Auerbachstraße: Kohlefund verzögert die Bauarbeiten

Von: Andreas Gabbert
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Jetzt kann es richtig losgehen: Von dem Kohlevorkommen sind nur noch Reste zu sehen. Am Montag werden nun die Stützpfeiler für den neuen Elektronikmarkt aufgestellt, dafür steht schon ein großer Autokran bereit. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. An der Stelle, wo in Zukunft ein neuer Elektronikmarkt entstehen soll, ist bis heute lediglich eine riesige Baustelle zu sehen. Raupen und Bagger graben sich mit riesigen Schaufeln durch das Erdreich, Stahlbetonbauer biegen Eisen für die Fundamente, und nur wenige Meter weiter wird schon ein Weg gepflastert.

Die Arbeiten an der Auerbachstraße sind im vollen Gange. Endlich kann es richtig losgehen. Bislang waren die Arbeiter vor allem mit den Vorbereitungen für den eigentlichen Baubeginn beschäftigt. An einigen Stellen ist noch deutlich zu sehen, dass es hier bis vor kurzen ein Kohlevorkommen gegeben hat. Deutlich heben sich die dunklen Schichten vom Erdreich ab. Und die mussten zunächst abgetragen werden.

Boden ausgetauscht

Inmitten von Bauzäunen, Containern und schwerem Gerät steht Hans-Dieter Schiller, die Ärmel hochgekrampelt und ein Handy am Ohr. Als Polier der ausführenden Firma ist er hier der Chef. Ständig flitzt er von einem Ort zum anderen, gibt Anweisungen und koordiniert die Abläufe auf der Baustelle. Dazwischen klingelt immer wieder das Telefon - Schiller hält hier die Fäden fest in der Hand, ohne ihn geht gar nichts.

„Die Kohle musste raus”, sagt der vielbeschäftigte Mann in einer kurzen Pause. Das sei nötig gewesen, weil die Fundamente des neuen Gebäudes später keinen Halt gefunden hätten, die Kohle sei eben nicht „standfest”. Auch beim Kanalbau hätte es Probleme geben können.

„Wir können die Kohle nicht abtragen und anschließend wieder einfüllen, weil sie sich nicht mehr verdichten lässt”, erklärt der Polier. Deshalb musste der Boden ausgetauscht und die Kohle durch Kies ersetzt werden - damit können Schiller und seine Kollegen arbeiten.

Die Planer waren vorgewarnt. Das es rund um die Indestadt zahlreiche Kohlevorkommen gibt, ist kein großes Geheimnis. Zum einen gibt es natürlich den Tagebau, aber auch im Stadtwald finden sich heute noch viele Spuren des Kohleabbaus. Wahrscheinlich verbergen sich unter der Stadt weitere Vorkommen.

Mit den Mengen, die an der Baustelle ans Tageslicht kamen, hatten die Planer allerdings nicht gerechnet. „Das waren Berge an Kohle, die hier abtransportiert wurden”, sagt Schiller. Bis zu 1,5 Metern Tiefe musste das Schwarze Gold abgetragen werden. Dort, wo später der Kanal verlaufen soll, sogar bis zu drei Meter tief.

Diese Unmengen zu beseitigen dauerte seine Zeit. „Das hat uns etwa einen Monat gekostet”, sagt der Polier. Nichtsdestotrotz rechnet er damit, nachdem alle Hindernisse aus dem Weg geräumt wurden, dass er den neuen Elektronikmarkt mit seinen Kollegen bis zum Ende des Jahres Hochziehen kann.

Am Montag sollen nun die ersten Stützpfeiler aufgestellt werden. Der große Autokran, mit dem die Pfeiler an ihren Platz manövriert werden, steht schon bereit. Zuerst geht es für Schiller und Kollegen aber in das wohlverdiente Wochenende. Auf der Baustelle freut sich jeder, wenn freitags um 12 Uhr der Hammer fällt.

Ein weiter Weg zur Arbeit

Doch bis die Arbeiter zuhause ihre Familien in die Arme schließen und die Füße hochlegen können, haben sie noch einen weiten Weg vor sich. Unter der Woche wohnen sie in Inden, zuhause sind sie aber woanders.

Schiller wohnt in Lage bei Detmold, bis dahin sind es rund 260 Kilometer und drei Stunden Fahrt. Einige andere haben es noch weiter, sie haben ihre Wohnsitze in Magdeburg und Braunschweig. „In der heutigen Zeit kann man sich eben nicht mehr aussuchen, wo man gerade arbeitet”, sagt Schiller und zuckt mit den Achseln. Spätestens Montagmorgen ist er wieder da, um das Kommando auf der Baustelle zu übernehmen.
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