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Autobahnbrücke bei Weisweiler soll im Sommer fertig werden

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
Letzte Aktualisierung:
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Der Südteil der Brücke „In der Krause” über die Autobahn bei Weisweiler ist fertig, jetzt kommt der nördliche Teil. In zwei Monaten soll die Brücke fertig sein. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Vor zwei Jahren rammte ein mit einem Bagger beladener Tieflader die Autobahnbrücke „In der Krause” bei Weisweiler. Jetzt wird eine neue Brücke gebaut. In zwei Monaten soll sie fertig sein. Der Verkehr wird aber erst nach den Sommerferien dort rollen können.

3. April 2007, 18 Uhr: Am Bagger auf der Ladefläche eines Tiefladers, der auf der A 4 in Richtung Köln unterwegs ist, löst sich die Verankerung des Baggerarms. Unbemerkt vom Fahrer des Tiefladers richtet sich der Ausleger auf.

Für den Mann am Steuer ist es ein Schock, den er sein Leben lang nicht vergessen wird - ein Unfall wie aus heiterem Himmel. Der Baggerausleger knallt gegen die fast 70 Jahre alte Stahlbrücke. Der Bagger wird vom Tieflader gerissen und stürzt auf die Fahrbahn. Vollsperrung der A 4, Stau.

Es sollten nicht die letzte Vollsperrung und nicht der letzte Stau wegen dieses Unfalls sein. Am nächsten Tag werden große Risse im Stahl des Hauptträgers der Brücke festgestellt. Einsturzgefahr. Sie wird gesperrt, muss aufwändig abgestützt werden: Sperrung der A4 in Fahrtrichtung Köln.

Abriss bei Nacht

Weil der 70 Jahre alte Stahl zu spröde ist, um ihn zu schweißen, wird der Abriss der Brücke beschlossen. Sie sollte ohnehin weg. Die Autobahn 4 wird durchgängig auf sechs Spuren verbreitert. Einer der wenigen noch fehlenden Abschnitte ist der Bereich Weisweiler - dort, wo vor dem 2. Weltkrieg südlich der Autobahn das Braunkohlenkraftwerk und die Brikettfabrik standen, also „In der Krause”. Damals fuhr eine Grubenbahn über die Brücke, die nun so schwer beschädigt ist, dass sie abgerissen werden muss.

Das geschieht in der Nacht vom 12. auf den 13. Mai 2007. Diesmal ist die gesamte Autobahn gesperrt. Schweißfachleute schneiden die stählerne Brücke in drei Teile, riesige Kräne heben die Brückenabschnitte auf Lagerplätze neben der Trasse. Dort werden sie weiter zerlegt.

Seit dem Unfall vor zwei Jahren ist die Straße „In der Krause” eine Sackgasse, die im Norden an der Autobahn endet. Eine Erschwernis für die Anlieger des Gewerbegebiets „In der Krause”, eine Belastung auch für die Bürger von Weisweiler, weil sich ein Teil des Verkehrs in den Ort verlagert.

Fertig kurz nach den Ferien?

Ursprünglich sollte der Bau der neuen Brücke vorgezogen werden, ein Fertigstellungstermin im Herbst 2008 wurde genannt. Doch Planung und Genehmigungsverfahren zogen sich hin. Jetzt allerdings ist absehbar, dass noch in diesem Jahr der Verkehr wieder an der alten Stelle die dann auf sechs Spuren verbreiterte Autobahn queren wird.

Wenn alles klappt, schon kurz nach den Sommerferien, hofft Helmut Helzle, der in der Außenstelle Aachen des Landesbetriebs Straßenbau als Projektleiter für die A 4 zuständig ist.

Kreisverkehr an Nordseite

Die südliche Hälfte der neuen Brücke ist bereits im Rohbau fertig. Vor drei Wochen wurden alle vier Spuren der Autobahn nach Süden verlegt, führen jetzt unter dem fertigen ersten Teil der Brücke hindurch. Die 70 Jahre alten Widerlager der früheren Brücke wurden abgebrochen. In diesen Tagen errichten Arbeiter das Gerüst für den nördlichen Brückenteil.

Wenn es steht, kann die Platte für die neue Fahrbahn gegossen werden. Sie wird knapp 23 Meter lang, ebenso wie der erste Brückenteil. Helzle: „Die Brücke wird in zwei Monaten fertig sein.” Spannweite: 45 Meter. Kostenpunkt: 1,2 Millionen Euro.

Allerdings kann der Verkehr erst fließen, wenn auch die Straßenanschlüsse gebaut sind. Dazu gehört auch ein Kreisverkehr, der für 300.000 Euro auf der Nordseite der Autobahn gebaut werden soll, an der Einmündung der Krause in die Dürwisser Straße. Ein Schuppen, der dort steht, wird demnächst abgerissen. Diese 300.000 Euro muss die Stadt Eschweiler tragen. Erst wenn dieser Kreisverkehr fertig ist, kann die Autobahnbrücke eröffnet werden - zweieinhalb Jahre nach dem Tag, an dem sich ein Baggerarm aus seiner Verankerung löste.
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