Eschweiler - Beerdigungen kosten bald deutlich mehr

Beerdigungen kosten bald deutlich mehr

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler. Bestattungen werden im nächsten Jahr in Eschweiler deutlich teurer. Zwar wird der Rat erst in seiner morgigen Sitzung eine Entscheidung treffen, allerdings besteht kaum Handlungsspielraum. Die Stadt ist nämlich gehalten, Gebührenhaushalte mindestens kostendeckend zu gestalten. Dies war in den vergangenen Jahren beim Friedhofswesen nicht der Fall. Jetzt fließen die Gesamtkosten in die Gebührenberechnungen ein und führen dazu, dass das Doppelwahlgrab ab dem 1. Januar 2013 fast doppelt so viel kostet wie zuvor.

Mehrere Aspekte trugen zu dieser Entwicklung bei: Zum einen steigt die Tendenz zu Urnenbeisetzungen. Drei von vier Beerdigungen werden inzwischen auf diesem Wege vorgenommen. Diese Bestattungsform ist günstiger und spült damit weniger Geld in die Kasse. Gleichzeitig ist die Zahl der Beerdigungen gesunken. War die Stadtverwaltung bei der letzten Kalkulation im Jahr 2007 von 430 bis 450 Bestattungen pro Jahr ausgegangen, so waren es in den vergangenen Jahren deutlich weniger. Im Jahr 2009 zählte die Stadt gerade einmal 332 Fälle. Allerdings stieg die Zahl in den Folgejahren wieder, sodass die aktuelle Berechnung 425 Bestattungen zugrunde legt.

Manche Bestattungsformen werden im nächsten Jahr doppelt so teuer sein (siehe Grafik). Vor allem die Erdbestattung wird kostspielig. Allerdings entscheiden sich auch immer weniger Menschen für diese Form. Die Verwaltung rechnet mit nur 66 Sargbestattungen pro Jahr. Wer sich für ein Doppelwahlgrab entscheidet, muss bald 6395 Euro für das sogenannte Grabnutzungsrecht berappen. Bisher waren es 3300 Euro. Auch die Kosten für das Einzelwahlgrab steigen deutlich: von 2460 auf 3630 Euro. Hinzu kommen noch die Bestattungsgebühren für eine Erdbestattung, die um 154 auf 544 Euro steigen. Dagegen wirken die Verteuerungen bei den Urnengräbern (Urnenreihengrab plus 70 Euro und Urnenreihengrab amerikanisch plus 205 Euro) eher günstig.

Wer die Grabnutzungsrechte verlängern möchte, der sollte schnell handeln, denn auch dort steigen die Kosten gewaltig: Bei einem Einzelwahlgrab lag die jährliche Summe bisher bei 30 Euro, ab dem 1. Januar sind für jedes Jahr das Dreifache und damit 90 Euro zu überweisen. Ähnlich verhält es sich bei einem Doppelwahlgrab, dessen Verlängerung von 60 auf 215 Euro pro Jahr steigt. Das Achtfache ist bei einem Urnenwahlgrab fällig: statt 10 Euro bald 80 Euro.

Die Nutzungsdauer für ein Urnen-, Kammerwahl- und Kindergrab liegt bei 20 Jahren. Alle übrigen Gräber sind auf 30 Jahre Nutzung ausgelegt. Wer sein Nutzungsrecht früher abgeben möchte und damit die Grabpflege an die Friedhofsverwaltung übergibt, der muss ebenfalls tiefer als bisher in die Tasche greifen. Bei einem Erd­reihengrab sind es statt bisher 16,80 Euro pro Jahr ab dem 1. Januar 39 Euro. Bei einem Doppelgrab macht sich die Erhöhung deutlicher bemerkbar: Dann müssen nämlich 144 Euro statt der bisher 44,80 Euro pro Jahr überwiesen werden.

Die Friedhofsgebühren werden nach den tatsächlichen Kosten berechnet. So geht die Verwaltung davon aus, dass in diesem Jahr etwa 1,5 Millionen Euro zu decken sind. Darin enthalten ist die Pflege und Unterhaltung der Friedhöfe mit 868.400 Euro, die von den Wirtschaftsbetrieben Eschweiler (WBE) übernommen wird. Die Bestattungen selbst kosten 139.000 Euro. Etwa 20.000 Euro kalkuliert die Verwaltung für die Unterhaltung und Pflege der Leichenhallen. Unter sonstige Sachkosten fällt auch die Abfallsbeseitigung: 23.800 Euro sind dafür vorgesehen.

Die Friedhofsgebühren haben schon länger die Kosten nicht mehr gedeckt, sodass die Kommunalaufsicht in diesem Jahr darauf bestanden hat, die Liste zu überarbeiten, um unter dem Strich schwarze Zahlen zu schreiben.

Der Stadtrat wird in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch über die Gebühren entscheiden. Handlungsspielraum ist kaum vorhanden. Ansonsten müsste nämlich an anderer Stelle der Rotstift angesetzt werden.

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