Bunte Blüten im Rosenstrauß

Von: sh
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Haben in 13 Jahren Schule mehr als nur reines Wissen erlangt: Die Abiturienten 2009 des Städtischen Gymnasiums Eschweiler. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. 13 Jahre Schule. Was bleibt? „Die Fach- und Sachkompetenz, die Sie hier bei uns erlangt haben, ist wichtig, aber sie ist beileibe nicht alles”, gab Schulleiter Ulrich Reinartz den 85 Abiturienten des Städtischen Gymnasiums mit auf den Weg.

Am Samstagvormittag wurden die Schüler der 13. Jahrgangsstufe mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer kurzweiligen Abiturfeier aus ihrer jahrelangen Heimat „Schule” entlassen.

Es war die Freude über die erlangte Freiheit, die Wehmut bei Erinnerungen an schöne gemeinsame Zeiten und die Spannung auf das, was da in einer noch vagen Zukunft auf die Absolventen wartet, die über der feierlichen Vergabe der Abiturzeugnisse in der Schulaula schwebte. Ulrich Reinartz betonte, dass im Erlangen des Reifezeugnisses mehr stecke als reines Wissen. Es sind die Werte eines Menschen, „die ihn stark werden lassen in einer Gesellschaft, die sich mehr und mehr durch Geiz und Rücksichtslosigkeit, durch Gewinnmaximierung und Unverbindlichkeit auszeichnet”. Umso wichtiger sei es, so der Schulleiter, auf ein solides Wertesystem aufzubauen.

„Irgendwo tief in mir, bin ich ein Kind geblieben”, sang Laura Nobis aus der 12. Jahrgangsstufe zu Beginn der Feier eine Passage aus Peter Maffays berühmtem Musical „Tabaluga” (begleitet am Klavier von Peter Schulz). Kind sein auch im Erwachsenenalter ist eine Eigenschaft, die die beiden Stufenleiter Joachim Beilharz und Winfried Grunewald in einer ganz persönlichen Verabschiedung von „ihrer Stufe” geradezu vorbildlich vorlebten.

Als Ein-Mann-Musical offenbarte Winfried Grunewald nicht nur außergewöhnliches Sangestalent, er persiflierte auch den Schüler von heute auf den Punkt genau. Joachim Beilharz strich aus seinem Reden-Ordner zunächst die Kapitel „Witze über Schüler, über Lehrer, über den Schulleiter, sich selbst sowie die leeren Worthülsen” heraus, um dann gleich zum Kern zu kommen: „Herz habt und hattet ihr all die Jahre reichlich. Bewahrt Euch das!” Für Beilharz handele es sich beim Jahrgang 2009 um sehr individuelle Blüten am kunterbunten Abi-Rosenstrauß.

Dies konnten Max Dickmeis und Michael Heidmann als Sprecher der Abiturientia nur bestätigen. „Man lernt schließlich fürs Leben, und nicht für die Schule!”, lautete ihr Fazit. So würde wohl auch Simon Küpper seinen Jahrgang beschreiben. 1959 machten 23 Schüler der damaligen Oberprima am Städtischen Gymnasium ihr Abitur. Der spätere Rektor der Eschweiler Grundschule Don-Bosco war einer davon.

Geich sechs Kandidaten hatten die Reifeprüfung nicht geschafft. Ein kleiner Aufreger in der Indestadt, zumindest vor 50 Jahren. „Da hat sich vieles geändert in der Vergangenheit”, resümierte Küpper. Zum Beispiel auch das Zusammentreffen mit dem anderen Geschlecht: „Mädchen waren damals bei uns noch nicht vorhanden, zumindest nicht an der Schule.”

Musik wird seit jeher groß geschrieben am Gymnasium: Die „Romanze für Horn und Klavier”, vorgetragen von Gereon Graff und Horst Berretz, gehörte bei der Abiturfeier ebenso dazu wie die vom Schulorchester gespielte „Ode an die Freude” von Ludwig van Beethoven.

Den Höhepunkt stellte aber selbstverständlich die Vergabe der Abiturzeugnisse dar. Helge Dickmeis vom Förderverein des Städtischen Gymnasiums zeichnete mit Bürgermeister Rudi Bertram drei Schüler für ihre besonderen Verdienste um die Schule aus: Den Preis der Peter-Liesen-Stiftung erhielten Rebecca Sohn, Anne Kugel und Gereon Graff. „Vergessen Sie bitte nur nicht, woher Sie kommen”, hofft Rudi Bertram auf eine Jugend, die der Ellenbogengesellschaft die Stirn bietet.
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