Eschweiler - Anwohner der Liebfrauenstraße fühlen sich verschaukelt

Anwohner der Liebfrauenstraße fühlen sich verschaukelt

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Blick auf die Kreuzung zur Reulauxstraße: Die Anwohner der Liebfrauenstraße kritisieren auch den 2. Entwurf der Stadtverwaltung zur Umgestaltung und sehen den Bürgerwillen nur gering umgesetzt. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Anwohner der Liebfrauenstraße stehen auch den neuen Plänen der Verwaltung kritisch gegenüber. Dabei war die Variante, die von sogenannten „Senkrechtparkplätzen” absieht und die Fahrbahn nur auf 5,50 Meter verbreitert, im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss als großes Entgegenkommen von Verwaltung und Ratsmehrheit gewertet worden.

„Es wird gesagt, da wurde der Bürgerwillen umgesetzt. Das stimmt nicht. Es handelt sich allenfalls um einen Kompromiss, den wir gerne anders sehen würden”, betont Rolf Servaty, einer der Anwohner, die in den vergangenen Wochen mit mehreren Unterschriftenaktionen auf „Missstände” in der Planung aufmerksam gemacht haben.

75 Namen von Bewohnern aus 40 Häusern trägt die zweite Liste, die den Kommunalpolitikern vorliegt. Bereits in der ersten Bürgerversammlung am 13. Juli schlugen die Wellen hoch, weil Anwohner der Planung kritisch gegenüberstehen. „Es geht auch um Lebensqualität”, betont Professor Dr. Thomas Deserno. Sein Haus befindet sich mit der Front unmittelbar am Gehweg. Der soll laut Planung nach dem Umbau noch 1,65 Meter Breite betragen. Die Straße rückt näher an die Häuser ran. Dies geschieht, weil derzeit dort die Fahrzeuge auf der Fahrbahn parken dürfen, nach dem Umbau jedoch Parktaschen bestehen.

Auf „Senkrechtparkplätze”, also Plätze, die quer zur Fahrbahn verlaufen, haben die Stadtväter hingegen verzichtet. Wohl auch, weil die Bischöfliche Liebfrauenschule eine solche Anordnung skeptisch betrachtete. Der Bereich an der Schule wird besonders stark befahren, vor allem bei Schulstart und -ende. „Allerdings handelt es sich dabei um Eltern, die ihre Kinder abholen, die also auch keinen Parkplatz suchen, sondern nur kurz anhalten”, weiß Rolf Servaty. Sein Nachbar Elmar Wagenbach ergänzt: „Die Planer gehen immer davon aus, dass Bürger grundsätzlich mehr Parkraum wünschen. Das ist hier aber gar nicht erforderlich.”

Die Anwohner ärgern sich vor allem über die Aussagen im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss, wonach der Parkdruck dort sehr hoch sei und durch den Kompromiss weitere Parkplätze fehlen würden. „Es sollte jedoch auch jemand deutlich machen, dass durch das Prinzip der Parkbuchten insgesamt 21 Plätze auf der Liebfrauenstraße wegfallen”, so Elmar Wagenbach. Entweder geschehe dies aus Unkenntnis der Situation oder wider besseres Wissen. Die Anwohner setzen sich deswegen dafür ein, die derzeitige Parkregelung aufrecht zu erhalten. Allerdings bisher ohne Erfolg.

Die Verbreiterung der Fahrbahn bleibt ein großer Kritikpunkt. Um 50 Zentimeter verringerte die Stadt die Planung. Dahinter verbirgt sich der Kompromiss, der damit begründet wurde, dass sich auch „zwei Busse an der Stelle begegnen können müssen”, so der Technische Beigeordnete Hermann Gödde. „Wann soll das denn geschehen?”, fragt Elmar Wagenbach, „allenfalls wenn die Kinder zu Ausflügen fahren.”

Die Anwohner halten die geplante Fahrbahn, die derzeit nach ihren Messungen an manchen Stellen effektiv 4,20 Meter beträgt, mit einer Breite von 5,50 Meter zu Lasten des Bürgersteigs für zu groß. „Es hat bisher noch keinen Unfall an der Stelle gegeben”, betont Professor Dr. Thomas Deserno.

Die Bewohner der Häuser 34 bis 40 können noch hoffen: Der schmale Weg, der zu ihren Grundstücken führt, soll nicht verbreitert werden. Dies hat die Verwaltung zugesichert. In der Entwurfsplanung ist davon allerdings noch nichts zu sehen. Sie sieht einen „Weg” von vier Metern Breite vor. Die Befürchtung, die Zufahrt könnte als Wendehammer genutzt werden, bleibt also bestehen.

Locker lassen wollen die Anwohner nicht. Elmar Wagenbach: „Wenn man einen Großteil der Kosten für diese Maßnahme tragen muss, dann darf man auch mitbestimmen.”
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