Eschweiler - Aschenputtel und die Facebook-Zwerge

Aschenputtel und die Facebook-Zwerge

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
Letzte Aktualisierung:
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Aschenputtel ganz modern. Die Kinder-Theatergruppe der Stadtbücherei spielte die witzige Neufassung am Donnerstag beim „Lesenden Adventskalender“. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Das war so schön, das wollten die kleinen und großen Besucher in der Stadtbücherei gleich noch einmal sehen. Beim „Lesenden Adventskalender“ in der Stadtbücherei spielten die Mädchen und Jungen der Theatergruppe von Anna Zeyen ihr Stück vom „Aschenputtel“ gleich zweimal nacheinander. So hatten die Besucher das Märchen vom Aschenputtel noch nie gehört. Es war einmal? Ach was! „Wie wäre es, wenn das Märchen heute spielen würde? In einer ganz normalen Patchwork-Familie namens Müller?“ fragte die Erzählerin.

Und das spielten die Kinder vom Improvisationstheater der Stadtbücherei dann auch. Die Stiefschwestern des Aschenputtel schreiben in Mathe eine Sechs, aber das ist gar nicht schlimm, findet ihre Mutter: „Ihr werdet ja sowieso Models!“ Die Drei minus von Aschenputtel hingegen: Entsetzlich! Den Namen Aschenputtel hat das gute Kind auch nicht, weil es in der Asche des Herdes nach Linsen suchen muss, sondern „weil ich deinen Vater am Aschermittwoch kennengelernt habe, und dieser Puttel hat mir nicht gesagt, dass er eine Tochter mit in die Ehe bringt!“

So wundervoll verrückt und witzig geht es weiter. Das Fest im Schloss ist eine Modenschau, organisiert von Heidi Klum. Prinz Paul weiß auch ohne Schuh in der Hand, wie seine Traumfrau aussieht: „Glaubt ihr, ich bin so blöd und reite jetzt durch ganz Eschweiler?“ Und eines der enttäuschten Models tröstet sich auf eine Art, die auch für die Gebrüder Grimm märchenhaft geklungen hätte: „Also, ich habe auf Facebook sieben Zwerge kennengelernt, ich glaube, ich ziehe jetzt zu denen in den Wald.“ Die schauspielernden Mädchen und Jungen hatten an dem Stück mindestens so viel Spaß wie ihre begeisterten Zuschauer. Erarbeitet wurde die moderne Aschenputtel-Fassung von den Kindern bei einem Theater-Workshop in den Herbstferien, gemeinsam mit Workshop-Leiterin Anna Zeien. Seit mehreren Jahren schon gibt es dieses Theaterprojekt in der Stadtbücherei, berichtet die Büchereileiterin Michaele Schmülling-Kosel. Aschenputtel ist das vierte Stück, nach den „Olchies“, „Rocco Randale“ und „Lola plündert den Weihnachtsbaum“.

Am Schluss gab es noch einmal Applaus, als Anna Zeien die jungen Schauspieler vorstellte: Aschenputtel Anna, Lilli Habermeyer als Königin, Noah Zeien als König, den Prinzen spielte Can Osman, Betül Koc verkörperte Heidi Klum, Züber Koc den Herold, Sophie Bergerhausen war die Stiefmutter, Beverly Hilgers die (gute) Modefee. Die beiden Schwestern wurden von Mila Zeyen und Evelin Peiter gespielt.

Beim „Lesenden Adventskalender“ präsentieren die Lesepatinnen und -paten der Stadtbücherei bis zum 20. Dezember winterliche und weihnachtliche Geschichten für Kinder ab vier Jahren, und zwar dreimal wöchentlich, montags, dienstags und donnerstags ab 16.30 Uhr. Das Theaterstück war eine Sonder-Veranstaltung. Ein weiteres Extra-Bonbon gibt es zum Abschluss am 20. Dezember mit dem Bilderbuch-Kino „Die verlorene Weihnachtspost“.

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