Eschweiler - Aus dem Kuhstall an die Konzernspitze: Die Familie Thyssen

Aus dem Kuhstall an die Konzernspitze: Die Familie Thyssen

Von: rpm
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Der ThyssenKrupp-Konzern muss Anwohnern seines Krefelder Edelstahlwerks mehr als 30.000 Euro Schadensersatz für beschädigte Autos zahlen. Foto: dapd

Eschweiler. Bis 1738 war er Pächter auf Gut Schlottfeld in Laurensberg: Isaak Lambert Thyssen. Der erste Thyssen in Aachen, dessen Existenz belegt ist. Als das Anwesen ein Raub der Flammen wurde, sattelte er um: Thyssen wurde Brandinspektor.

Heumesser hieß das damals. Sohn Nikolaus wurde Bäcker und Innungsobermeister, Enkel Nikolaus junior Stadtsekretär - was damals der höchste Verwaltungsbeamte war: quasi Oberstadtdirektor. Dessen Sohn Johann Friedrich machte zunächst eine Banklehre, wurde 1834 Direktor der Eschweiler Drahtfabrik und eröffnetre 1859 in der Dürener Straße 4 eine Privatbank. Bei seinem Tod hinterließ er seiner Familie ein Vermögen von umgerechnet 4,6 Millionen Euro. Und sieben Kinder. Eines von ihnen ist August Thyssen (1842 - 1926).

Spurensuche

Dr. Wolfgang Rüsges hat sich auf die Spuren der Familie Thyssen in Aachen und Eschweiler geheftet. Was er dabei erfuhr, ist jetzt anschaulich nachzulesen: im gerade auf den Markt gekommenen jüngsten Band der Schriftenreihe des Eschweiler Geschichtsvereins.

Mehr als 200 Seiten stark ist das Buch, das als 27. seiner Art eine Vielzahl historischer Eschweiler Themen aufgreift. Wissenswertes wie Unterhaltsames: Auch Anekdoten aus früheren Jahrzehnten kommen nicht zu kurz.

So wie die Geschichte von Gastwirt Ferdinand Kintzen vom Haus Prömper in der Schnellengasse. Der hatte es satt, dass man es bei Renovierungen nie allen recht machen konnte. Also wies er den Tapezierer an, das Gastzimmer mit lauter unterschiedlichen Tapetenbahnen zu bekleben. Den staunenden Gästen verkündete er: „Jeder suche sich das ihm am besten zusagende Muster aus, nehme vor demselben Platz und genieße es in Ruhe.”

Eine Radierung von Josef Artz - die „Kaffeemöll” genannte ehemalige Eschweiler Burg - ziert das Titelblatt des Buches, das zur Standardlektüre neuer wie alteingessener Indestädter gehören sollte. Paul Werner Rickes blickt darin auf 100 Jahre Baunkohleabbau in Eschweiler zurück; Hermann Hoven, Günter Frühauf und Leo Braun liefern den dazu gehörigen speziellen Mundart-Wortschatz. Mit dem Verkauf der Eschweiler Burg anno 1835 befasst sich Dr. Wolfgang Löhr, und Eberhard Büttgen blättert in der Geschichte des Propsteier Waldes. Dr. Manfred Wimmers erzählt aus dem kargen Leben des Dorfschullehrers Johann Wilhelm Wimmers in Lürken im 19. Jahrhundert, Heinz Hilgers lässt die Geschischte des Bauunternehmens Faensen Revue passieren. Karl Herbert Meyer und Armin Gille befassen sich mit der Erzbergwerksgrube Albertsgrube bei Hastenrath, und Wilhelm Beyer, Berthold Drube, Heinz-Josef Esser, Hans Nelles, Wilhelm Oellig, Adelheid Puttkammer, Bruno Schröder und Dieter Spiertz berichten von alten Handwerksberufen. Horst Schmidt schließlich stellt sich als Kultur- und Zeitungsarchivar der Stadt Eschweiler vor. Zu haben ist der Band ab sofort im örtlichen Buchhandel.
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