Eschweiler - Besinnliche Momente weit abseits von Halloween

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Besinnliche Momente weit abseits von Halloween

Von: ran
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Trugen zum Gelingen der Premiere maßgeblich bei: Die von Kantor Gerhard Behrens dirigierten Sänger der „Ökumenischen Nacht der Sinne”. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es war eine Premiere und wurde zu einem Abend in einer ganz besonderen Atmosphäre. Zahlreiche Gläubige folgten am Sonntag der Einladung des „Arbeitskreises Christlicher Kirchen der Eschweiler Innenstadtgemeinden” zur Teilnahme an der ersten „Ökumenischen Nacht der Sinne” in der Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Dort beteten, sangen, musizierten Katholiken, Protestanten sowie die Mitglieder der Freien evangelischen Gemeinde und der Agape-Gemeinde gemeinsam, hörten den Gedanken der anderen zu und entwickelten eigene. Bei dieser mehr als zweieinhalbstündigen Besinnung standen vor allem die Begriffe Licht, Barmherzigkeit und Hoffnung im Mittelpunkt.

Pfarrer Dieter Sommer von der Evangelischen Gemeinde Eschweiler erinnerte am Abend des Reformationstages daran, dass es gerade an diesem Tag nicht schaden könne, „auch einmal auf andere Gedanken zu kommen als Halloween”. Gott habe das Licht in die Welt gebracht und selbst große Finsternis sei machtlos gegen jedes kleine Licht.

„Der Glaube ist Licht, das uns mit hellem Blitz erleuchtet”, so der Geistliche, der auch an die Thesen Martin Luthers erinnerte, mit der dieser bereits vor einem halben Jahrtausend die Kirche wieder in ein neues Licht setzen wollte. „Die Christen zu lehren, den Armen zu geben, ist besser, als Ablass zu kaufen. Damit erkauft man nämlich nicht den Ablass des Papstes, sondern den Zorn Gottes”, verkündete der Mönch am 31. Oktober 1517.

Dieter Sommer zitierte darüber hinaus das Lukas-Evangelium, in dem es heißt, des Leibes Leuchte sei ein Auge. „Uns Menschen durchdringt die Furcht vor dem bösen Blick, aber ein guter Blick erwärmt unser Herz. Ist das Auge böse, ist auch der Leib finster, denn Leib und Seele sind nicht zu trennen.” Die Hoffnungen der Menschen mündeten in dem Satz: „Es werde Licht und es ward Licht.”

Die Suche nach der Barmherzigkeit Gottes sei der Schlüssel, zu sich selbst zu finden, betonte anschließend Dr. Andreas Frick, Pfarrer der Gemeinde St. Peter und Paul, der an die Bergpredigt Jesu erinnerte. „In deren ersten Sätzen zeichnet Jesus ein dezentes Selbstporträt. Erst diejenigen, die arm sind vor Gott, die still werden und irdische Reichtümer als relativ erkennen, sind selig”, interpretierte er.

„Damit zeichnet er das Bild eines Barmherzigen, dessen reines Herz entgiften kann.” Selig seien die, die in der Lage sind, Frieden zu stiften. „Und selig sind die, die immer bereit sind, den ersten Schritt zu tun”, gab er einen Satz des früheren Aachener Bischofs Klaus Hemmerle wieder, um mit einem außergewöhnlichen Blick auf das „Vater unser” zu schließen.

Zuvor brachte Dr. Andreas Frick seine Freude über die gelungene erste „Nacht der Sinne” zum Ausdruck. „Was wir hier heute Abend erleben, übertrifft meine Erwartungen. Nutzen sie diese Nacht zur Spurensuche. Wir Christen haben uns in dieser Stadt gefunden und diese Stadt braucht uns”, forderte er die Gläubigen auf.

Mit sehr persönlichen Worten eröffnete Pastor Christof Lenzen von der Freien evangelischen Gemeinde den dritten und letzten Abschnitt der „Nacht der Sinne”. „Wenn ich gleich nach Hause komme, brennt in unserem Flur ein kleines Licht. Dieses benötigt mein Sohn, um schlafen zu können. Und diesen Spalt von Licht bietet uns das Thema Hoffnung.” Schließlich seien in unserem Leben auch Dunkelheiten aller Art vorhanden.

„Doch das Wort Gottes hat Leuchtkraft. Es möchte Wärme in unsere Dunkelheit bringenn”, erklärte Christof Lenzen. „Es liegt an uns, im Glauben diese Hoffnung zu ergreifen.” Diese Hoffnung gehe über das Lebensende hinaus. So gebe es Zeiten, in denen Christen das Diesseits genommen werde. Doch dies erhöhe die Hoffnung auf das Jenseits.

Die musikalische Leitung der „Ökumenischen Nacht der Sinne” lag in den Händen von Gerhard Behrens, Kantor der Evangelischen Gemeinde Eschweiler. Die Instrumentalisten und Chorsänger trugen zu der besonderen Atmosphäre in der durch Kerzenlicht erhellten Kirche in erheblichem Maß bei. Eine mehr als gelungene erste „Ökumenische Nacht der Sinne”, in der Christen sich suchten und fanden. Fortsetzung folgt. Hoffentlich.
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