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Burger King: Dürener Betreiber angezeigt

Von: cs
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Stühle hochgestellt: So wie bei diesem Burger King in Aachen sieht es auch in Eschweiler, Heinsberg und den zwei Filialen in Düren aus. Foto: Krömer

Düren/Aachen. Ein Mitarbeiter einer der fünf geschlossenen Burger-King-Filialen in der Region hat bei der Staatsanwaltschaft Aachen Strafanzeige gegen den Geschäftsführer aus Düren wegen Insolvenzverschleppung erstattet.

Die Wirtschaftsabteilung der Staatsanwaltschaft werde nun die Ermittlungen aufnehmen, teilte Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Der Geschäftsführer stellt keinen Insolvenzantrag, und gekündigt wird uns auch nicht”, sagte ein Mitarbeiter der Fast-Food-Kette und begründete damit seine Strafanzeige. „Wir mussten doch handeln.” Anfang dieser Woche waren die Mitarbeiter in Aachen von ihrer Bezirksleitung zu einer Versammlung eingeladen worden. Dort wurde ihnen ein DIN-A4-Blatt mit dem Burger-King-Logo am Kopf ausgehändigt.

Bestätigt wird darin jedem Mitarbeiter persönlich, welche Lohn- oder Gehaltsansprüche aus den vergangenen Monaten ihm noch zustehen. Der zweite - und letzte - Satz lautet dann: „Die Firma hat derzeit nicht die nötige Liquidität, um die Zahlungen zu leisten.” Ob die Liquidität zu einem späteren Zeitpunkt wieder für Lohnzahlungen ausreicht, ist zumindest fraglich, da die Filialen in Aachen, Eschweiler, Heinsberg und Düren (2) geschlossen sind.

Mitarbeiter berichten aus den letzten Betriebswochen der Burger-King-Filialen von ihnen merkwürdig erscheinenden Vorgängen: Ausstehende Löhne, die vor Gericht eingetrieben wurden, seien nicht vom Konto des Arbeitgebers, sondern vom Konto einer anderen Firma des Geschäftsführers überwiesen worden. Andere Mitarbeiter berichten, dass das Geld in der Aachener Filiale, die als einzige nach dem 22. November noch geöffnet gewesen sei, nicht mehr von dem üblichen Geldboten-Paar aus der Dürener Zentrale mit Firmenwagen abgeholt worden sei, sondern häufig vom Schwiegersohn des Geschäftsführers.

Die Warenlieferung von Burger King soll zum 20. November eingestellt worden sein. Bereits zum 10. November hatte die Zentrale nach eigener Aussage „außerordentlich und fristlos” dem Lizenznehmer in Düren gekündigt. Deswegen, berichten Mitarbeiter, seien sämtlichen Warenrestbestände aus geschlossenen Filialen mit Privatfahrzeugen in das Aachener Fast-Food-Haus transportiert worden. Dort sei der Betrieb dann bis Ende November gelaufen. Danach waren die Warenbestände wohl endgültig erschöpft.

Geschäftsführer in acht Firmen

Im Falle einer Insolvenz hätte ein Insolvenzverwalter wegen der Rechtsform der GmbH keinen Zugriff auf ein mögliches Privatvermögen der Firmengesellschafter. Mögliche Außenstände könnten nur durch einen Rückgriff auf das Vermögen der GmbH beglichen werden. Als Einlage der GmbH, bei denen die Burger-King-Mitarbeiter angestellt waren, sind im Handelsregister 330.000 Euro vermerkt. Als Gesellschafter, die die Einlage eingebracht haben und damit finanziell für das Unternehmen haften, sind zwei Namen eingetragen: Einer lautet auf den Namen des Geschäftsführers der fünf Filialen. Sein Teil der Einlage beläuft sich auf 256.000 Euro.

Der Dürener wird laut Handesregister in acht Firmen in der Funktion als Geschäftsführer geführt: neben zwei Fast-Food-Gesellschaften auch in einer Spielautomaten GmbH, einer Getränkegroßhandels GmbH und vier Immobiliengesellschaften. In den vier Firmen, in denen nicht er selber als Inhaber oder Mitinhaber fungiert, ist immer seine Frau (Mit-)Gesellschafterin. Allerdings sind zwei Handelsregister-Einträge in der letzten Novemberwoche geändert: Bei zwei Firmen wurde sein Name in der Rubrik „Geschäftsführer” durch den einer Frau ersetzt: seiner Ehefrau, die in diesen Firmen auch als Gesellschafterin firmiert - einmal zusammen mit der Tochter.

Auch die Burger-King-Filialen in Mechernich und Kerpen sind derzeit geschlossen. Lizenznehmer der Marke ist dort ebenfalls der Dürener. Bei der Dürener Firma, die diese Filialen betreibt, taucht er im Handelsregister aber weder als Gesellschafter noch als Geschäftsführer auf. Stattdessen ist der Schwiegersohn Geschäftsführer, der schon als Geldbote in Aachen aufgetaucht ist. Als Inhaber werden der Schwiegersohn und die Tochter des Düreners geführt.

Der Dürener selbst ist laut Presseberichten von der Eröffnung im Jahr 2008 in Mechernich und Kerpen als Investor aufgetreten. Die investierende Immobiliengesellschaft ist zufälligerweise eine der beiden, bei denen er Ende November als Geschäftsführer ausgeschieden ist. Auch in diesen beiden Filialen stehen nach Angaben von Mitarbeitern Lohnzahlungen aus.
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