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Blues von der Inde heizt der Stolberger Altstadt ein

Von: Dirk Müller
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Sie spielen nicht nur Musik, sie leben sie: Auch in Stolberg waren die Mitglieder von „Saturday Night Fish Fry” in ihrem Element. Foto: Dirk Müller

Stolberg/Eschweiler. Man nehme als Grundlage ein Schlagzeug und einen Bass, würze großzügig mit zwei Gitarren und Sängern und runde das Ganze mit mehreren Prisen Mundharmonika ab - schon ist Samstagnacht der Fisch gebraten. „Saturday Night Fish Fry” (SNFF) nennt sich die Eschweiler Band, die in der Stolberger Altstadt die Musikkneipe „Piano” zum Beben brachte.

Die Gäste standen eng in der prall gefüllten Gaststätte, als das Quintett mit Klassikern à la John Lee Hookers „Down home Blues” das Konzert eröffnete und Rhythm and Blues als musikalische Marschrichtung vorgab.

Von Beginn an zeigten sich Winni Rüland am Schlagzeug und Bassist Dieter Nietsche als rhythmische Stützen der Band und brillierten voller Spielfreude auch mit beeindruckenden Soloeinlagen. Majid Salama stand ihnen in nichts nach und setzte mit seiner Gitarre immer wieder gekonnt Akzente, die das Publikum mitrissen.

Zwei Sets spielten SNFF, was ihr Frontmann, Sänger und Gitarrist Wolfgang „Wah Wah” Wynands, wie folgt beschrieb: „Wir schunkeln uns erstmal locker ein, und danach gibts RocknRoll ... ”

Doch dass die Grenze zumindest bei den „Fischen” fließend ist, stellten sie bereits mit dem nächsten Song unter Beweis. Tommy Tuckers „Hi-heel sneakers” kam so fetzig-flott daher, dass es nun niemanden mehr auf den Stühlen hielt.

Cool auf seinem Barhocker sitzend, übernahm anschließend Erwin Görres den Gesang des „Diving duck Blues” von Johnny Winter und präsentierte seine rauhe Blues-Stimme. Er gab einige Stücke prägnant zum Besten, wenn er nicht gerade Mundharmonika spielte, die bei der Band kein schmückendes musikalisches Beiwerk ist, sondern ein vollwertiges Instrument.

Neben bekannten Songs wie Robert Johnsons „Sweet home Chicago” oder „Peter Gunn Theme” von Henri Mancini begeisterte das Eschweiler Quintett mit seinen melodischen und energiegeladenen Eigenkompositionen, die Einflüsse von Ska, Bebop und Rocksteady durch den Blues-Rock schimmern ließen.

Bei „Rollin kitchen boogie” und „Me and the devil” sorgte vor allem Wolfgang Wynands für großartige Stimmung: Das charismatische Aushängeschild der „Fische” unterstützte jeden Ton mit seiner Mimik und Gestik zur Freude und Unterhaltung des Publikums. So professionell SNFF auch ihre Musik darboten, ihre Live-Show bestach dennoch durch lockeren Humor, der sich wie ein roter Faden durch das Programm zog.

30 Songs und drei Zugaben

Nach Louis Jordans Stück „Saturday night fish fry”, das der Band ihren Namen gab, erklärte die Band ihre Musik mit den Worten von Muddy Waters „The Blues had a baby and they named it Rock n Roll”. Und eben dieser rockige Blues der „Fische” kam beim Publikum so gut an, dass nach 30 Songs noch drei Zugaben gefordert wurden, und „Down to the doctor” erst kurz nach Mitternacht das letzte Lied des beeindruckenden Live-Erlebnisses war.
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