„Big Point” für die Gesamtschule Eschweiler

Von: ran
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Sieht in der individuellen Förderung schon seit langem einen wichtigen Baustein der Gesamtschule: der Didaktische Leiter Joachim Herzog.

Eschweiler. Im kommenden Jahr besteht die Städtische Gesamtschule Eschweiler seit einem Vierteljahrhundert. Anfangs heiß diskutiert und umstritten, hat sich die Schule am Rande des Stadtwaldes längst etabliert.

Am Freitag konnte nun ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Einrichtung gefeiert werden. Als erste Schule der Indestadt erhielt die Gesamtschule das „Gütesiegel Individuelle Förderung” vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Während der kurzweiligen Feierstunde konnte darüber hinaus die Fertigstellung der Schulbücherei als Lernzentrum bekanntgegeben werden.

„Was heißt eigentlich individuelle Förderung?”, fragte die stellvertretende Schulleiterin Marlene Rüland zu Beginn ihrer Begrüßungsansprache. „Unter anderem, die Selbstständigkeit der Schüler zu stärken, Strukturen schaffen, damit sie von der Entwicklung der Lernziele profitieren, aber auch die sozialen Kompetenzen zu fördern”, gab sie selbst eine Antwort. „Indem wir die Stärken stärken, möchten wir Lernbiographien ohne Brüche gestalten”, nannte Marlene Rüland einen wichtigen Baustein des Schulkonzepts. „Die Verleihung des Gütesiegels zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Der Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben”, schloss sie.

Bürgermeister Rudi Bertram blickte zunächst zu den Anfängen der Gesamtschule zurück: „Ich bin froh, dass die damaligen Entscheidungsträger dieses Projekt in die Tat umgesetzt haben. Es war wichtig für die Stadt.” Auch diejenigen, die damals gegen die Installierung einer Gesamtschule gekämpft hätten, bezweifelten heute nicht mehr, dass diese Einrichtung aus der Eschweiler Schullandschaft nicht mehr wegzudenken sei. „Das Gütesiegel ist nun ein Big Point, ein Pfund, mit dem wir als Stadt für den Erhalt dieses gefestigten Schulstandorts wuchern können”, betonte der Verwaltungschef. Für den Schulpflegschaftsvorsitzenden Christoph Häfner ist das Gütesiegel auch ein Symbol, das zeige, zu welch großen Dingen eine funktionierende Zusammenarbeit von Schülern, Eltern und Lehrern führen könne.

„Die Förderer dieser Schulform hatten Vorstellungen von der Zukunft, von Chancengleichheit und gesellschaftlich übergreifenden Bildungskonzepten. Es darf nicht darauf ankommen, wo ein Kind herkommt, sondern darauf, ihm die Gelegenheit zu einer bestmöglichen Entwicklung, Schulbildung und lebenswerten Zukunft zu geben.”

Auch für Schülersprecher Dustin Momerzheim, der die Gesamtschule seit sieben Jahren besucht, ist klar, dass sich „seine” Schule positiv entwickelt. Als Beispiele für die Förderung sozialer Kompetenzen nannte er unter anderem die Kooperation mit der Erich-Kästner-Schule sowie die Patenschaften, die Oberstufenschüler für jüngere Mitschüler übernehmen. Einen Blick zurück wagte zunächst Lehrerin Julia Recknagel, die seit dem Jahr 2000 für die Bibliothek verantwortlich zeichnet. Damals sei eine Schulbibliothek „noch nicht angesagt” gewesen, der Begriff Lernzentrum habe sich in weiter Ferne befunden. Viele helfende Hände, auch die der Schüler, hätten dazu beigetragen, dies zu verändern. Ebenso seien das Konjunkturpaket II sowie das Engagement der Verantwortlichen bei der Stadt sehr hilfreich gewesen. „Wichtig ist nun, dass ihr Schüler weiterhin die Chancen, die euch dieses Lernzentrum bietet, nutzt”, sprach sie die jüngeren Gäste der Feierstunde direkt an.

Joachim Herzog, Didaktischer Leiter der Gesamtschule, erinnerte daran, dass es die individuelle Förderung an der Gesamtschule schon länger gebe, als sie im Gesetz verankert sei. Besonders dankte er den Schülerinnen Anna Lehnert, Tugba Koc und Anna Schmidt, die innerhalb des Sozialwissenschafts-Kurses der 13. Jahrgangsstufe die Feierstunde organisierten und vorbereiteten.

Das Rahmenprogramm der Feierstunde gestalteten darüber hinaus Schüler der sechsten, siebten und 13. Jahrgangsstufe, die Gedichte, Parodien, einen Rap und vieles mehr präsentierten. Die von Schülern der zehnten Jahrgangsstufe geleitete Arbeitsgemeinschaft Hip-Hop begeisterte auf der Bühne des Pädagogischen Zentrums mit einer Tanzvorführung. „Schüler präsentieren die Schule. So war es bereits während des Besuchs der Prüfer des Schulministeriums”, lobte Joachim Herzog.

Drei Jahre lang darf die Gesamtschule Eschweiler nun das „Gütesiegel Individuelle Förderung”, das in Zukunft nicht mehr vergeben wird, tragen. Ein Nachfolgekonzept wird in Düsseldorf erarbeitet.
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