Eschweiler - Amelies skurrile Lebensgeschichte zieht Zuhörer in ihren Bann

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Amelies skurrile Lebensgeschichte zieht Zuhörer in ihren Bann

Von: kaba
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Las zum ersten Mal auf einer Bühne in Eschweiler: der Würselener Autor Christoph Leuchter.
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Untermalte die Lesung im Kulturzentrum mit musikalisch: Harald Claßen. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Es herrscht angeregtes Murmeln im Talbahnhof. Auf der Bühne sind ein Stuhl, ein Klavier und ein kleiner Tisch zu sehen, auf dem im Halbdunkel eine Schreibtischlampe brennt. Die Zuhörer warten gespannt auf Christoph Leuchter, der aus seinem Werk „Amelies Abschiede – Eine Lügengeschichte“ lesen wird.

Einige kennen ihn und auch seinen Roman bereits, andere lassen sich überraschen. Es ist nicht sein erstes Buch und auch nicht seine erste Lesung. Christoph Leuchter feiert bereits in ganz Deutschland Erfolge, aber obwohl der Schriftsteller in Würselen geboren wurde, war er noch nie in Eschweiler auf der Bühne. Das wollte Klaus Wohnaut ändern und organisierte eine Lesung mit Musik in „der guten Stube von Walter Lanz“, dem Talbahnhof.

Leuchter war hier vor vielen Jahren schon einmal aufgetreten, allerdings zu dieser Zeit noch als Musiker, wie er selbst berichtet. Da verwundert es nicht, dass seine Lesung musikalisch begleitet wird. Ob Klarinette, Saxophon oder Akkordeon, sein Partner Harald Claßen untermalt die Worte des Autors auf wunderbare Weise mit Musik. Auch Christoph Leuchter selbst haut mächtig in die Tasten. Den zweiten Teil des Abends widmet er seiner Musik und beeindruckt mir Melodien, Texten und Stimme.

Zu Beginn seines Auftritts geht es jedoch ruhiger zu. Mit angenehmer Stimme beginnt der promovierte Germanist aus seinem derzeitigen Werk zu lesen, und das Eschweiler Publikum hängt an seinen Lippen „Amelies Abschiede“ beginnt im Krankenhaus, wo sie nach einer OP aufwacht und sich im Folgenden an die vorangehenden Ereignisse erinnert und über ihre Lebensgeschichte nachdenkt. Zentrum dieser Erinnerungen scheint ihr Vater zu sein, der an einem Tumor starb und von dem sie nach seinem Tod erfährt, dass er eine Geliebte hatte.

Realitätsnah beschreibt Christoph Leuchter in seinem Werk den Verlauf einer schwerwiegenden und teilweise skurrilen Krankheit. Zudem das Begräbnis und eine Familienstruktur, die schon bald verworren erscheint. Denn neben der Affäre ihres Vaters erklärt dieser ihr kurz vor seinem Tod auch noch, dass sie nicht seine Tochter ist.

Und auch sonst scheint Amelie eine Frau zu sein, die Erinnerungen im Nachhinein zu ihrer Zufriedenheit verändert. Das zumindest vermittelt eine Abschiedsszene von ihr und ihrem damaligen Geliebten, die in drei verschiedenen Variationen von Christoph Leuchter vorgetragen wird. Er springt in seinem Werk, um dem Publikum einen möglichst breiten Eindruck von „Amelies Abschieden“ zu vermitteln. Vieles ist bedrückend, einige Stellen witzig, aber vor allem ist es ein Roman, bei dem der Leser mitdenken muss, um der Geschichte, den Erinnerungen und Rückblenden der Amelie sowie ihren gedanklichen Veränderungen von Begebenheiten folgen zu können. Vor allem machen Leuchters Worte neugierig. Wie geht es weiter mit Amelie? Was war genau mit Helen, der Geleibten ihres Vaters? Ist sie wirklich nicht sein Kind?

Diese und noch viele andere Fragen bleiben an diesem Abend offen. Kein Wunder, dass viele Gäste im Talbahnhof sich am kleinen Verkaufstand neben der Bühne bedienen. Neben einem weiteren Werk von Leuchter sowie seiner CD kann dort vor allem „Amelies Abschiede – Eine Lügengeschichte“ gekauft werden. So können die Zuhörer bereits am selben Abend tiefer in die spannende Geschichte dieser Frau eintauchen. Natürlich ist der Autor, Musiker und Dozent gerne bereit, die gekauften Exemplare zu signieren. Der Abend bot viele Facetten und Christoph Leuchter wird nicht zum letzten Mal im Talbahnhof Eschweiler gewesen sein.

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