Eschweiler/Rom - Auf den Spuren Franz Liszts „Eschweiler” gefunden

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Auf den Spuren Franz Liszts „Eschweiler” gefunden

Von: Joachim Peters
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Oft aufgeregt, manchmal angestrengt, immer begeistert: 43 Musiker und Musikfreunde aus Eschweiler verlebten spannende Tage in der Ewigen Stadt. Hier traf man sich zum Gruppenbild auf dem Petersplatz.

Eschweiler/Rom. Manchmal verdichtet sich die Welt zu einem Dorf. Sogar (oder vielleicht gerade) in der Hauptstadt der völkerübergeifenden katholischen Christenheit. Die gerade aus Rom zurückgekehrte Eschweiler Reisegruppe von Franz-Liszt-Gesellschaft und Liszt-Regiochor berichtet uns davon.

Da erkundete man mit dem Campo Santo Teutonico (Friedhof berühmter Deutscher) in Nähe des Petersdomes eine grüne und besinnliche Oase der Ruhe inmitten des Metropolen-Getriebes. Und schon stieß man inmitten von Namen bekannter Maler und Dichter deutscher Zunge auf den Namen eines Eschweilers: des seinerzeit geachteten Gesellschafts-Ethikers und Nationalökonomen Götz Briefs (1889-1974).

Die Indestadt hatte ihrem bedeutenden Sohn zum 100. Geburtstag mit dem Götz-Briefs-Weg am Bushof ein kleines Denkmal gesetzt. In der „Ewigen Stadt” erinnert schon erheblich länger eine große Grabstätte an den Eschweiler.

Doch auch beim Zungenschlag des Fremdenführers Prof. Erwin Gatz fühlen sich die Indestädter wohltuend an ihre Heimat erinnert: „Ich habe gehört, dass Sie aus Eschweiler kommen, da habe ich die Führung zur Chefsache gemacht.”

Die Gäste erfahren, dass der zum Jahresende in Ruhestand gehende Rektor des Campo Santo Teutonico mit unserem Bistum eng verwurzelt ist: 1933 geboren in der Stadt Karls des Großen (dem der exterritoriale deutsche Friedhof in Rom auch seine Entstehung verdankt) und 1960 im Aachener Dom zum Priester geweiht. Seit 1975 lebt der renommierte Theologe Gatz schon am Tiber.

Ja, die Sehnsucht nach Rom! Davon können viele „Germanen” - zu den Berühmten gehören Karl der Große, Otto III., Friedrich II., Goethe und womöglich auch der jetzige Nachfolger des heiligen Petrus - ein Lied singen ...

Doch auch Ungarns größter Musensohn Franz Liszt (1811-1886) war vom „Rom-Fieber” ergriffen. Der treue Katholik im späteren Range eines Abbs lebte und arbeitete seit 1839 dort immer wieder. Liszts wegen ist die Eschweiler Reisegruppe in Rom, auch und gerade auf dem Campo Santo Teutonico. Die Eschweiler legen einen Kranz am Grabe der Fürstin Carolyn von Sayn-Wittgenstein nieder.

Was war die geborene Russin Iwanowska für Liszt? Muse, dann erst durch Gesellschaft und Kirche verhinderte und später vom Komponisten nicht mehr gewollte Gattin, aber verwandte Seele und Liebhaberin bis zum Lebensende. Eigentlich war sie dem rastlosen Weltbürger „das wenig Gute, das in mir ist” (also alles), wie Violetta Palatinus bewegt aus dem Testament des virtuosen Komponisten vorliest...

Nicht alles, aber beizeiten viel bedeutete auch Kardinal Hohenlohe für Liszt. In Albano - ganz in der Nähe des päpstlichen Urlaubssitzes Castelgandolfo - bekleidete der kunstfördernde Deutsche einen Bischofssitz. Und da die Stadt auch nur 30 Kilometer vom Quartier der Eschweiler Reisegruppe in Rom entfernt liegt, ist ein Besuch dort Pflicht.

Der Begriff „Besuch” trifft aber allenfalls auf die knappe Zeit zu, nicht aber auf das Ereignis: Nachdem der Liszt-Regio-Chor mit seinen österreichischen, ungarischen und italienischen Freunden erst morgens die „Vatikanische Version” von Liszts Graner Festmesse im Petersdom gesungen hat, wiederholt sich diese musikhistorische Besonderheit am frühen Abend im klangvollen Dom von Albano.

Der große Chor und das sehr kleine Orchester, József Acs an der Orgel, Sopran-Solistin Violetta Palatinus und Dirigent András Viragh holen am Ende des anstrengenden Tages noch einmal alles aus sich heraus: zur Ehre Liszts, zum Lobpreis Gottes.
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