„Blues meets Rock“: Rob’n’Roll made in Down under

Von: Paul Santosi
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Rob Tognoni und sein Power-Blues-Trio stehen für schnörkellosen Rock´n´Roll. Foto: Santosi

Eschweiler. Rob Tognoni, Australier mit italienischen Wurzeln, bespielte am Dienstag abend in der Konzertreihe „Blues meets Rock“ das Rio in der Schnellengasse. Wir fragten den Mann, der sich auch gerne der „Tasmanische Teufel“ nennt, vor dem Konzert hinter der Bühne, was der geneigte Besucher an diesem Abend zu erwarten habe. Die kurze, knappe und zutreffende Antwort: „Rock´n´Roll, man.“

Diese Geradlinigkeit behielt das Rob Tognoni Trio dann auch gute zweieinhalb Stunden musikalisch bei und bescherte dem Publikum kompakte und unterhaltsame Rock-Unterhaltung.

No nonsense Rock

Gäbe es für unprätentiöses Spiel und Gute-Laune-Musik einen Fachbegriff wie „No nonsense rock“, Tognoni dürfte ihn getrost für sich beanspruchen. Der Australier verwendet meist harte Riffs bei hoher Durchschnittsgeschwindigkeit auf seinen klassischen Fender-Gitarren. Allzuviele Effektgeräte oder elektronisches Blendwerk sucht man vergebens.

Tognoni legt Wert auf einen Trio-Sound, der sich wie aus einem Guss anhört. Da ist zwar nicht viel Raum für selbstverliebtes Gedudel, aber immer für präzises und dynamisches Zusammenspiel. Seine Stimme ist rauh und passt sich der Musik ebenfalls bestens an. Inhaltlich ist die Welt des Bluesrockers natürlich einfach gestrickt. Aber auf die Texte kommt es ja eigentlich auch gar nicht so an. Vielmehr bannte Tognoni seine Zuschauer und Zuhörer jeweils in kürzester Zeit mit energiegeladenen Songs, die schon nach wenigen Takten die Richtung anzeigten.

Dann bewegte sich der Australier gekonnt zwischen Schlagzeuger und Bassist, bearbeitete seinen Gitarrenkorpus, holte kontrollierte Rückkopplungen aus seinen Lautsprechern und praktizierte schweißtreibende Griffbrett-Athletik, an der auch Pete Townshend von „The Who“ seine helle Freude gehabt hätte.

Tanz mit der Gitarre

Zwischendurch wurde es dann auch mal ein paar Beats langsamer, Tognoni forderte das Publikum zum Zwischenapplaus fürs Bass-Solo und zelebrierte im Scherz seine Teufelshörner-Geste. Aber keine Angst, der Mann ist alles andere als ein Satanist, sondern bestenfalls ein Rocker, der sein Publikum mit seinem rotzfrechen Sound verzaubern kann. „Der tanzt ja mit der Gitarre“, meinte einer der knapp 40 Zuschauer und beschreibt somit bestens, was Tognoni von anderen unterscheidet: auch nach 15 Soloalben und jahrzehntelanger Routine ein absolutes Höchstmaß an Spielfreude und Bühnenpräsenz.

Appetit auf weitere Bonbons

Nachdem die „Blues meets Rock“-Premiere am neuen Veranstaltungsort mit Stan Webbs Chicken Shack vor kurzem aus technischen Gründen leider nicht den gewünschten Eindruck hinterlassen konnte, hat der ehrliche Rock´n´Roll-Arbeiter Rob Tognoni am Dienstag abend mit seinem Trio das genaue Gegenteil demonstriert. Das machte Appetit auf weitere Livemusik-Bonbons von Klaus Schmidt und Max Krieger, den Machern hinter der Clubkonzert-Serie. Der Stimmung wäre es absolut zuträglich, wenn dann 2015 vielleicht noch ein paar Musikfans mehr den Weg vom heimischen Sofa hin vor die Bühne des Rio fänden.

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