Auf Bolzplätzen kennt sie jeder

Von: sh
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Nicht Institutionen, sondern Personen sprechen Jugendliche an: Dafür stehen Oliver Krings (links) und Olaf Tümmeler von der Mobilen Jugendarbeit. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Nicht erst seit dem schlimmen Amoklauf von Winnenden rückt die Frage verstärkt in den Fokus, ob sich die Gesellschaft genug um Jugendliche kümmert. Gewalt, Drogen, Mobbing - so wird nicht zuletzt in den Medien häufig der Alltag von vielen Jugendgruppen dargestellt.

Wie wichtig es dabei ist, politische Initiativen zu unterstützen, wo Heranwachsende ernst genommen werden, zeigt der Erfolg der Mobilen Jugendarbeit in Eschweiler.

Seit fünfeinhalb Jahren ist Oliver Krings (30 Jahre) in der Indestadt unterwegs, seit Herbst 2007 steht ihm mit Olaf Tümmeler ein zweiter Mobiler Jugendarbeiter zur Seite.

Zusammen sind die beiden Diplom-Sozialarbeiter im gesamten Stadtgebiet unterwegs, suchen typische Jugend-Treffpunkte wie Bolzplätze, Schulhöfe und Bushaltestellen auf. „Wir bewegen uns dort als Gäste in den Lebenswelten von Jugendlichen”, weiß der 34-jährige Tümmeler, wie wichtig es ist, eine vertrauensvolle Basis mit den Jugendcliquen aufzubauen.

„Mobile Jugendarbeit hat nicht die Funktion einer Sozialfeuerwehr und eines ordnungspolitischen Instrumentes”, ergänzt Oliver Krings. Den Feuerlöscher auf Problemfälle zu halten, um so den Brand zu löschen und am Ende wird alles gut, das sei nicht ihre Arbeitsweise.

Und mit noch einer falschen Zielvorstellung räumen Krings und Tümmeler auf: Sie holen die Jugendlichen nicht einfach von der Straße. Vielmehr nutzen sie den öffentlichen Raum, um mit den Mädchen und Jungen (wobei diese bisher zahlenmäßig in der Überzahl sind) in der gewohnten Umgebung etwas zu unternehmen. Oder besser: Die Orte, an denen Jugendliche „chillen” (rumhängen), werden aufgewertet. „Von Jugendliche für Jugendliche lautet unser Motto”, erklärt Olaf Tümmeler.

So wurden in den vergangenen Jahren insgesamt fünf Unterstellhütten an Treffpunkten gebaut, zum Beispiel in St. Jöris und an der Gutenbergstraße. Und zwar nicht von einer bestellten Baufirma, sondern unter Anleitung von den Jugendlichen selbst. „Aufsuchende Jugendsozialarbeit” heißt die Herangehensweise der beiden engagierten Jugend-Experten. Seit März 2008 steht hierfür geradezu symbolisch der mobile Jugendbus. Mit dem gelb-grünen Gefährt - einem ehemaligen Rettungswagen - kurven Tümmeler und Krings durch die Indestadt.
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