Blausteinsee: Wasservögel sorgen für mangelhafte Qualität

Von: Tobias Röber
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Wasservögel und ihre Hinterlassenschaften sind nach Angaben der Stadt Eschweiler und der Städteregion Aachen die Hauptverursacher für die mangelhafte Wasserqualität. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Dürwiß. Wer auf der Internetseite www.badegewaesser.nrw.de auf den Blausteinsee klickt, schaut in diesen Tagen mehr als nur einmal hin. Dort ist die Wasserqualität nämlich mit mangelhaft eingestuft. Droht am See nun ein Badeverbot? Das ist zumindest die nächste Einstufung. Maßnahmen zur Verbesserung wurden eingeleitet.

Die Badegewässerqualität an der Badestelle wird vom Gesundheitsamt der Städteregion Aachen überwacht und zwar vom 15. Mai bis zum 15. September. „Zum Schutz der Badenden entnehmen die Überwachungsbehörden während der Badesaison alle vier Wochen Wasserproben, die auf mikrobiologische Kenngrößen untersucht werden, um die bakterielle Belastung eines Badegewässers abzuschätzen. Wäre die Belastung zu hoch, also der Grenzwert überschritten, würde ein zeitweiliges Badeverbot ausgesprochen.“ So steht es auf der Internetseite www.badegewaesser.nrw.de, die vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW betrieben wird.

Nach einer neuen EU-Verordnung müssen 16 Messwerte vorliegen. Der Durchschnitt sorgt dann für die Bewertung auf besagter Internetseite. Der Blausteinsee liege nach Ablauf der Badezeit 2012 knapp unter ausreichend, sagt Holger Benend, Pressesprecher der Städteregion. Die letzte Messung 2012 erfolgte am 30. August. Nach dieser stand das mangelhaft fest.

„Hervorragende Qualität“

Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter und Vertreter der Freizeitzentrum Blausteinsee GmbH, die die Badestelle am Blausteinsee betreibt, räumt die Probleme ein, spricht jedoch von einer nach wie vor „hervorragenden Qualität“. Dies gehe aus einem Gutachten hervor, dem eigene Messungen über den Zeitraum von anderthalb Jahren zugrunde liegen. Lediglich im Bereich Seebühne und Liegewiese gebe es aktuell die hohen Werte an Bakterien des Typs E. coli und intestinale Enterokokken. Diese weisen auf fäkale Verunreinigungen hin. Hauptsächlich dafür verantwortlich sind Vögel, aber auch Menschen, die ihre Notdurft nicht am vorgesehenen Platz verrichten. Das hohe Vogelaufkommen werde von den Seebesuchern verursacht, die die Tiere füttern. Dies sei nicht nur für die Qualität des Wassers, sondern auch für die Tiere selbst schlecht, da sie die Fähigkeit zur selbstständigen Nahrungssuche verlieren. Dass die Verunreinigungen aus der Landwirtschaft oder von der Gastronomie kommen, könne ausgeschlossen werden, sagt Benend.

Und jetzt? Ab sofort gilt ein striktes Fütterungsverbot am Blausteinsee, das intensiv durchgesetzt werden soll. Weiteres Aushilfspersonal soll dafür eingesetzt werden, das – wenn nötig – auch Platzverbote aussprechen soll. Zudem werden laut Gödde die Gebühren für die Toilettenbenutzung gesenkt. Eine weitere Maßnahme: Der See soll mit mehr Frischluft versorgt werden. Dazu wird eine sogenannte Frischluftschneise geschlagen, erklärt Holger Benend. Mehr Abfalleimer, deren häufigere Leerung und ein Hundeverbot direkt am betroffenen Bereich sind weitere Maßnahmen.

Wann das mangelhaft von der Gewässerkarte verschwindet, ist unklar. Das Ziel sei natürlich, die Gewässerqualität zu Beginn der Badesaison 2013 wieder deutlich verbessert zu haben. Die Frequenz der Messungen wird ab Mai erhöht. Dann wird nicht mehr monatlich, sondern wöchentlich gemessen, 19 Mal insgesamt in diesem Jahr.

Die Eschweiler Grünen haben sich des Themas Wasserqualität angenommen. Es wird noch in dieser Woche Thema im Planungsausschuss sein.

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