Blausteinsee-Cup: Peppino und „ein echter Lohner Junge”

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
Zwei von vielen Fleißigen, oh
Zwei von vielen Fleißigen, ohne die der Blausteinsee-Cup nicht möglich wäre: der Vorsitzende Hans Krahe (rechts) und sein Stellvertreter Willi Jansen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Doch, das Stadion am Blausteinsee darf man getrost als sein zweites Wohnzimmer bezeichnen. An manchen Tagen verdichtet sich der Eindruck gar, dass Hans Krahe mehr Stunden auf dem und rund um das saftige Grün in Neu-Lohn verbringt als in den heimischen vier Wänden.

Vor allem in den Tagen vor und während des Blausteinsee-Cups. Der Vorsitzende von Rhenania Lohn, sein Stellvertreter Willi Jansen und viele weitere fleißige Helfer sind ab heute wieder unermüdlich im Einsatz.

„Als wir damals mit dem Turnier begonnen haben, hätten wir nie gedacht, dass es so lange läuft.” Hans Krahe, 64 Jahre alt, schaut bei diesen Worten auch nach 16 Jahren noch leicht ungläubig in Richtung des Lohner Rasenplatzes. Er selbst gehört (natürlich) zu den Gründervätern. Mit Peter Baumann und Elbertus Derksen hatte er damals die Idee. Die Sportanlage war noch recht neu, also musste auch etwas Neues stattfinden. Der Erfolg gibt der Rhenania Recht.

Hans Krahe ist „ein echter Lohner Junge” und seit 1960 im Verein. Er hat nie woanders gelebt und früher auch selbst die Schuhe für die Rhenania geschnürt. „Ich wäre nie von Lohn weggegangen”, sagt er. Seine Position: linker Verteidiger. So wie Paolo Maldini. Der war auch linker Verteidiger und auch immer nur bei einem Verein aktiv.

Aber zurück zum Blausteinsee-Cup. Willi Jansen ist stellvertretender Vorsitzender. Als der Blausteinsee-Cup 1997 Premiere feierte (der Sieger hieß Fortuna Weisweiler), war der 60-Jährige bereits seit 15 Jahren im Verein. 1981 baute Willi Jansen in Neu-Lohn, ein Jahr später schloss er sich der Rhenania an.

Seine Position auf dem Feld: Torhüter. Bis ins Jahr 2000 schnürte er noch die Schuhe für den Verein. Stellvertretender Vorsitzender war er da bereits vier Jahre. Positionen als Jugendtrainer und Trainer der Zweiten Mannschaft hatte er da schon hinter sich. Hans Krahe drückt es wie folgt aus: „Er ist immer aktiv und für alles da.”

Und im vierten Jahr ist er beim Blausteinsee-Cup als Pizzabäcker im Einsatz. Peppino wird er dann von den Lohnern genannt. Zu dem Job als Pizzabäcker ist er eher zufällig gekommen. Willi Jansen kocht leidenschaftlich gerne, Rhenania Lohn bekam vor ein paar Jahren einen Pizzaofen - und schon war Peppino geboren. An beiden Turniersonntagen und am Mittwoch, 25. Juli, können sich die Gäste von Willi Peppino Jansens Kochkünsten überzeugen.

Hans Krahe sagt dann sicher auch nicht nein. Als er 1980 als aktiver Kicker aufhörte, war Hans-Peter Grün Trainer in Lohn. Er überredete Krahe, als Obmann anzufangen. Der Vorsitzende hieß damals Peter Trimborn. 1992 verstarb Trimborn - und hinterließ große Fußspuren.

„Ich habe ihm damals versprochen, die Nachfolge zu übernehmen”, sagt Hans Krahe. Das macht er immer noch mit großer Freude. „Es macht Spaß, mit den jungen Leuten und mit den neuen Trainern zusammenzuarbeiten”, sagt er. Dennoch will er das Zepter irgendwann in jüngere Hände übergeben. Auch er wird dann große Fußspuren hinterlassen.

Auf den Blausteinsee-Cup angesprochen, lächelt er ein wenig. Natürlich hängen viele schöne Erinnerungen daran. So konnte seine Rhenania zweimal den Siegerpokal in den Lohner Himmel stemmen. In den Jahren 2000 und 2005 war das.

Gerade an die Anfänge denkt der Vorsitzende gerne zurück. Bis zum ersten Turniersieg seiner Rhenania gab es nebenher noch ein Beachfußballturnier. Acht Lkw-Ladungen Sand und 100 Strohballen wurden angeliefert, und schon das Zuschauen bereitete eine Menge Freude.

Auch die Open Air Music Night, die sich inzwischen zu einem Publikumsmagneten entwickelt hat, lief eher gemächlich an. „Anfangs standen dort drei Leute, die Musik gemacht haben”, erinnert Krahe sich und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Damals bekam jeder Besucher am Eingang einen Ouzo.” Diese Zeiten sind längst vorbei. Weniger schön sind sie deswegen nicht.

Und ab heute Nachmittag beziehen Hans Krahe, Willi Jansen und die anderen fleißigen Freiwilligen ihr zweites Wohnzimmer wieder häufiger als normalerweise.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert