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Azubis in der Metallindustrie? Kaum!

Von: Nina Lessenich
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Heißer Job: In der metallverarbeitenden Industrie gibt es in Eschweiler 680 Beschäftigte, aber nur einen Azubi. Und der arbeitet im kaufmännischen Bereich. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Das Ausbildungsjahr 2014 hat am 1. August begonnen. 391 junge Eschweiler starteten an diesem Tag in das Berufsleben. Kaum Auszubildende konnten jedoch in der Metallindustrie beginnen.

„Grundsätzlich ist der Ausbildungsmarkt in Eschweiler relativ unauffällig“, berichtet Klaus Jeske von der Agentur für Arbeit Aachen-Düren. In diesem Jahr gab es 454 neue Bewerber aus Eschweiler, das seien 31 Bewerbungen mehr als im Vorjahr. Dieses Mehr an Bewerbern sei vor allem dem doppelten Abiturjahrgang geschuldet. „Viele der Abiturienten aus dem doppelten Jahrgang haben sich erstmal ein Jahr Auszeit genommen und fangen deshalb erst in diesem Jahr mit ihrer Ausbildung an“, sagt Jeske.

Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe sei dennoch in den meisten Branchen gleich geblieben. 2013 hätte es nach eigentlichem Ausbildungsbeginn noch 40 freie Stellen gegeben, in diesem Jahr seien es 49. Das seien nur unwesentlich viele freie Ausbildungsplätze mehr. Nichtsdestotrotz gäbe es natürlich leichte und schwere Branchen, wenn es um Ausbildungsplätze geht.

Laut Martin Peters, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Stolberg, sei die Metallindustrie eine solche Branche. Die drei führenden Betriebe in der Region sind die Elektrowerk Weisweiler GmbH, die Albert Hoffmann GmbH sowie die ESW Röhrenwerke GmbH. „Diese drei großen Betriebe kommen insgesamt auf etwa 650 Mitarbeiter und bilden in diesem Jahr lediglich einen neuen Auszubildenden aus“, sagt Peters.

Die Albert Hoffmann GmbH wollte zu der aktuellen Ausbildungssituation in ihrem Unternehmen auf Anfrage keine Stellung nehmen, das Elektrowerk Weisweiler sowie die ESW Röhrenwerk GmbH verwiesen auf mangelnde Kapazitäten, um weitere Auszubildende in den Betrieb einzugliedern. „Wir bilden in diesem Jahr einen Auszubildenden im kaufmännischen Bereich aus, für weitere Auszubildende fehlen die Kapazitäten“, erläutert ein Sprecher der Elektrowerke Weisweiler GmbH.

Probleme damit, ihre ausgeschriebenen Ausbildungsplätze zu besetzen, scheinen die Unternehmen in Eschweiler jedoch nicht zu haben. Das Ausbildungszentrum Weisweiler der RWE Power AG konnte seine 43 ausgeschriebenen Stellen planmäßig zum 18. August besetzen, auch die Energie- und Wasserversorgung GmbH sowie die Raiffeisen-Bank Eschweiler starteten zum Ausbildungsbeginn planmäßig mit vollbesetzten Stellen.

Auf die aktuell noch 49 freien Ausbildungsplätze in Eschweiler kommen laut Klaus Jeske derzeit noch rund 63 Bewerber, die noch keinen Platz bekommen haben. „Da geht noch was,“ erklärt Jeske. „Wer noch keinen Platz hat sollte jetzt Alternativen checken und am Ball bleiben.“

Freie Stellen für Bewerber gäbe es noch in nahezu allen Branchen, gesucht würden genauso Auszubildende im Bau-, Gesundheits- und Sozialwesen, als auch in der Gastronomie und im Lebensmittelhandwerk. „Wir rufen alle jungen Leute, die noch keine Stelle bekommen haben, dazu auf, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Im September und Oktober kann sich noch einiges tun. Da werden oft noch viele Stellen vermittelt“, betont Klaus Jeske.

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