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Bei Clueso sind am Schluss alle Gewinner

Von: Patrick Nowicki
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Bestens gelaunt: Clueso spielte am Mittwoch auf der Marktbühne ein über eine Stunde dauerndes „Kurzkonzert“ bei freiem Eintritt. Foto: Patrick Nowicki
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Über 2000 Menschen feierten den Auftritt von Clueso in Eschweiler und spendeten für die Aktion Lichtblicke der NRW-Lokalradios. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Charmant lächelnd, locker und höflich im Gespräch, bestens gelaunt auf der Bühne – einen solchen Typen hätte wohl jeder gerne als Schwiegersohn. Thomas Hübner zählt in jedem Fall zu dieser Kategorie. Und er kann darüber hinaus auch noch Massen mit seinen Liedern begeistern. So geschehen am frühen Mittwochabend auf dem Eschweiler Marktplatz, wo er unter seinem Künstlernamen Clueso eigentlich ein Kurzkonzert geben wollte, sich letztlich aber mit seinem Schlagzeuger und Mitgitarristen Tim Neuhaus über eine Stunde lang durch seine Hits spielte und über 2000 Menschen bei klirrender Kälte erwärmte.

Starallüren sind dem 36-Jährigen fremd. Dabei hat er durchaus große Chancen, heute Abend wieder eine Auszeichnung in Empfang zu nehmen, die unter Musikern eine große Bedeutung genießt und die er schon gewinnen hat: die Eins-Live-Krone. Auch mit ganz Großen der Branche stand er schon auf der Bühne. Udo Lindenberg zum Beispiel, mit dem er „Cello“ sang. Mittwochabend stimmte er dieses bekannte Lied als zweites seiner spontan zusammengestellten Setlist an und die Menschen sangen lauthals mit.

Für den guten Zweck

Seine CD „Neuanfang“ sprang im Oktober kurz nach Erscheinen auf Platz 1 der deutschen Charts. Man könnte meinen, der Erfurter sei auf Promotion-Tour. Stattdessen befindet er sich auf Mission für eine gute Sache: die Aktion Lichtblicke der NRW-Lokalradios, zu denen auch Antenne AC zählt.

Der Lokalsender mit Sitz in Merzbrück feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen und holte das Konzert nach Eschweiler, wo es letztlich von Kulturmanager Max Krieger veranstaltet wurde. Während Clueso auf der Bühne spielte, gingen Helfer der Aktion Lichtblicke durch die Reihen und sammelten für Menschen in NRW, die unverschuldet in Not geraten sind.

Soziale Themen sind Clueso keineswegs fremd, so ging er gegen die Pegida-Bewegung auf die Straße und verbrachte eine Zeit in Äthiopien, aber bei seinen Konzerten und in seinen Liedern will er sich auf die Musik konzentrieren und den Menschen ein gutes Gefühl geben. „Der politischste Satz in meinen Songs ist, dass alle am Leben bleiben wollen und alle am Meer, das reicht dann auch schon als Statement“, sagte er kurz vor dem Auftritt am Fuße der St.-Peter-und-Paul-Kirche.

Über eine Stunde lang unterstrich er mit seinem Freund und langjährigen Mitmusiker Tim Neuhaus, welche Mission er verfolgt: Er will mit seiner Musik Menschen erreichen und gute Laune vermitteln. Zwei Gitarren, ab und zu nur eine Gitarre plus Schlagzeug – dies genügte am Abend, um den gesamten Markt in Bewegung zu setzen. Dem Start mit „Freidrehen“ folgte das beschriebene „Cello“.

Eifrig mischte er Titel älterer Alben wie „Chicago“ mit neuen Songs wie „Neuanfang“. Mit „Fanpost“ von seiner ersten Scheibe „Gute Musik“ verabschiedet er sich zunächst von seinen Fans, die natürlich lautstark eine Zugabe forderten. Die kam prompt. „Barfuß“ sollte jedoch nur der Wegbereiter fürs Finale sein, das seinem bisher größten Hit vorbehalten war: „Gewinner“.

Während Clueso und Tim Neuhaus endgültig den Stecker aus ihren Gitarren zogen, runter von der Bühne zu den Zuschauern gingen und schließlich Richtung Schnellengasse verschwanden, sangen die Menschen weiter. Gewinner waren am Mittwoch irgendwie alle: die zahlreichen Zuschauer, die Aktion Lichtblicke und letztlich auch Clueso selbst, der mächtig Werbung in eigener Sache machte. „Die Menschen waren total cool drauf“, freute er sich auch anschließend. Anstrengend sei es auch gewesen. Aber nicht, weil ihm die Musik schwergefallen ist, vielmehr ließen sich die Gitarrenakkorde bei Temperaturen unter Null schwer greifen.

Während auf dem Marktplatz bereits die Aufräumarbeiten im vollen Gang waren und sich einige Zuschauer noch in den anliegenden Gaststätten aufwärmten, machte der Erfurter noch immer nicht Schluss. Geduldig posierte er mit Fans für deren Familienalbum. Irgendwann einmal werden sie von der Begegnung mit dem Musiker und Songwriter erzählen. In ein Paar Jahren.

Was Clueso dann macht? „Ich habe fast alles erreicht, bin sehr zufrieden und denke nur noch in Halbjahresabschnitten“, verriet er. Zunächst wird er aber heute vielleicht ausgezeichnet. Danach steht die Fortsetzung seiner Tour durch die Clubs der Republik und für die Aktion Lichtblicke an. Ob es ein Wiedersehen mit Eschweiler gibt? Hoffentlich.

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