CDU-Stadtverband: Interne Streitigkeiten sollen passé sein

Von: Patrick Nowicki
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Eine der angenehmen Pflichten in der Union: Stadtverbandsvorsitzender Willi Bündgens (rechts) und der Kreisverbandsvorsitzende Axel Wirtz (Mitte) ehrten langjährige Christdemokraten. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Wäre die Eschweiler CDU ein angeschlagener Boxer, so wäre sie angezählt und mit einem blauen Auge versehen. Aber Boxer bekommen gerne in einem Kampf die zweite Luft: So kommt es nicht von ungefähr, dass sich der Stadtverbandsvorsitzende Willi Bündgens kämpferisch gibt und auf bessere Zeiten hofft. Wohl wissend, dass bei den internen Machtkämpfen noch lange nicht der Schlussgong ertönt ist.

Es war eine überschaubare Zahl CDU-Mitstreiter, die am Dienstagabend zur Mitgliederversammlung in die Festhalle Dürwiß gekommen war, was Bündgens damit begründete, dass parallel zahlreiche Veranstaltungen stattfänden.

Zudem standen keine Neuwahlen auf der Tagesordnung, sie finden erst im kommenden März statt. Dabei macht Willi Bündgens schon jetzt keinen Hehl daraus, dass er weiter an der Spitze der CDU bleiben will: „Den Platz, den sie mir vor einem Jahr mit der Zuordnung des Vorsitzes dieses CDU-Stadtverbandes übertragen haben, werde ich so lange nicht verlassen, bis wieder eine gute und annehmbare politische Struktur besteht!”

Von diesem Ziel ist die Union in Eschweiler noch weit entfernt, was Bündgens in seiner Rede auch unmissverständlich zugab: „Anfangs noch anhaltende unnötige Streitigkeiten, Missverständnisse und persönliche Betroffenheit ließen den Motor noch gehörig stottern.” Dass man bei der Kommunalwahl vor einem Jahr keinen einzigen Wahlkreis geholt habe, sei für ihn ein unerträglicher Zustand, den man mit viel Einsatz verändern müsse.

Dem Vorhaben stehen jedoch Hürden im Weg: So sei immer derselbe Unruheherd sichtbar und lesbar. „Und weil sich dieses Problem auch mit gutem Zureden von vielen Seiten seit längerer Zeit nicht regeln lässt, werden wir es jetzt anderweitig regeln müssen”, sagte Bündgens, ohne den Stadtverordneten Wolfram Stolz an dieser Stelle explizit zu nennen, den er mit dieser Kritik meinte. „Querdenker ja, liebe CDU-Familie, Querulanten nein! Wer die CDU Eschweiler ständig in ein schlechtes Bild bringt, sollte sich einer anderen Partei anschließen”, rief er seinen Parteifreunden zu und forderte mehr Teamgeist.

Der Kreisverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete der CDU, Axel Wirtz, schlug in die gleiche Kerbe: „Wir Politiker leben davon, dass wir unterstützt werden. Wenn wir das, was wir Politik halten, von anderen nicht so gesehen wird, dann muss ich mich als Politiker hinterfragen.”

Er appellierte an die Gemeinschaft, denn das Gemeinsame trage die Union. Wichtig sei, sich wieder vorrangig mit Inhalten und dem politischen Gegner zu befassen. Gesagt, getan - der Landtagsabgeordnete schickte eine deutliche Botschaft an Rudi Bertram: „Es geht nicht, dass der Bürgermeister den Rat nicht über ein so wichtiges Schreiben informiert. Dabei interessiert es nicht, ob er gerade Stallwache hält oder unterwegs ist - das muss organisatorisch möglich sein. Der Rat ist schließlich das wichtigste Gremium in einer Stadt”, sprach er die Vorgänge der vergangenen Ratssitzung an.

Mit welcher Taktik die CDU die SPD aus der Deckung locken will, steht noch nicht fest: Nachgedacht wird über eine neue Struktur, wozu es erste Gespräche mit den Ortsverbandsvorständen gegeben habe. Ergebnisse sollen im Frühjahr präsentiert werden. So sollen Wahlbezirke frühzeitig besetzt werden. Zudem wollen die Christdemokraten näher an den Bürger rücken. Auch mit der CDU in Stolberg wolle man häufiger den Schulterschluss suchen.

Es gab auch angenehme Pflichten, die Willi Bündgens und Axel Wirtz zu erledigen hatten. So ehrten sie die langjährigen CDU-Mitglieder Hubert Casel (50 Jahre), Franz-Wilhelm Balden (50), Dietrich Peter Laurs (40) und Maria Bündgens (25). Ein Dankeschön zum Abschied ging auch an die langjährige Fraktionsassistentin Maria Kortz.
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