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Allein die Glasschäden bei 80.000 Euro

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Dieses Bild bietet sich in Eschweiler häufig: Unbekannte zerstören ständig die Wartehäuschen an Bushaltestellen. Foto: Stadt Eschweiler

Eschweiler. Bei manchen Sachen schütteln der Technische Beigeordnete Hermann Gödde und Helmut Gühsgen, Leiter Bauverwaltungsamt und Gebäudemanagement der Stadt Eschweiler, nur noch mit dem Kopf. „Vandalismus ist immer ein Thema“, sagt Gödde. Derzeit werde die Zerstörungswut einzelner aber anscheinend immer größer.

Vor allem im zweiten Halbjahr 2012 habe es große Probleme gegeben, sagt Gödde. Zu Beginn des vorigen Jahres hatten Zerstörungswütige eine spur der Verwüstung an Bushaltestellen hinterlassen. Auf einer Strecke quer durch die Indestadt hatten sie Glasscheiben zerstört. Die Täter wurden damals gefasst. Doch damit war keinesfalls Schluss. Weiterhin werden die Scheiben der Wartehäuschen zerstört. Im Zeitraum Mai bis Dezember des vorigen Jahres betrugen die reinen Glasschäden allein 80.000 Euro.

Ein weiteres Problem: In den vergangenen Woche und Monaten wurden vermehrt Gullydeckel entwendet. „Das ist nicht nur ärgerlich. Das ist eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer“, betont Gödde und denkt etwa an Fahrrad- und Motorradfahrer für die es extrem gefährlich sein kann, wenn sie in ein solches Loch geraten. Im IGP und auch am Blausteinsee wurden vermehrt solche Diebstähle festgestellt. Laut WBE wurden in den vergangenen vier Wochen 23 Kanaldeckel gestohlen. Nun wird gar überlegt, ob Kanaldeckel zugeschweißt werden, was höhere Kosten und einen großen Aufwand bedeuten würde.

Einen weiteren Fall von Diebstahl gab es im Schulzentrum Stadtmitte. Während der Baumaßnahme wurde eingebrochen. Die Ganoven rissen bereits verlegte Kupferkabel aus der Wand und nahmen sie mit.

Auch ins Dürwisser Sportheim an der Jülicher Straße wurde eingebrochen. Glasscheiben an Türen wurden zerstört, im Obergeschoss Türen offensichtlich eingetreten. An der Willi-Fährmann-Schule machten sich Unbekannte vermehrt an Fenstern zu schaffen, und sie versuchten auch, zu den Therapietieren zu gelangen, die auf dem Schulgelände untergebracht sind.

Ein grausiges Bild bot sich Mitarbeitern der Stadt und Reinigungskräften kürzlich am Talbahnhof. Genauer gesagt an den öffentlichen Toiletten. Zunächst waren dort Münzschlösser installiert worden. Der Hintergrund: Die Toiletten sollten 24 rund um die Uhr zugänglich sein. Allerdings wurden diese Schlösser ständig beschädigt. So musste die Stadt innerhalb von zwei Jahren 2500 Euro nur für die Erneuerung der Schlösser in die Hand nehmen. Also entschied man, normale Schlösse einzubauen und die Toiletten von abends 20 Uhr bis morgens 7 Uhr abzuschließen. Kürzlich dann das böse Erwachen.

Unbekannte waren eingebrochen, hatten Spiegel zerstört, die Toilettendeckel zerstört, Lampen aus der Decke gerissen und zu allem Überfluss ihr großes Geschäft noch auf Toilette und Boden verteilt. „Es ist fast unzumutbar, den Reinigungsdienst dort hinein zu schicken“, sagt Hermann Gödde. Die Konsequenz: „Wir tun uns schwer, weitere öffentliche Toilettenanlagen zu konzipieren“, erklärt Gödde. Am Markt seien etwa solche Anlagen angedacht.

Müll ist nach wie vor ein weiteres großes Problem. So schrieb uns am Donnerstag eine Leserin von vielen Müllsäcken rund um den Blausteinsee. Und in der Tat: Immer wieder werden dort komplette Müllsäcke einfach in die Natur geworfen.

Und was nun? „Wir erstatten natürlich jedes Mal Anzeige, aber meistens verläuft es im Sande“, sagt Gödde. Nun hofft der Technische Beigeordnete, dass die Bürger noch wachsamer sind und Auffälligkeiten sofort der Polizei melden. Denn rund um die Uhr können Toiletten, Sportheime, der Blausteinsee & Co. nicht bewacht werden.

Mit der Polizei befinde man sich im ständigen Austausch, an einigen Punkten werde vermehrt Streife gefahren. Erschwert wird das wiederum, da es keine Schwerpunkte gibt, sondern Vandalismusschäden überall in der Stadt auftreten. Zudem wurde der Wachdienst am See umgestellt. Er patrouilliert nun zu verschiedenen Zeiten, damit Unholde ihn nicht abpassen können.

Hermann Gödde und Helmut Gühsgen stellen eines klar: Bei vielen dieser Taten handele es sich nicht um Kavaliersdelikte, sondern um Straftaten.

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