Eschweiler - Ausgereifte Übungen eines Saitenvirtuosen

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Ausgereifte Übungen eines Saitenvirtuosen

Von: ran
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Vollendete Gitarrenkunst: Doch Werner Lämmerhirt überzeugte am Samstag nicht nur instrumental, sondern auch mit seinen eindringlichen Texten. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es war einer dieser Abende, an dem deutlich wird, welche Kraft in Musik steckt. Und nicht zuletzt in den leisen Tönen.

Der Gitarrist Werner Lämmerhirt war am Samstagabend im Rahmen der Reihe „Saitensprünge” im Talbahnhof zu Gast und verzauberte sowohl mit seiner Fingerfertigkeit am Instrument als auch mit seinen Texten einmal mehr seine zahlreichen Fans im vollbesetzten Kulturzentrum.

„Ich bin selber gespannt, was aus dem heutigen Abend wird”, begrüßte Werner Lämmerhirt zu Beginn seines Konzertes das Publikum. Denn viele seiner Titel, die er am Samstag vortrug, seien „eigentlich noch in der Mache”, erklärte er. „Die Titel sind geschrieben, jetzt beginne ich, sie zu üben”, schmunzelte er.

Doch für eine Übungsstunde hörte sich das, was der 61-Jährige vortrug, schon ganz schön ausgereift an. So etwa das Instrumentalstück „Rückenwind”, das nahtlos in das Liebeslied „Bedingungslos” überging, in dem der gebürtige Ost-Berliner die Gefühle zu einer Frau schnörkellos beschreibt.

„Kann nicht dafür, dass ich sie liebe, so wie sie ist.” Als „etwas mystisch” beschreibt Werner Lämmerhirt seinen Song „Macht die Tore dicht, wenn der Wind sich nicht legt”, in dem auch seine „kämpferische Ader” zutage trat. Doch die Gefühle dürfen dabei niemals zu kurz kommen. „Lieber ein See voller Tränen, als vertrocknen vor Durst”, so sein Ratschlag, mit Kummer umzugehen.

Dass sich Werner Lämmerhirt durchaus von amerikanischen Folk-Sängern beeinflussen ließ und lässt, wurde nach der Pause deutlich. Tim Hardins „If I were a carpenter” adaptierte der Gitarrist der Sonderklasse bereits vor Jahren und überschrieb den Titel mit „Wär´ ich ein Musiker”.

Inspiration erhielt er aber vor allem durch seinen „Hero” Bob Dylan, dessen Werk „The girl from the north country” Werner Lämmerhirt in „Erinnerung” glänzend interpretierte. „Wenn man auf Dinge zurückblickt, erkennt man manchmal auch die wichtigen Zusammenhänge”, so der Musiker, der in seinem Song „Wenn ich die Richtung mal verlier” auch deutliche Gesellschaftskritik offenbart.

„Wir gehen langsam vor die Hunde, es dreht sich alles nur ums Geld. Sind wir nur noch Marionetten an den Fäden einer Macht?”, lautet seine Frage. Zum Abschluss eines bemerkenswerten Konzertes, bei dem Werner Lämmerhirt sein großes Können und seine unnachahmliche Kreativität an der Gitarre unter Beweis stellte, erinnerte der Liedermacher mit dem Titel „Liegt ein Zauber in der Luft” musikalisch an einen verstorbenen Freund.

Starker Applaus „zwang” Werner Lämmerhirt förmlich zu einer Zugabe. Mit „Am Strand” entführte er sein Publikum in die Weite des Meeres. „Der Drang nach Glück, am Meer zieht er sich zurück”, lautet eine Textzeile. Der Drang, den Klängen Werner Lämmerhirts ein weiteres Mal in Eschweiler lauschen zu können, dürfte sich beim Publikum keinesfalls zurückgezogen haben.
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