Eschweiler - Behördenauflagen zu Rosenmontag: Paragraphen stören Jecke

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Behördenauflagen zu Rosenmontag: Paragraphen stören Jecke

Von: ran
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Auch in der Schlusssitzung in der Pole-Position: Prinz Stephan II. (vorne rechts) und Zeremonienmeister Hans-Leo Arnold (vorne links) vor Männ Dohmen, Michael Römer, Manfred Wienands, Norbert Weiland, Dieter Wolf, Walter Münchow, Rudi Bertram und Dr. Gero Rhiem. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Ihr habt wirklich alle Indestädter an eurem ,Rennen teilnehmen lassen und wart ein Prinzengespann, wie wir es uns in Eschweiler wünschen.” Großes Lob spendete Norbert Weiland, Präsident des Karnevals-Komitees der Stadt Eschweiler, während der Jahresschlusssitzung am Dienstagabend im Talbahnhof an Stephan Lenzen und Hans-Leo Arnold, die als Prinz und Zeremonienmeister die vergangene Session maßgeblich geprägt hatten.

Auch ansonsten herrschte beim Rückblick auf die „fünfte Jahreszeit” (fast) ausschließlich Sonnenschein. „Hinter uns liegt eine erfolgreiche Session mit Kaiserwetter an den Karnevalstagen, allerdings auch mit Sicherheitsauflagen am Rosenmontag, die uns an die Grenzen der Belastbarkeit brachten”, sagte Norbert Weiland.

Einen detaillierten Jahresbericht lieferte anschließend Komitee-Zekretär Michael Römer ab. „Er geht zu keiner Veranstaltung ohne sein Notizbuch, ihm entgeht also nichts”, ließ Norbert Weiland die Zuhörer wissen. Neben vielen lustigen Anekdoten vergaß Römer jedoch nicht, an die Fastelovendsjecken zu erinnern, die in den vergangenen zwölf Monaten von uns gingen. „Der Abschied von Max Vankuch ist uns allen noch im Gedächtnis. Der Ex-Prinz verstarb als Ehrenmitglied ?seiner Blauen Funken sowie als Mitgründer der Narrenzunft im Alter von 95 Jahren, nachdem er noch auf zahlreichen Veranstaltungen der vergangenen Session zugegen war”, bat der Zekretär um eine Gedenkminute.

Zahlreiche Jubiläen

Darüber hinaus erinnerte er an so manches Jubiläum, das die Session 2010/2011 mit sich brachte. So wurden das Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler vor 80 Jahren ins Leben gerufen und die diesjährige Prinzengesellschaft der KG Narrenzunft vor 75 Jahren gegründet. Seit 3x11 Jahren wird im nordfranzösischen Wattrelos Karneval gefeiert, während der „Tag des Karnevals” die Indestädter seit 25 Jahren erfreut.

Richtungsweisend für die erfolgreiche Session sei aber nicht zuletzt der 22. Oktober gewesen: „Bei der Prinzenwahl entschied der Wahlausschuss über das Schicksal der Stadt und der Eischwiele Fastelovend”, sagte Michael Römer augenzwinkernd. Und offensichtlich war es eine gute Wahl, „denn bereits bei der Proklamation am 29. Januar startete Prinz Stephan II. aus der Pole-Position und war von da an während seiner Regierungszeit überall präsent, um dem närrischen Volk Freude zu bereiten und sich von ihm huldigen zu lassen”, so die Bilanz des Zekretärs.

„Ihr habt viel investiert, euren Traum gelebt und den Eschweiler Karneval unvergesslich und würdig über die Stadtgrenzen hinaus vertreten”, ergänzte Norbert Weiland in Richtung des Prinzengespanns, ohne alle anderen Jecken zu vergessen. „Die Eischwiele Fastelovend bietet viele menschliche Geschichten, keine sterile Perfektion, die Fernsehsitzungen vorbehalten ist. Der Dank gilt allen, die in dieser Hinsicht ehrenamtlich tätig sind.”

Dabei vergaß der Vorsitzende nicht zu erwähnen, dass zwei Urgesteine des Eschweiler Karnevals in der vergangenen Session einen völlig neuen Arbeitsbereich kennengelernt haben. „Männ Dohmen und Franz-Josef Dittrich haben als Kommentatoren des Rosenmontagszugs, der durch die Übertragung von ?Center TV erstmals in kompletter Länge im Fernsehen zu sehen war, erstklassige Arbeit abgeliefert.”

In puncto Sicherheit funktioniere das im Jahr 2010 erarbeitete Konzept der noch engeren Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen des Komitees, der Polizei, des Ordnungsamts sowie der Hilfsorganisationen. Problematisch seien jedoch die immer höher werdenden Auflagen der Behörden im Hinblick auf den Rosenmontagszug. „Vor allem, wenn diese erst Mittwochs vor Rosenmontag bekannt werden”, kritisierte Norbert Weiland. Bürgermeister Rudi Bertram warb um Verständnis: „Seit der Katastrophe während der Love-Parade in Duisburg stehen wir gewaltig unter Druck.” Dennoch versprach der Verwaltungschef, den Eschweiler Karneval finanziell weiterhin, so gut wie es die Haushaltslage eben zulasse, zu unterstützen.

Komitee-Ehrenmitglied Männ Dohmen hatte zuvor die Entlastung des Vorstands beantragt, die einstimmig beschlossen wurde. „Ich danke dem geschäftsführenden Vorstand um Norbert Weiland, Manfred Wienands, Walter Münchow, Michael Römer, Dr. Gero Rhiem und Dieter Wolf, die andere mit Orden und Honeurs überhäufen, selbst aber nur selten Beifall erhalten”, betonte Männ Dohmen.

Bevor Seine Tollität Prinz Stephan II. noch einmal das Wort ergriff und ein symbolisches Rennen durch seine Session fuhr, galt der Blick bereits der bevorstehenden Session 2011/2012: Dann lautet das Motto des Rosenmontagszugs „Bonkte Plute on jecke Tön - mache Eischwiele su schön”.
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