Eschweiler - Ausstellung: Neun Künstler sehen die Welt schwarz oder weiß

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Ausstellung: Neun Künstler sehen die Welt schwarz oder weiß

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Raumgreifend, in sich ruhend, im Raum schwebend: Skulptur des Berliner Malers, Zeichners und Bildhauers F.D. Schlemme.

Eschweiler. Black & White, neun Künstler – neun Positionen, ein nicht alltäglicher Titel für eine Galerieausstellung den die Galerie Art Engert für ihre Ausstellung vom 7. September bis zum 30. Oktober gewählt hat.

Weiß und Schwarz in der bildenden Kunst, das irritiert zunächst ein wenig, insbesondere wenn man die Positionierung von Schwarz und Weiß in der Farbenlehre heranzieht. Auf der einen Seite wird die Farbeigenschaft von beiden schlichtweg bestritten, andererseits werden sie unbunte Farben genannt, dritter stellen sie qualitativ gleichwertig neben die Spektralfarben.

Mit den in der Galerie gezeigten Arbeiten nehmen neun Künstler sehr unterschiedliche, aber jeder auch seine ganz eigene Position ein. Breit gestreut sind die Arbeiten. Markus Baldegger, der sich selbst als einen allein von den Farben bestimmten Maler bezeichnet, zeigt scharzweiße Arbeiten mit seinen Holzschnitten. Tiefschwarz neben starkem weiß, der scharfe Gegensatz betont die formalen Strukturen und die Ordnung im seinem Kosmos.

Der Bildhauer Dieter Call markiert mit schwarzen Holzskulpturen den Außenbereich und setzt damit eigene Zeichen in einem von bunter Blumenpracht bestimmten Galeriegarten. Die Gegenposition zur ihn umgebenden Natur wird betont. Anpassung wird zurückgewiesen. Das Schwarz weist auf die von menschlicher Hand geschaffene Ordnung hin und will sie verteidigen.

Anita Kontrec, die kroatische Objektkünstlerin, stellt weiße, glasfasergebundene Objekte vor, weiße Formteile als Signale des Lichts. Das gewählte Material gilt als zukunftsbezogener Werkstoff, das hiermit geschaffene Objekt verkündet Zukunftsorientierung und Hoffnung auf die künstlerischen Möglichkeiten die sich daraus ergeben.

Dagegen setzt der spanische Maler Guerrero Medina, ein Meister der starken, leuchtenden Farben, eine großflächige Lithographie, in schwarzgrau, die ihr Leben aus der Variation von Grauschattierungen zieht.

Die Photographin Birgitt Potthoff, die Mikrokosmen durch ihre hochpräzise Aufnahmetechnik großflächig sichtbar macht und gestaltet, demonstriert wie ausdrucksstark schwarzweise Aufnahmen sind. Der Kontrast zu den Farbfotographien tritt erkennbar hervor und die Strukturen übernehmen die gestalterische Führung.

Ingid Roscheck, langjährig Künstlerin der Galerie, demonstriert ihre Affinität zu Schwarz und Weiß mit einem Objekt und ihrer selbst entwickelten Kunstform Slow Motion Art (Video). Slow Motion Art, die Kunstform der Entschleunigung, sonst ein Fest von sich stetig verändernden Farben und Formen, zeigt hier ihr formales Potential. Scharf konturierte Strukturen gehen ineinander auf oder über, mischen sich miteinander oder lösen sich auf. Schwarz und Weiß sind nicht langweilig sondern aufregend, mitreißend. Sie ermöglichen es der Künstlerin, eigene formale Kriterien zu entwickeln, um ihre eigene Geschichte der Wandlung der Formen zu erzählen.

André Schweers, auch langjähriger Künstlergefährte der Galerie, demonstriert mit einer Papierarbeit aus seiner Werkgruppe „Weißes Relief“, wie intensiv das Weiß Strukturen unterstützen und hervorheben kann und wie es die Reinheit der Form betont. Ruhe strahlen die Objekte aus, aber auch Sehnsucht nach Erkenntnis und Zufriedenheit. Weiß – ein Schrei nach Vollkommenheit?

Der Berliner Maler, Zeichner und Bildhauer F.D. Schlemme will mit seiner großrahmigen Skulptur dem Schwarz, dem Zeichen für Macht und Eleganz, ein Denkmal setzen. Raumgreifend, in sich selbst ruhend aber leicht im Raum schwebend steht dieses Objekt für den nicht endend wollenden Anspruch des Künstlers nach Vollkommenheit und Anerkennung.

Anette Wimmershoff, die Bildhauerin, aktiviert mit ihrer Skulptur aus Karton und Washipapier unsere Phantasie. Hell, freundlich, phantasievolle Formen, freundliche Anmutung, das alles vereinigt Anette Wimmershof mit ihrer Arbeit. Sie braucht keine Farben um ihre Papierarbeiten in ihren Aussagen zu unterstützen, das Weiß ist „Farbe“ genug.

Mit einer Vernissage wird die Ausstellung am Sonntag, den 7. September, 17 Uhr eröffnet. Die Einführung spricht die Kunsthistorikern Juliane Becker. Die Galerie ist geöffnet dienstags bis freitags von 14 bis 19, samstags nach Vereinbarung.

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