Eschweiler-Dürwiß - Blausteinsee: Für Taucher im Moment kein Paradies

Blausteinsee: Für Taucher im Moment kein Paradies

Von: Valerie Barsig
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Alles prima am Blausteinsee? Im Moment sind für die Taucher dort noch einige Wünsche offen.

Eschweiler-Dürwiß. „Früher war das Tauchen wie im Wasserglas“, erinnert sich René Brandt, Ausbildungsleiter beim Tauchclub Eschweiler. Er war Taucher der ersten Stunde im Blausteinsee: Schon Ende der 90er Jahre hatte er die Erlaubnis, dort ins Wasser zu gehen – noch vor der offiziellen Öffnung des Sees für die Öffentlichkeit.

Früher ging es für ihn 34 Meter in die Tiefe, auch ohne eine Lampe. Wie im Meer sei das gewesen, berichtet er. Über die Jahre aber habe sich die Sicht im See verschlechtert. An guten Tagen sei die Sicht bis zu vier Meter weit. An schlechten nur einen Meter. Die Veränderungen seien laut Brandt drastisch. „Und schlechte Sicht ist etwas, dass sich unter Tauchern schnell herumspricht.“

Das zeigen auch die Verkaufszahlen von Tages- und Jahreskarten: Wurden 2012 noch 3039 Tageskarten verkauft, waren es im vorigen Jahr nur noch 2170. Auch der Verkauf von Jahreskarten hat abgenommen. 2012 wurden insgesamt 242 Jahreskarten verkauft, 2013 waren es nur noch 212.

Vor zwei Jahren kamen durch die Verkäufe insgesamt 44.321,50 Euro zusammen. Im vorigen Jahr waren es nur noch 25.000 Euro. Das sind 19.321,50 Euro weniger Umsatz als noch im vorigen Jahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 wurden 121.257,50 Euro mit dem Verkauf von Tauchkarten erlöst.

„Die Diskussion um die Wasserqualität des Sees hat sich sehr auf die Zahlen ausgewirkt“, sagt Heinz Rehahn, Prokurist der Blausteinsee GmbH. Für 2014 hoffe er auf bessere Zahlen, denn aufgeben wolle man den Blausteinsee natürlich nicht. Der Verkauf an Tages- und Jahreskarten für 2014 ist bereits angelaufen. Bisher sind 150 Tages- und 44 Jahreskarten verkauft worden. Das sind etwa 6000 Euro Umsatz.

Früher hat René Brandt den See beinahe vor der Haustüre öfter genutzt. Nur eine knappe Viertelstunde braucht er von sich zu Hause bis zum Blausteinsee. Inzwischen nimmt er mit einigen seiner Schüler manchmal sogar eine Fahrt in die Niederlande in Kauf, um dort eine Tauchstunde zu geben. „Eine Schülerin von mir war relativ ängstlich“, berichtet er. Tauchen mit nur einem Meter Sicht sei da nicht drin gewesen.

Neben der schlechteren Sicht gibt es aber noch andere Dinge, die den Tauchern am See ihr Hobby erschweren. Die Preise für die Tauchkarten seien gestiegen, die Leistungen aber nicht besser geworden, ärgert sich Brandt. Inzwischen gibt es zumindest einen neuen Parkplatz an der Einstiegsstelle der Taucher. Die Taucherzahlen sind seit Jahren rückläufig.

Laut Brandt wäre ein Parkplatz in der jetzigen Größe früher für Tauchbesucher des Sees nicht ausreichend gewesen. „Ich kann mich noch daran erinnern, dass man früher die Leute ohne Tauchausrüstung wieder weggeschickt hat“, erzählt der Tauchlehrer. Taucher hätten beim Parken Vorrang gehabt. Inzwischen gebe es das Problem nicht mehr.

Trotz des neuen Parkplatzes seien immer noch Wünsche offen. Würden diese umgesetzt, könne man den See für Taucher wesentlich attraktiver machen. Sanitäre Anlagen an der Tauchereinstiegsstelle zum Beispiel seien so ein Wunsch, erklärt Brandt. Momentan müssen die Taucher bei den Schwimmern auf die Toilette. Die liegen aber genau auf der anderen Seite der Seebühne. Mit einem wasserschweren Taucheranzug und dem Equipment am Körper kein Weg, den man mal eben schnell geht. Taucherklamotten seien da wie eine Ritterrüstung, weiß der Ausbilder.

Raum zum Aufwärmen fehlt

Auch ein geeigneter Raum, in dem Taucher sich aufwärmen könnten, fehle am See. Im Moment seien die Sportler in der Tauchbasis geduldet, zweckmäßiger wäre laut Brandt aber ein Extraraum mit Bänken, der im Winter beheizbar ist und in dem man sich umziehen könne. Gerade für Frauen wäre das eine große Hilfe, denn sie müssten sich momentan für alle sichtbar am See umziehen.

Auch Spinde zum Einschließen der Wertsachen seien notwendig. „Klar kann man seine Sachen im Auto lassen, aber was macht man dann mit dem elektronischen Autoschlüssel?“ Wird der nass, geht er kaputt. „Eigentlich sind das alles Kleinigkeiten“, fasst Brandt zusammen.

Zumindest in Sachen Extraraum befindet sich Heinz Rehahn in Verhandlungen mit der Tauchbasis. „Irgendwann wird die Blechbüchse wegmüssen.“ Der Bau von Toiletten liegt in weiterer Ferne, denn das wird teuer, sagt Rehahn. Der Bau des Parkplatzes finde Zuspruch, sagt Rehahn. Es solle vorangehen am Blausteinsee und zwar „Step by Step“. Laut Rehahn befinde man sich auf dem richtigen Weg.

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