Auf dem Rücken der Pferde Träume leben

Von: lbe
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Eschweiler. Endlich auf ein Gegenüber treffen, das keine Vorurteile hat und einfach nur ein Freund sein kann: Das ist für viele Kinder eine völlig neue Erfahrung.

Das Zentrum für Heilpädagogisches Reiten „Pferde Stärken” (Reiterhof Irene Jacobs) und der Förderverein für Kinder und Jugendliche mit Behinderung „Reiten-Träume-Leben” versuchen, genau diese Erfahrung an so viele Kinder wie nur möglich weiterzugeben.

Vertrauen aufbauen

Aufgrund von finanziellen Grenzen bleiben Kinder, die dringend Hilfe benötigen, oft auf der Strecke. Dabei brauchen längst nicht nur Kinder mit körperlichen oder geistigen Behinderungen Unterstützung, sondern auch Frühchen, Magersucht-Patienten, Kinder, die unter Depressionen leiden oder Lernbehinderungen haben.

„Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde” - dieser Spruch bewahrheitet sich immer wieder. Denn durch die Therapie mit den Pferden lernen die Kinder den Umgang mit dem Tier, übernehmen Verantwortung und müssen Regeln einhalten. Sie lernen es zu füttern, zu striegeln und zu koordinieren.

Ganz spielerisch trainieren sie dabei ihren Bewegungsapparat, die Koordination des eigenen Körpers, ihre Sprachentwicklung genauso wie das Gleichgewicht. Doch nicht nur das. Sie werden selbstsicherer, stärken ihre Muskulatur sowie Fein- und Grobmotorik und fühlen sich auf dem warmen Rücken des Pferdes wohl und geborgen.

Bisher nehmen rund 60 Kinder und Jugendliche an dieser ganzheitlichen Behandlungsmethode teil. Im Durchschnitt reiten sie einmal pro Woche, in Gruppen von zwei bis vier Kindern. Die bisher sechs unterschiedlich großen, speziell ausgebildeten Therapiepferde und -ponys helfen den Kindern dabei, „den Knoten platzen zu lassen”, so Diplom- und Reitpädagogin Irene Jacobs. So hat zum Beispiel die kleine Lilly, die am Down-Syndrom leidet, knapp ein dreiviertel Jahr gebraucht, um auf Pony „Urmel” zu reiten. Zuvor bauen Kind und Pferd das Vertrauen zueinander ganz langsam auf, was sich nach dem individuellen Tempo des jeweiligen Patienten richtet.

Hoffnung

Das „Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten” prüft in regelmäßigen Abständen die Qualität des jeweiligen Zentrums. Das ist auch für Irene Jacobs ein wichtiger Faktor, denn es gebe viele schwarze Schafe auf diesem Gebiet.

Das Gefühl, für eine kurze Zeit zu träumen und Leid zu vergessen, soll nach Auffassung des Fördervereins „Reiten-Träume-Leben” nicht am Geld scheitern. So hofft der erst vor kurzem ins Leben gerufene Verein auf Unterstützung und die Möglichkeit vielen Kindern zu helfen.
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