Chinesische Delegation besucht Eschweiler Schulen

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
8806552.jpg
Den Grundschülern über die Schulter geschaut: Eine Delegation aus Peking informierte sich über die Organisation und das Schulprogramm der KGS Bohl. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Beinahe zwei Jahre ist es her, dass die Verantwortlichen des Europavereins „Gesellschaftspolitische Bildungsgemeinschaft“ (GPB) erstmals eine Delegation aus China während eines Besuchs in der Städteregion Aachen betreuten. Inzwischen liegt die Zahl der Zusammenkünfte mit den weitgereisten Gästen deutlich im zweistelligen Bereich.

Das Interesse der Besucher aus dem Reich der Mitte ist breitgefächert, der Fokus liegt aber nicht zuletzt auf dem deutschen Schulsystem. Innerhalb weniger Tage besuchten nun Delegationen aus den Regionen Shanghai und Peking das Städtische Gymnasium sowie die Katholische Grundschule Bohl, um sich dort über die Organisation beider Einrichtungen zu informieren.

„Ni hao“ in der Grundschule

In Bohl empfingen die kommissarische Schulleiterin Barbara Kremer und Christoph Leclaire, Koordinator der Offenen Ganztagsschule, sowie Schulamtsleiterin Petra Seeger eine fünfköpfige Abordnung aus Peking, die von den Schülern mit einem herzlichen „Ni hao“ („Hallo“) begrüßt wurde. Bevor kurze Stippvisiten in Klassen der ersten und dritten Jahrgangsstufe auf dem Programm standen, betonte Barbara Kremer, dass die Schüler der KGS Bohl vor zehn Jahren ausschließlich bis spätestens 13.15 Uhr beschult worden seien, während aktuell 80 der insgesamt 186 Schüler die Offene Ganztagsschule besuchen und bis jeweils 16 Uhr betreut würden.

„Diese Umstellung erfordert natürlich neue Konzepte. So ist zum Beispiel die traditionelle Hausaufgabe inzwischen von der sogenannten ‚Lernzeit‘ abgelöst worden, in der individuell und differenziert auf die Bedürfnisse der Schüler eingegangen werden kann. Es gilt, jedes Kind dort abzuholen, wo es sich leistungstechnisch befindet“, so die kommissarische Schulleiterin. Die Fremdsprache Englisch werde ab Beginn des zweiten Halbjahres des ersten Schuljahres vor allem in spielerischer Form unterrichtet. Die Zusammenarbeit der neun Lehrerinnen mit den Mitarbeiterinnen der Offenen Ganztagsschule sei eng aufeinander abgestimmt.

Über das System der weiterführenden Schulen hatte sich einige Tage zuvor eine Delegation aus Shanghai, zu der auch der für das Bildungswesen zuständige Regionalminister Yan Wensheng gehörte, am Städtischen Gymnasium informiert. Die stellvertretende Schulleiterin Maria Weber unterstrich dabei die grundsätzlich naturwissenschaftliche Ausrichtung des Gymnasiums, an dem aber bereits 1990 ein bilingualer Zweig eingeführt worden sei.

Im Rahmen der naturwissenschaftlichen Bildung werde besonderes Augenmerk auf die sogenannten „Mint-Fächer“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) gelegt. Bei einer bundesweiten Ausschreibung der Telekom-Stiftung sei die Schule für die Einrichtung einer Junior-Ingenieur-Akademie ausgezeichnet worden, erklärte die Studiendirektorin den chinesischen Gästen.

Oberstufenkoordinator Friedrich Borghans stellte die Lehrpläne auf dem Weg zum Abitur vor. Unterstufenkoordinatorin Gisela Schnitzler ging vor allem auf die ersten beiden Jahre der neuen Schüler am Städtischen Gymnasiums ein, die als Erprobungsstufe gelten. Weitere Aspekte der Vorstellung stellten die Themen Klassenpflegschaft, Schülervertretung sowie die Schulkonferenz als Mitwirkungsgremien dar.

Im Dialog mit den Delegationsmitgliedern aus Shanghai wurden selbstverständlich auch Eigenheiten des chinesischen Schulsystems erörtert.

Punktsystem entscheided

Dieses ist vollständig auf den Ganztag ausgerichtet. Ein Punktsystem entscheidet über die Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe. Möglichkeiten, den Lernstoff nachzuholen, existieren. Die erreichte Punktzahl am Ende des zwölften Schuljahres ist entscheidend für den Zugang zu bestimmten Universitäten.

„Nach unseren Anfragen waren die Verantwortlichen des Städtischen Gymnasiums sowie der Katholischen Grundschule Bohl sofort bereit, die chinesischen Delegationen zu empfangen und ihnen detailliert das dortige Schulprogramm vorzustellen“, hob der GPB-Vorsitzende Peter Schöner, der gemeinsam mit der GPB-Geschäftsführerin Annelene Adolphs den Europaverein während beider Ortstermine repräsentierte, das Engagement der Schulen hervor.

Am Dienstag, 18. November, werden Vertreter der GPB bei der Verleihung des „Jugenddemokratiepreises“ im Festsaal des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander König in Bonn anwesend sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert