Stolberg - Camp Astrid erstrahlt nun im Sonnenlicht

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Camp Astrid erstrahlt nun im Sonnenlicht

Von: -jül-
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Photovoltaikanlagen können ba
Photovoltaikanlagen können bald Einzug halten in das Stolberger Gewerbegebiet Camp Astrid. Nach den Sommerferien sollen sich die Ratsgremien mit den Investitionswünschen unterschiedlicher Anbieter befassen können. Foto: Imago

Stolberg. Mit der Energiewende ist auch die Nachfrage nach Flächen im Stolberger Gewerbegebiet Camp Astrid deutlich im Aufwind. „Eine Reihe von Investoren hat angefragt”, bestätigt Detlef Werry. Nachgefragt werden größere zusammenhängende Flächen, erklärt der Camp-Astrid-Geschäftsführer auf Anfrage unserer Zeitung.

An zwei und vier Hektar großen Flächen des insgesamt 23 Hektar umfassenden Gewerbegebietes sind die Investoren interessiert. Zum Vergleich: Bislang haben ansiedlungswillige Firmen auf insgesamt etwa einem Hektar neue Betriebe errichtet.

Jetzt eröffnet sich für die städtische Gesellschaft die Möglichkeit, auf einen Schlag das Vierfache an Fläche zu verkaufen für eine Investition, die sich in einem Dutzend Jahren rentieren soll: Photovoltaik-anlagen sollen im Stolberger Gewerbegebiet Strom aus Sonnenenergie produzieren. „Es gibt unterschiedliche Interessenten mit verschiedenen Konzepten”, sagt Werry zu den Überlegungen, die zwar noch in einem frühen Stadium sind, aber bis Jahresende unter Dach und Fach sein sollen, um in den Genuss höherer Strompreise zu gelangen.

Zum Jahreswechsel reduziert sich die Vergütung für in neuen Anlagen produzierten Strom durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), erklärt der Geschäftsführer. Im EEG findet sich auch die Grundlage für das mit der Energiewende zunehmende Interesse für den Stolberger Standort.

Konversionsflächen, das Camp war eine belgische Militäranlage, zählen zu den wenigen privilegierten Bereichen, in denen großflächige Photovoltaikanlagen errichtet werden dürfen. Weitere Ausnahmen wären Bebauungsplangebiete, die vor dem 1. September 2003 rechtskräftig wurden oder bestimmte Ackerbrachen.

„Wir stehen den Angeboten nicht ablehnend gegenüber, wenn die Förderkriterien eingehalten werden”, sagt Werry zu den interessanten Anfragen mit Blick auf die erhaltene Landesförderung bei der Entwicklung des Gewerbegebietes durch die Stadt.

Dazu zählt, dass der in der Förderzusage vereinbarte Grundstückspreis durch die Investoren gezahlt werden muss; er dient zur Refinanzierung des städtischen Anteils der Investitionskosten für das Gewerbegebiet.

Weitere Voraussetzung ist, dass die Interessenten eine Firma gründen, die vor Ort ansässig ist, und Arbeitsplätze nachweisen. „Die Interessenten prüfen derzeit, in wie weit ein Engagement in Camp Astrid unter diesen Rahmenbedingungen wirtschaftlich zu bewerkstelligen ist”, erläutert Werry.

Nach den Sommerferien werden sich die Ratsgremien vermutlich schon im September ebenfalls mit diesen grundsätzlichen Fragen beschäftigen können - auch vor dem Hintergrund, das die Wirtschaftsförderung ein Ausschöpfen der ausreichend freien Kapazitäten des Gewerbegebiets Camp Astrid nicht vor den nächsten 15 Jahren erwartet. „Die Vermarktung ist langfristig ausgelegt”, verweist der Geschäftsführer auf eine städtische Vorratspolitik bei Gewerbeflächen bis neue Gebiete zusätzliche Kapazitäten bieten können.

Gleichzeitig sieht Detlef Werry insbesondere auch die Kommunen gefordert, sich bei der Energiewende zum Ausstieg aus der Atompolitik zu engagieren. Die passe hervorragend zur langfristigen Strategie der Bevorratung von Gewerbeflächen. Nach derzeitigem technischen Standard rechneten Betreiber damit, dass sich ihre Anlagen in zwölf bis 15 Jahren rentieren würden. Mit etwa 20 Jahren werde die Laufzeit der Solarpanele angegeben. Dann wird eine Erneuerung erforderlich, was angesichts technischer Innovationen auch früher anstehen könne.

„Damit bleiben für uns alle Optionen offen”; prognostiziert Werry. Vertraglich könne ein fristgerechter oder vorzeitiger Rückkauf vereinbart werden - falls sich einmal ein „Traumprinz” als exorbitanter Bereitsteller von Arbeitsplätzen und Gewerbesteuer in Stolberg ansiedeln wolle.

Neue Betriebe

Realistische Ansiedlungen verzeichnet Camp Astrid dennoch weiter. Derzeit richtet sich auf rund 3500 m2 ein zuvor in Würselen ansässiger Metallbauer mit vier Arbeitsplätzen an der Ecke zum Flämischen Ring ein, und auf der Zielgeraden angekommen sind die Verhandlungen mit einem weiteren Unternehmen, das ein halbes Dutzend Arbeitsplätze ansiedeln wolle. Darüber hinaus pflegt der Wirtschaftsförderer kontinuierlich den Kontakt zu weiteren Interessenten.
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