Auflagen verhageln den Jecken in Eschweiler die Laune

Von: Patrick Nowicki
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Beste Stimmung beim Rosenmonta
Beste Stimmung beim Rosenmontagszug: Die Sicherheitsauflagen der Behörden sorgen allerdings derzeit eher für schlechte Laune bei den Karnevalsvereinen.

Eschweiler. Die Indestadt ist eine Karnevalshochburg. Und im Gegensatz zu den meisten Narrenzentren im Rheinischen Karneval legt sie den Schwerpunkt auf das Ehrenamt und nicht auf den Kommerz. Damit gewinnt die Leistung, den drittgrößten Rosenmontagszug Deutschlands auf die Beine zu stellen, noch mehr an Wert.

Allerdings wird dieses Engagement der vielen Helfer auf eine harte Probe gestellt. Da die Sicherheitsauflagen für den närrischen Lindwurm nochmals verschärft wurden, muss das Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler weitere 4000 Euro aufbringen. Mit diesem Geld werden die zusätzlichen 22 Streckenposten finanziert, die die Polizei, die Städteregion und das Ordnungsamt fordern.

Da das Karnevalskomitee diese Summe nicht mehr aufbringen kann, werden jetzt die 22 Eschweiler Karnevalsvereine zur Kasse gebeten.

Bei der jüngsten Sitzung des Karnevalskomitees teilte Komiteepräsident Norbert Weiland die Forderungen der Aufsichtsbehörden mit, die auf große Kritik stießen: „Es ist irgendwann das Ende der Belastbarkeit für die ehrenamtlich tätigen Karnevalsfreunde erreicht”, schimpfte der Präsident der Eschweiler Scharwache, Dr. Heinz Jansen, und sprach damit den Vereinvertretern aus der Seele. Alle machten jedoch klar, dass der Sicherheitsgedanke grundsätzlich wichtig sei.

Die Summe der Auflagen steigt und steigt: „Alleine dem Karnevalskomitee kostet der Rosenmontagszug inzwischen 14 000 Euro”, rechnet Norbert Weiland vor. Er geht davon aus, dass die Gesamtsumme aller Vereine für die geforderten Wagenbegleiter, für die Wagenverkleidungen und die auswärtigen Musikgruppen inzwischen die „200 000 Euro überschritten” haben. Darin ist noch nicht das Geld enthalten, was in die Uniformen und Kostüme sowie in die Kamellen fließt.

Hintergrund der neuerlich verschärften Auflagen ist das schreckliche Unblück bei der Love Parade in Duisburg vor eineinhalb Jahren. In der vergangenen Session habe man eine Übergangslösung finden können, jetzt lägen jedoch klare Auflagen vor, verweist Ordnungsamtsleiter Edmund Müller auf ein Schreiben des Innenministeriums.

Die Streckenposten am Zugrand werden im ständigen Kontakt mit der Einsatzzentrale in der Hauptfeuerwache stehen. Dort sitzt dann erstmals auch ein Vertreter des Karnevalskomitees mit am Tisch: Wolfgang Mertens, Prinz des Jahres 2003, wird diese Aufgabe übernehmen. Die Feuerwehr koordiniert wieder die Einsätze der beteiligten Rettungskräfte.

Unmittelbar nach der Session, im März, wollen sich die Karnevalsvereine mit den Behörden zusammensetzen und die Situation erörtern. „Es ist wichtig, dass dort mal verstanden wird, mit welchen Problemen wir an der Basis zu kämpfen haben, all die Auflagen umzusetzen”, betont Norbert Weiland. Vor wenigen Tagen sind die neuen Auflagen erst bekannt geworden.

Wieder 6000 Teilnehmer

In diesem Jahr steht dem Start des närrischen Lindwurms nichts im Wege. Etwa 6000 Zugteilnehmer werden wieder den Rosenmontagszug in Eschweiler zu einem farbenfrohen Spektakel machen. Tausende Zuschauer aus der Region und darüber hinaus werden dann wieder nach Eschweiler strömen.

Der ursprüngliche Gedanke, jeden Zugteilnehmer um einen Beitrag von 50 Cent zu bitten, wurde bei der Komiteeversammlung übrigens verworfen. Um auch in dieser Situation ein Zeichen zu setzen und die Nachwuchsarbeit zu unterstützen, stimmten die Vereine für einen Beitrag von einem Euro für jeden erwachsenen Zugteilnehmer. Ausgenommen sind die Musikeinheiten.
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