Angst ums Archiv hat in Eschweiler niemand

Von: Andreas Röchter
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Sicher verwahrt: Die Akten des Verwaltungsarchivs lagern in speziellen Schränken, die die Suche auch für Mitarbeiterin Andrea Görn erleichtern. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Der Einsturz des historischen Stadtarchivs in Köln hat viele Menschen erschüttert. Wertvolle Relikte aus vergangenen Jahrhunderten dürften für immer verloren sein. Auch in der Indestadt, genauer gesagt in den Kellerräumen des Rathauses, lagern zahlreiche Schätze.

Neben dem Haupt- oder Verwaltungsarchiv, in dem Akten aufbewahrt werden, die nicht mehr für die tägliche Arbeit herangezogen werden, können Interessierte auch im Zeitungsarchiv stöbern, das eine Sammlung von Zeitungsausgaben von 1853 bis heute enthält, und im Kulturarchiv, in dem Bücher, Bilder und Festschriften, die bis in das Jahr 1804 zurückreichen, gesammelt werden. Sowohl das Zeitungs- als auch das Kulturarchiv werden von den Mitgliedern des Eschweiler Geschichtsvereins betreut.

„Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Geschichtsverein funktioniert hervorragend”, ist Heinz Rehahn, der als Leiter des Organisationsamtes auch für das Stadtarchiv verantwortlich zeichnet, zufrieden. Einen hauptamtlichen Archivar unterhält Eschweiler nicht.

„Liegt wie bei uns eine Beteiligung der Archivberatungsstelle Köln vor, ist es möglich, das Archiv auch in die Obhut von nicht speziell ausgebildeten Mitarbeitern zu geben”, verdeutlicht der Amtsleiter. „Darüber hinaus haben zwei Mitarbeiter von uns Schulungen erhalten.”

Allerdings wird die Optimierung der Betreuung des Stadtarchivs auch Thema eines Treffens am morgigen Dienstag im Rathaus sein. Dann ist mit Dr. Peter Weber der kommissarische Leiter des Archivberatungszentrums des Landschaftsverbands Rheinland zu Gast. „Ein lange geplanter Besuch, der nichts mit den Ereignissen in Köln zu tun hat”, betont Heinz Rehahn.

Denn die Verantwortlichen des Eschweiler Stadtarchivs sind sich einig: Die Bedingungen für die Lagerung alter Dokumente in den Kellerräumen des Rathauses seien sehr gut. „Wir haben keine Probleme mit dem Grundwasser”, stellt der Leiter des Organisationsamtes fest. „Die Temperaturen lassen sich durchweg auf 16 bis 18 Grad regulieren und die Luftfeuchtigkeit liegt grundsätzlich bei 50 bis 60 Prozent”, ergänzt Leo Braun vom Geschichtsverein, dessen Vereinsarchiv sich seit September 2006 im Rathaus befindet.

Rund 6400 Bücher und Schriften umfasst diese Sammlung. Darunter auch Werke von Heinrich-Hubert Koch oder Kaplan Neuhöfer aus dem 19. Jahrhundert. Das wohl älteste Buch stammt aus dem Jahr 1804 und wurde von J.F. Benzenberg verfasst. „Werke dieses Alters dürfen natürlich nur mit Handschuhen angefasst werden”, berichtet Hildegard Viehöfer, die als Leiterin des Archivs des Geschichtsvereins fungiert.
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