Eschweiler - Blick in die Seele der Kinder

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Blick in die Seele der Kinder

Von: jope
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Moderatorin Karin Schulz begrüßte den Kirchenchor St. Gregorius und das Duo „Reimklang” in der Klosterkirche St. Jöris. Foto: Joachim Peters

Eschweiler. Wenn schon arme und kranke Kind keine Gefühle mehr wachrufen, wie ist es dann um unsere Gesellschaft bestellt? Vordergründig sehr schlecht: Allzu oft wird in solchen Situationen weggeschaut und das scheinbar Unabänderliche achselzuckend hingenommen.

Nicht nur äußerlich verwahrloste, auch einsame oder nur von einem Elternteil großgezogene Mädchen und Jungen können als „arm” und (im Herzen) „krank” bezeichnet werden. Doch mit dieser wachsenden Ungerechtigkeit inmitten unseres Landes wächst auch der Widerstand dagegen - sowie der tatkräftige Wille, dies zu ändern.

Ein emotional sehr bewegendes Beispiel für ein Umdenken unter dem Motto „Gefühl statt Berechnung” bot jetzt das stimmungsvolle Benefizkonzert „Zum Wohle des Kindes” in der mit Kerzen illuminierten Klosterkirche St. Jöris. Das Duo „Reimklang” (Heinz Merks und Detlef Schubert) und der Kirchenchor St. Georgius aus St. Jöris sowie als Gast die Alsdorfer Autorin Gabi Göddertz gaben mit ihren Liedern und Texten der Kindersehnsucht eine Stimme. Dabei fanden auch die durch das Alltagsgetriebe gestreßten Erwachsenen neue geistige Nahrung.

„Richter in Deutschland, hört unsren Schrei!” Fast expressionistisch, auf jeden Fall aber in der Nachfolge der guten alten Liedermacher stößt Heinz Merks diesen Satz zum erregten Gitarrenspiel von Detlef Schubert aus. Er hat ihn formuliert für alle Scheidungs- und Trennungskinder, die als „Waffe” im Kampf der Geschlechter benutzt werden und welche doch die Liebe beider Elternteile so sehr brauchen. Wobei Heinz Merks in seiner Anmoderation klar stellt: „Hier geht es nicht gegen alleinerziehende Mütter, die viele und oft alle Lasten tragen. Aber wir versetzen uns in die Seele des innerlich zerrissenen Kindes”. Die Geschichte lehrt: Vor allem mancher junge Mann, dem jede Vater-Orientierung fehlt, war und ist anfällig für gefährliche „Ersatz-Väter”: von politischen Verführern bis hin zu Süchten und Drogen.

Und dann: Wer eine „normale”, vielleicht gar einigermaßen „glückliche” Kindheit hatte, zehrt davon in den Stürmen des Erwachsenen-Lebens. Heinz Merks zog eine schöne wie ungeschönte Halbzeitbilanz seines Lebens („Löwe, Häuptling, Held”), in dem er sich durch alle Umbrüche stufenweise entwickelte - und weiter entwickelt. Und auch bei zwei Lied-Adaptionen („La-le-lu” nach dem Heinz-Rühmann-Klassiker „Wenn der Vater mit dem Sohne”) und „Ich hab„ ein zärtliches Gefühl” (nach Hermann van Veen) war das Duo „Reimklang” ganz nah am Herzschlag der aufmerksamen Besucher.

„Mit jedem aufgesetzten Scherz versteckst Du auch Dein Herz!” Ohne Umschweife wirft Gabi Göddertz in ihrem von Detlef Schubert untermalten Gedicht für zwei Personen („Der Clown”) ihrem männlichen Gegenüber (gespielt von Heinz Merks) eine maskenhafte Existenz vor. Gründe und Entschuldigungen dafür hat „Der Clown” mehrere an der Hand: „Die anderen erwarten es von mir”, „Benehme ich mich anders, bekomme ich keine Zuneigung”. Was die Macht der Frauen-Argumente (allein) nicht erreicht, das vollbringen Durchleben von eigenem Schmerz und Mitgefühl: „Der Clown” putzt seine Schminke ab.

Vom Durchbrechen quälender Fremdbestimmung hin zu wahren Gefühlen „singen” auch die Lieder, welche der Kirchenchor St. Georgius St. Jöris mit Leiter Achim Prinz am E-Piano anstimmte: das Gospel „Shine on me” und der Cole-Porter-Evergreen „True Love”.
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