbahnhof József Ács und Siegfried Tschinkel dem Eschweiler Publikum die Musik und das Leben dieser beiden musikalischen Superstars des 19. Jahrhunderts näher bringen.

„Popstars des 19. Jahrhunderts“ – das sei keineswegs übertrieben, versichert Siegfried Tschinkel. Wenn Franz Liszt auf die Bühne kam und seine Handschuhe auf den Konzertflügel warf, kreischte das Publikum; manche Verehrerinnen fielen in Ohnmacht. Es muss gewesen sein wie heute bei einem Konzert von Rihanna oder Robbie Williams. Und wenn Frédéric Chopin in den Pariser Salons am Flügel saß, schmolzen die Damen der feinen Gesellschaft dahin.

„Jede Note von Chopin ist eine vom Himmel gefallene Perle“ soll Liszt über seinen Freund und Rivalen gesagt haben, und Chopin widmete seine ersten zwölf Etüden dem fast gleichaltrigen ungarischen Klaviervirtuosen Liszt. 1831 haben sie sich in Paris getroffen und angefreundet, sogar gemeinsam in Konzerten gespielt.

Zartheit und Wucht

Die Zeit der Pariser Salons soll, ein wenig zumindest, aufleben bei dem von Walter Danz veranstalteten Konzert am kommenden Samstag im Talbahnhof. Der in Ungarn geborene und weit über die Grenzen Eschweilers hinaus bekannte Ausnahme-Pianist József Ács hat für den Abend im „Salon Talbahnhof“ einige der bekanntesten Kompositionen von Chopin und Liszt ausgesucht – Chopins Nocturne op. 15/1 F-Dur etwa und Liszts Ungarische Rhapsodie Nr. 2 cis-moll – aber auch solche, die seltener öffentlich zu hören sind.

„Wir wollen Klassikfreunden etwas Besonderes bieten, aber auch allen Besuchern, die erst Klassikfreunde werden wollen“, versichert Siegfried Tschinkel.

Tschinkel wird das Konzert von Ács moderieren. Der Musikkenner, früher Leiter der Eschweiler Volkshochschule, kann unterhaltsam und spannend Fakten und Anekdoten aus dem Leben der beiden Musik-Giganten berichten – von Chopin, dem „Poeten am Klavier, der Angst vor dem großen Publikum hatte“, ebenso wie von Liszt, dem virtuosen Berserker, „der Klaviere geradezu kaputt geschlagen hat“.

Die Zartheit Chopins, die Wucht von Liszt – das sind natürlich Klischees. Mit der Consolation Nr. 3 in Des-Dur wird Ács auch die träumerische Seite von Franz Liszt zeigen. „Es ist die Kunst dieses Interpreten, dass er sich in beide einfühlen kann“, würdigt Tschinkel das Können von József Ács.

Leidenschaftlich und einfühlsam zugleich seien die Interpretationen des Eschweiler Komponisten und Klavier-Virtuosen Ács. Der hat für den ersten Teil seines Konzerts sechs Werke von Chopin ausgewählt, darunter die mal lyrisch-singende, mal dramatisch-virtuose Ballade Nr.1 g-moll und das auf Mallorca entstandene Prelude Nr. 15 in Des-Dur, das so genannte Regentropfen-Prelude.

Im zweiten Teil des Konzerts stehen am Montag drei Werke von Franz Liszt auf dem Programm, darunter auch eine Klavierfassung des Quartetts aus dem dritten Satz von Verdis Oper „Rigoletto“, die so genannte Rigoletto-Paraphrase.

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