Eschweiler - Berufsschüler empfinden mögliche Handicaps von Kunden nach

Berufsschüler empfinden mögliche Handicaps von Kunden nach

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Spannende Praxiserfahrung: Sarah Kupferschläger mit Simulationsbrille für eingeschränktes Sehvermögen erfährt am Regal, wie schwer es ist, mit diesem Handicap die richtige Ware zu finden. Foto: Silke Johnen

Eschweiler. Auch die neue Prüfungsordnung für Auszubildende im Einzelhandel legt neben der notwendigen Aktualisierung im Hinblick auf Digitalisierung und Onlinehandel weiterhin Wert auf die Stärkung von Handlungskompetenz. Was heißt das im täglichen Geschäftsleben?

Die Kunden und die Einzelhandelsunternehmen wünschen Verkäufer, die absolut zufriedenstellend mit jeder Verkaufssituation von der Beratung bis zum Umtausch umgehen können. Der Weg dahin wird während des Unterrichts in den Unter- und Mittelstufenklassen der Verkäuferausbildung des Bildungsganges Einzelhandel im Berufskolleg Eschweiler weitgehend selbstständig von den Auszubildenden sowohl in der Theorie als auch in praktischen Rollenspielen vor laufender Kamera erprobt.

Typische Krankheitsbilder

„Das ist das täglich Brot“ sagt Bildungsgangleiterin Manuela Rynio. „Die Schüler lernen zum Beispiel den Umgang mit unsicheren, mit jungen und älteren Kunden, so wie sie es alltäglich im Geschäft erleben.“ Darüber hinaus erweitern die Auszubildenden ihre Kompetenzen und Motivation mit der Teilnahme an Projekten inner- und außerhalb der Schule.

Im Rahmen des Themas „Verkaufssituationen mit älteren Kunden“ besuchte die Mittelstufenklasse WEH 16 C das Projekt Lernladen des benachbarten Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung in Aachen. Dort erhielten die Auszubildenden die Möglichkeit, typische Krankheitsbilder älterer oder gehandicapter Kunden, mit denen sie in ihrem Arbeitsleben täglich konfrontiert werden können, in Simulationen nachzuempfinden und zu verstehen.

Patrick Dohmen, Vorsitzender des Vereins Europäisches Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit (EUKOBA), ließ die Schüler mit speziell gefertigten Geräten klassische Einkaufssituationen von Menschen mit Behinderungen simulieren und nachstellen.

Eines dieser beeindruckenden Geräte ist ein Spezialhandschuh, mit dem zittrige Hände nachempfunden werden können. Man erfährt, wie schwierig es ist, etwas zu lesen oder aus dem Regal zu greifen. Der Schüler Alexander Völtz hatte zunächst die Lacher auf seiner Seite, betonte aber nach dem Ablegen der Handschuhe: „Ich war froh, dass meine Hände danach wieder ruhig waren.“ Weitere Geräte führten zur Einschränkung der Sehfähigkeit und Bewegungsfähigkeit. Sarah Kupferschläger empfand nach diesem Training: „Jetzt kann ich manches nachvollziehen und viel besser auf meine Kunden eingehen.“

„Kompetenzgewinn“

Das Fazit von Silke Johnen, stellvertretende Bildungsgangleiterin, die die Auszubildenden begleitet hatte: „Hier wird spielerisch Wissen vermittelt und dadurch die Interessen der Betroffenen berücksichtigt. Hierzu zählen neben Senioren auch Menschen mit Behinderungen. Für unsere Auszubildenden ein Kompetenzgewinn.“

Auch für den Schulleiter des Berufskollegs Eschweiler, Thomas Gurdon, ist entscheidend: „Die Menschen werden immer älter und das ist gut so. Für den stationären Einzelhandel ist das eine große Chance mit emotionaler Kompetenz auf die Bedürfnisse dieser wachsenden Zielgruppe einzugehen und zum Handel im Internet eine kundengerechte Alternative anzubieten.“

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