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Bernd Stelter: Lachen und Weinen gehören zu seinem Job dazu

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
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Als Comedian möchte Bernd Stelter nicht bezeichnet werden. Vielmehr sieht sich der Künstler, der Anfang Mai in Eschweiler gastiert, als Komiker. Foto: Marius Becker/dpa

Eschweiler. Bernd Stelter ist in der Indestadt kein unbeschriebenes Blatt. Vor allem aus der RTL-Show „Sieben Tage, sieben Köpfe“ und natürlich auch aus dem Karneval kennt man den Künstler, der sich mit Liedern wie „Ich hab‘ drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär“ und „Mahatma“ in die Herzen seiner Fans sang. Am 4. Mai wird er mit seinem aktuellen Programm, das den Titel „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte“ trägt, in der Weisweiler Festhalle zu Gast sein.

Doch Stelter ist mehr als nur ein Komiker. Er ist Sänger, Moderator und – was viele bislang nicht wissen – auch Autor. Im Interview erklärt er, warum er sich selbst nie als Comedian beschreiben würde und verrät, welches Projekt nach seiner Tour ansteht.

Herr Stelter, am 4. Mai sind Sie mit Ihrem aktuellen Programm in Eschweiler zu Gast. Waren Sie zuvor schon einmal in der Indestadt? Wie haben Sie das Publikum dort erlebt?

Stelter: In Eschweiler war ich schon mit zwei Programmen. Das Publikum ist super. Es hört ein kleines bisschen mehr zu und das passt ganz gut.

Ihre Tour führt Sie unter anderem auch nach München, Dresden und Potsdam.

Stelter: Genau. Ich bin bundesweit unterwegs. Die meisten Leute aus dem Rheinland kennen mich aus dem Karneval und denken ich trete nur in Köln oder höchstens in Koblenz auf. Das ist aber nicht so. Ich bin auch in Berlin ausverkauft und da kennt mich niemand als Karnevalist.

Herrscht dort ein anderer Humor als im Rheinland?

Stelter: Ja klar. Im Osten hören die Leute gut zu, weil sie jahrelang darauf gedrillt wurden, die Pointen zwischen den Zeilen zu erkennen und das klappt auch heute noch ganz gut. Die Schwaben sind wieder anders. Sie zählen die Pointen mit und rechnen gleichzeitig, ob sich das Eintrittsgeld gelohnt hat und im Norden klatschen die Leute drei Mal in die Hände und warten darauf, dass es weitergeht. Jubel und lautes Klatschen kennt man dort nicht so, aber mittlerweile ist es besser geworden (lacht).

Kommen wir zu Ihrem aktuellen Programm. Das trägt den Titel „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte“. Worum geht es in diesem?

Stelter: Das ist das einzige Programm in ganz Deutschland, das pro Ehe ist. Man sagt ja immer, dass Männer und Frauen nicht zusammenpassen, aber sie passen sehr gut zusammen. Ich habe vor kurzem Silberhochzeit gefeiert und es war mir ein inneres Bedürfnis, ein Programm über die Ehe zu machen. Einige Leute finden es cool, über ihre Lebensabschnittsgefährtin zu reden, aber ich bin gerne verheiratet.

Mit welchen Sorgen müssen Sie sich denn auseinandersetzen, die Sie vor der Ehe nicht kannten?

Stelter: Man hat relativ wenig Sorgen, aber es gibt welche. Mit meinem Programm bin ich seit vorigem Jahr auf Tour, danach muss ich mir etwas Neues überlegen. Dann ist es eine Katastrophe mich auszuhalten. Als ich dieses Programm geschrieben habe, war ich mit den Nerven total am Ende. In dieser Zeit unterstützt mich meine Frau. Als die Kinder aus dem Haus waren, musste meine Frau eine neue Aufgabe für sich finden. In dieser Zeit habe ich sie unterstützt. Eigentlich müsse mein Programm heißen „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte. Nur wer die Sorgen anderer teilt, wird ein glücklicher Mensch“, aber das hätte nicht aufs Plakat gepasst.

Können Sie noch ein wenig mehr über das Programm verraten? Wird es nur um die Ehe gehen?

Stelter: Das Grundthema ist die Ehe, aber aus vielen verschiedenen Blickwinkeln. Ich spiele zum Beispiel einen Standesbeamten, der beim Kongress der Standesbeamten spricht, einen Sauerländer Bauern, der eine Festrede zur Silberhochzeit hält und einen 14-, 15-jährigen Hip-Hopper, der nur Jugendsprache redet. Es wird ein spannender Streifzug durch die Ehe und das Heiraten und natürlich gibt es auch Lieder.

Welche Rolle spielt die Musik in Ihrem Programm?

Stelter: Ich habe sieben Lieder im Programm. Meiner Meinung nach kann man in drei Minuten mehr Geschichten erzählen als in einem Prosatext.

Sie sind ja auch Künstler zum Anfassen. Gibt es nach der Show dann auch noch Autogramme?

Stelter: Auf jeden Fall. Ich werde im Foyer solange Autogramme schreiben und Fotos machen bis jeder eins hat. Ich finde, das gehört einfach zum Eintrittspreis dazu. Für mich ist diese Zeit aber auch besonders spannend. Da lerne ich doch mehr über den Abend, als wenn ich irgendwo an einer Hotelbar sitze. Das ist mir sehr wichtig.

Oft werden Sie als Comedian bezeichnet. Wer Ihre Internetseite liest, stellt aber schnell fest, dass Sie das gar nicht sein wollen. Warum nicht?

Stelter: Ich bin kein Comedian, das würde mir nicht reichen. Ich finde, dass es auch langweilig ist, wenn man den ganzen Abend nur lacht. Man muss sich auch mal zurücklehnen und vielleicht das eine oder andere Tränchen verdrücken können. Meiner Meinung nach bin ich nicht nur kein Comedian, sondern auch kein Kabarettist. Dann müsste ich ja auch über Tagespolitik reden, aber das brauche ich nicht. Nennt mich von mir aus Komiker, das waren Heinz Erhardt und Loriot auch. In dieser Reihe halte ich mich gerne auf.

Nun stehen Sie nicht nur auf der Bühne, sondern sind unter anderem auch Autor. Ihr neustes Werk „Der Killer kommt auf leisen Klompen“ ist gerade erst erschienen.

Stelter: Ganz genau. Ich bin sogar ein Vielschreiber, das ist schon mein fünftes Buch und mein zweiter Camping-Krimi. Es spielt auf einem Campingplatz in Middelburg – da war ich erst zu Ostern wieder – und es ist ein komplizierter Fall. Eine tote Frau wird gefunden und meine Hauptfigur Piet van Houvenkamp muss ermitteln, bevor alle abreisen. Das ist ein großer Spaß. Im Moment bin ich noch auf Lesereise

Was macht Ihnen mehr Freude?

Stelter: Das ist schwer zu sagen. Ich kann ja zwei Dinge: schreiben und das, was ich schreibe, auf der Bühne darstellen. Dafür kann ich zum Beispiel keine Steuererklärung machen, das tue ich dann auch nicht. Ich komme langsam in ein Alter, in dem man sich vorstellen kann, ein Drittel weniger auf der Bühne zu stehen und dafür ein Drittel mehr zu schreiben. Die Abwechslung macht mir Spaß. Wenn ich im Karneval drin bin, macht der mir Spaß.

Wenn Aschermittwoch ist, bin ich aber auch froh, dass er wieder vorbei ist und meine Lesereise kommt und danach freue ich mich auf die Tour. Ich habe das Privileg, dass ich Spaß an meinen verschiedenen Jobs habe. Ich arbeite wirklich viel und gerne und wenn ich auf eine Sache keine Lust mehr habe, geht die andere zum Glück schon los (lacht).

Welche Projekte stehen in Zukunft an?

Stelter: Wenn meine Tournee Ende Juli vorbei ist, dann werde ich wieder nach Holland in meinen Wohnwagen fahren, den Laptop aufklappen und den dritten Fall schreiben. Die Idee dafür ist da, eigentlich könnte ich schon loslegen.

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