Eschweiler - „Amok” auf Stühlen und Bänken

„Amok” auf Stühlen und Bänken

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
kolleg5_
Die Polizei schaut nach dem Rechten: Am Dienstagmorgen zeigten die Ordnungsbehörden nach der Amok-Drohung am Berufskolleg verstärkte Präsenz. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Es ist 7.31 Uhr, die ersten Schüler trudeln ein. Es sind nur wenige an diesem Dienstagmorgen. Immer wieder fährt eine Polizeistreife vorbei, Beamte gehen am und auf dem Schulgelände Patrouille. Ein ungewöhnliches Szenario an der August-Thyssen-Straße, wo sich an normalen Schultagen immer Hunderte Schüler vor dem ersten Gongschlag tummeln. Doch das ist kein normaler Tag am Berufskolleg.

Ein Unbekannter hat vor acht Tagen mit brutalen Worten einen Amoklauf angekündigt. Für den 10. oder 17. März. Diese Nachricht entdeckte der Hausmeister an Glastüren und Fassade. Mehrere Stunden lang konnten dies auch die Schüler lesen, ehe eine Anstreicherfirma die Spuren beseitigte. Einen Tag vor den schrecklichen Ereignissen in Winnenden. Das Erfreuliche vorneweg: Es bleibt ruhig an diesem Tag, der Täter macht seine Ankündigung nicht wahr.

Die Nächte der Lehrer, Eltern und Schüler am Berufskolleg dürften hingegen unruhig gewesen sein, denn die Drohung wurde am Wochenende nochmal verstärkt. Ein Unbekannter hatte eine Seitenscheibe eingeworfen und war in einen Klassenraum eingedrungen. Dort hatte er Tische und Bänke beschmiert. Immer wieder das gleiche Wort: Amok. Kurz vor dem Unterricht am Montagmorgen wurde diese Tat entdeckt.

Enger Draht zur Schule

Die Polizei hielt in den vergangenen Tagen einen engen Draht zur Schule und ihrer Leitung. „Wir wurden in keiner Sekunde alleine gelassen”, lobt der stellvertretende Schulleiter Manfred Hahnen. Noch am Montag sprach die Polizei ausführlich mit dem Kollegium, der Unterricht in den ersten beiden Stunden fiel darum aus.

Die Behörden selbst halten sich mit Informationen zu den Vorfällen am Berufskolleg erwartungsgemäß zurück. Zum einen sollen die ausführlichen Nachforschungen nicht gefährdet werden, zum anderen befürchten die Sicherheitskräfte Nachahmer. Polizeisprecher Michael Houba bestätigt jedoch, dass Polizisten nicht nur am Dienstag verstärkt vor Ort waren, sondern dass die Ermittlungen weiter auf Hochtouren laufen. Offiziell gebe es noch keine Hinweise auf den oder die Täter.

Auch der Kontakt zu den Eltern, Firmen und zu anderen Schulen funktionierte in den vergangenen Tagen. Alle „wurden informiert”, sagt Manfred Hahnen. Den Eltern und volljährigen Schülern wurde offen gelassen, ob sie die Schule besuchen wollten. Der Unterricht am Vormittag fand zwar statt, aber nicht in vollem Umfang, weil viele Schüler zuhause blieben. Die Polizei blieb hingegen bis zum Mittag mit zahlreichen Fahrzeugen und Beamten vor Ort.

Harte Strafe für Täter

Am Mittwoch kehrt so etwas wie Alltag am Berufskolleg mit seinen 2000 Schülern aus der gesamten Region ein. Die Nachforschungen der Polizei gehen hingegen weiter. Der Schreiber der Bedrohung muss nicht nur die Kosten des Polizeiaufgebots übernehmen, die in einem Fall schon einmal 14.000 Euro betrugen, sondern kann auch strafrechtlich belangt werden. Zudem kann er der Schule verwiesen werden. Dies geschah so vor fast zwei Jahren an der Waldschule nach einer Bombendrohung, die auf eine Scheibe geschrieben stand. In den meisten Fällen werden die Täter von der Polizei ermittelt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert