Bundeswehrreform kostet Brigadegeneral den Job

Von: ran
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Blasmusik im Donnerberger Nebe
Blasmusik im Donnerberger Nebel: Das Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz gestaltete den Appell musikalisch. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Knapp zweieinhalb Jahre stand er an der Spitze der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik (TSL/FSHT) mit ihren 800 Soldaten, 140 Zivilangestellten und jährlich rund 5000 Lehrgangsteilnehmern. Am Freitagvormittag wurde Brigadegeneral Dipl.-Ing. Walter Jakob Ohm nun im Rahmen eines Appells von seinem Kommando und der Verantwortung als General der Heereslogistiktruppen entbunden.

Der 53-Jährige wechselt in das Bundesministerium der Verteidigung, wo er die Aufgaben des Unterabteilungsleiters Controlling innerhalb der Abteilung Haushalt wahrnehmen wird. Der Kommandeursposten der TSL/FSHT bleibt zunächst vakant. Oberst Günter Selbert, bisher Stellvertreter von Walter Jakob Ohm, übernimmt bis auf weiteres die Leitung der Schule.

„Als ich am 30. Oktober 2009 diesen Posten antrat, dachte ich bei mir, ,Das ist mein Tag. Heute kann ich nun rückblickend erklären: Diese Einschätzung war richtig”, zog Walter Jakob Ohm zu Beginn seiner Ansprache vor zahlreichen Gästen in der Donnerberg-Kaserne eine positive Bilanz.

„Während all meiner Dienstaufsichtsbesuche, egal ob in der Lützow-, Gallwitz-, Körner- oder Donnerberg-Kaserne, habe ich kompetente Ausbilder und leistungsfähige Soldaten erlebt, die mit Herzblut bei der Sache waren und dafür sorgten, dass eine professionelle und qualitativ hochstehende Ausbildung angeboten wird, so dass der Hauptauftrag dieser Schule bestens erfüllt wird”, lobte der Brigadegeneral.

Nun gelte es, der neuen Struktur der Heereslogistiktruppe den Weg in eine gute Zukunft zu bereiten. Der Strukturwandel der Schule sei bereits im positiven Sinne auf den Weg gebracht. „Der Standort Aachen/Eschweiler bleibt eines von fünf großen Ausbildungszentren des Heeres”, betonte der scheidende Kommandeur.

Damit bleibe die Fähigkeit erhalten, die Truppen im Einsatz wirkungsvoll zu unterstützen. „Wir haben bereits umgesetzt, was zukünftig von jedem Soldaten der Bundeswehr erwartet wird: Vom Einsatz her denken und für den Einsatz handeln.”

Klar sei, dass der Umstrukturierungsprozess bis über das Jahr 2015 hinaus andauern werde. Zwischenziele seien aber bereits erreicht worden. „Auf dem weiteren Weg zum Ziel werde ich nicht mehr auf der Kommandobrücke stehen, aber mit dem Herzen dabei sein”, versicherte Walter Jakob Ohm, bevor er allen Offizieren, Unteroffizieren, Mannschaftsdienstgraden und nicht zuletzt den Zivilangestellten für die Zusammenarbeit dankte. „Es war mir eine Ehre.”

Brigadegeneral Heinrich Fischer, Kommandeur der Heeresschulen sowie stellvertretender Amtschef des Heeresamts und damit direkter Vorgesetzter von Walter Jakob Ohm, unterstrich, dass der Anlass des Appells außergewöhnlich sei.

„Wir erleben hier keine klassische Kommandoübergabe, sondern eine Entbindung, die der Neuausrichtung der Bundeswehr geschuldet ist.” Im Anschluss blickte er auf das Wirken des nun ehemaligen Kommandeurs der TSL/FSHT zurück.

„Sie haben die Erwartungen, die ich in sie gesetzt habe, jederzeit erfüllt und sich mit spürbarer Freude der Führung, Ausbildung und Erziehung ihrer Soldaten gewidmet.”

Inhaltlich, methodisch und didaktisch habe Jakob Walter Ohm gestaltenden Einfluss auf die Ausbildung der Soldaten genommen und dabei immer auch den Blick über den Tellerrand hinaus gewagt, was nicht zuletzt die Patenschaften mit Logistiktruppen der französischen und österreichischen Armee unter Beweis stellten.

„Sie haben sich um die Technische Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik verdient gemacht. Dafür gebührt ihnen Dank, Anerkennung und Wertschätzung”, schloss Brigadegeneral Heinrich Fischer seine Ausführungen.

Musikalisch gestaltet wurde der Appell vom Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz.
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