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CDU-Bürgermeisterkandidat sauer auf Personalrat der Stadtverwaltung

Von: Rudolf Müller
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Kämpferische Stimmung im Rathaus: Dessen Personalrat macht Front gegen CDU-Bürgermeisterkandidat Wilfried Berndt. Der schießt kräftig zurück. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Im Mai will er Bürgermeister Rudi Bertram den Stuhl vor die Tür setzen: Wilfried Berndt, frisch proklamierter Bürgermeisterkandidat der Eschweiler Christdemokraten. Doch kaum hat er seine Einstandsrede als Bewerber gehalten, da kracht es schon gewaltig: Berndt hatte in Zusammenhang mit der von der SPD betriebenen Neuwahl des Kämmerers von Filz gesprochen – und trieb damit den Personalrat der Stadtverwaltung mächtig auf die Palme.

In einer am Dienstag von uns veröffentlichten Stellungnahme wies der Personalrat den „Filz“-Vorwurf weit von sich. „Wir sind nicht ein Haufen von Mitarbeitern, deren Kompetenzen und deren Fachwissen man mit einem Handstrich aberkennt und uns zu Herdenvieh mit Parteibuch deklariert“, wehren sich die Verwaltungsmitarbeiter gegen Berndts „diffamierende Äußerungen“.

Der wiederum hat kein Verständnis für das Vorgehen des Personalrats: „Mit Entsetzen musste ich heute lesen, dass sich der Personalrat der Stadt Eschweiler unter dem Vorwand des Schutzes des Personalkörpers in den Wahlkampf einmischt“, schlägt Berndt zurück. Und betont: „Ich möchte hier klar feststellen, dass ich in meiner Rede mit ,Filz‘ ausdrücklich die Vergabe der Positionen durch die Politik in den oberen Ebenen der Verwaltung meinte, insbesondere habe ich mich auf den jüngsten Fall des Kämmerers bezogen.

Wer mich kennt und die Rede gehört hat, weiß, dass ich niemals Menschen als ,Herdenvieh mit Parteibuch‘ bezeichnen würde. Das ist eine bösartige Unterstellung.“ Dies hat er in einem offenen Brief nun allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung mitgeteilt. Darin betont er: „Ich möchte klar stellen, dass ich die Mitarbeiter der Stadt in meiner Antrittsrede nicht als Filz bezeichnet habe. Mir ist sehr wohl bewusst, dass die Mitarbeiter der Stadt, ihre Arbeit nach bestem Gewissen und zur vollsten Zufriedenheit mit sehr guter Sachkompetenz erledigen.“

Wilfried Berndt verweist auf das, was er in seiner Rede am Abend seiner Wahl als Bürgermeisterkandidat zum Thema Personal gesagt hat: „Ein Parteibuch ist für mich nicht zwingend notwendig, um innerhalb der Verwaltung eine gute Karriere machen zu können. Hier werden ausschließlich Ausbildung, Können, Motivation und natürlich auch Loyalität die Kriterien eines Vorankommens sein.“

Berndt unterstreicht, dass er im Fall seiner Wahl als eine der ersten Maßnahmen eine anonyme Mitarbeiterbefragung durchführen ließe: „um zu sehen, wo Stärken und Schwächen in der Führung und den Abläufen aus Sicht der Mitarbeiter liegen, um dann gezielte Maßnahmen zur Verbesserung aufsetzen zu können. Als einer, der von außen kommt, besitze ich hier die notwendige Objektivität, es gibt keine alten Seilschaften, Verpflichtungen und Verbundenheiten.“

„Ich war immer ein Kümmerer und werde es zukünftig immer bleiben“, unterstreicht Berndt in seinem Schreiben. „Das Wohl meiner Mitarbeiter und Kollegen lag mir immer besonders am Herzen. Nur in einer guten und vertrauensvollen Umgebung kann optimale Leistung erbracht werden.“

Von Letzterem kann zumindest in Bezug auf Wilfried Berndt und den Verwaltungs-Personalrat nicht die Rede sein. „Ich stelle fest, dass der Personalrat meine Rede auf falsche Weise und mit unverschämten Unterstellungen interpretiert“, beklagt sich der CDU-Kandidat.

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