Bei der VHS gibt es immer wieder Überraschungen

Von: Andreas Gabbert und Doris Kinkel-Schlachter
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Deutsch als Fremdsprache: Dies
Deutsch als Fremdsprache: Diese Kurse sind bei der Volkshochschule besonders gefragt. Bei Vjera Miladinovic lernen die Teilnehmer auch die deutsche Grammatik. Foto: Doris Kinkel-Schlachter

Eschweiler. Die Volkshochschule hat die Zahlen für das Jahr 2011 vorgelegt. Demnach erzielte die Bildungseinrichtung im vergangenen Jahr Einnahmen in Höhe von 814.486 Euro. 47 Prozent der Einnahmen flossen über die von den Teilnehmern zu zahlenden „Leistungsentgelte” in die Kasse, das entspricht 387.075 Euro.

Die Stadt Eschweiler schießt 261.473 Euro hinzu und trägt damit 32 Prozent des VHS-Haushalts. 19 Prozent bzw. 153.495 Euro brachten die Zuweisungen des Landes NRW ein. Weitere 12.443 wurden durch Werbung und Sponsoren eingenommen. Das entspricht einem Anteil von zwei Prozent. „Wir sind auf diese Zuschüsse angewiesen, weil der Bürger sonst die Unterrichtstsunden nicht bezahlen könnte”, sagt Verwaltungsleiterin Marita Donnay.

Den größten Anteil der Ausgaben - nämlich 46 Prozent - gab die Volkshochschule für das hauptamtliche Personal aus. Dieser belief sich im Jahr 2011 auf 375.531 Euro. Für Honorare der nebenberuflichen Dozenten wurden 252.125 Euro ausgegeben (31 Prozent). Für innere Verechnungen - das sind zum Beispiel Dienstleistungen des Rathauses und Abschreibungen - wurden 103.125 Euro veranschlagt (13 Prozent). Die Geschäfts- und Sachausgaben schlagen mit 46.306 Euro zu Buche (6 Prozent). Die Kosten für die EDV betrugen 18.522 Euro (6 Prozent). Für Lehrmaterial wurden 9998 Euro ausgegeben (1 Prozent) und für kalkulatorische Kosten - das sind Kosten, denen kein direkter Aufwand gegenübersteht - 8879 Euro (1 Prozent). „Wir versuchen als VHS, der Stadt möglichst wenig auf der Tasche zu liegen, in dem wir die Ausgaben so gering wie möglich halten, schließlich trägt der städtische Haushalt unser Defizit”, sagt der Leiter der Volkshochschule, Hans-Werner Schmidt. Deswegen sei die Betriebsabrechnung auch eine Vollkostenrechnung wie bei einem Unternehmen, bei der alle Kosten bezeichnet und transparent dargestellt werden müssen, erläutert Marita Donnay.

Von insgesamt 8580 Teilnehmern zahlten im vergangenen Jahr 7841 (92 Prozent) den vollen Betrag. 739 Personen kamen in den Genuss von Ermäßigungen, wodurch die Volkshochschule Mindereineinahmen in Höhe von 48.955 Euro zu tragen hat. Die Zahl der Nicht-Vollzahler ist laut Marita Donnay höher geworden, „mehr Leute schauen danach, wie sie Gebühren einsparen können, natürlich auch bei VHS-Kursen”.

Integration, Gesundheit, Sprachen

Die meisten Unterrichtsstunden (4112 Stunden / 36 Prozent) wurden im Fachbereich der Integration erteilt, gefolgt von Gesundheitskursen (2696 Stunden / 24 Prozent) und den Sprachen (2265 Stunden / 20 Prozent). Insgesamt wurden 11.348 Unterrichtsstunden erteilt. Hans-Werner Schmidt prognostiziert einen Rückgang der Deutschkurse: „Bei uns ist es noch nicht der Fall, aber von anderen Volkshochschulen wird mir berichtet, dass die Nachfrage sinkt. Wir werden für die nächsten Jahre zwar noch viel zu tun haben - Fremdsprachen und Deutsch als Fremdsprache machen 50 Prozent des Unterrichtsvolumens aus -, aber es ist absehbar, dass die Nachfrage nach Deutsch als Fremdsprache mittelfristig zurückgehen wird.”

Offen für Neues

Die meisten Teilnehmer an den Kursen der Volkshochschule sind zwischen 35 und 49 Jahre alt. Ihr Anteil an der gesamten Teilnehmerzahl beträgt 25 Prozent. Es folgt die Gruppe der 50- bis 64-Jährigen mit 20 Prozent vor den 25- bis 34-Jährigen mit 10 Prozent. Der Anteil der über 65-Jährigen beträgt 15 Prozent. Wenig Interesse zeigten die 18- bis 24-Jährigen mit einem Anteil von 3 Prozent, die Jugendlichen mit 2 Prozent und die Kinder mit 1 Prozent. „Das ist auch ganz natürlich, da wir an sich eine Einrichtung der Erwachsenenbildung sind. Kinder sind willkommen, werden aber nicht durch gezielte Werbung unsererseits angesprochen, sondern kommen ?en passant mit ihren Eltern zu bestimmten Veranstaltungen, von denen sie sich angesprochen fühlen, mit”, erklärt der 63-Jährige. „Deswegen haben wir auch nur ganz wenige Angebote für Kinder”, fügt Marita Donnay hinzu.

Dagegen sieht der potenzielle Teilnehmer bei vielen Angeboten der VHS den Zusatz „in Kooperation mit...”, denn die Schule legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Vereinen und Institutionen. Hans-Werner Schmidt: „Wir haben ein tolles Angebot vor Ort, darüberhinaus sind uns die Kooperationen sehr wichtig, weil wir dadurch noch mehr anbieten und uns natürlich auch die Kosten teilen können - das ist ganz klar eine Finanzierungsfrage.” Schmidt ist seit 34 Jahren an der VHS tätig und freut sich über die ständige Bewegung. „Es gibt immer noch Überraschungen, man muss offen sein für Neues”, betont der Leiter.
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