Eschweiler - Alarmierend: Jedes vierte Kind in Eschweiler ist arm!

Alarmierend: Jedes vierte Kind in Eschweiler ist arm!

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Die Zahlen erschüttern: Jedes vierte Kind in Eschweiler gilt per Definition als arm. 21 Prozent der Indestädter unter 18 Jahren leben aktuell von Hartz-IV-Leistungen. In absoluten Zahlen ausgedrückt: etwa 2100 Kinder und Jugendliche sind betroffen.

Damit liegt die Stadt noch über dem Bundesdurchschnitt. Diesen alarmierenden Zahlen will Eschweiler nun mit einem Netzwerk gegen Kinderarmut begegnen. Gestern fand die Auftaktveranstaltung im Rathaus statt, zu der neben Vertretern von Wohlfahrtsverbänden und Schulen auch Verantwortliche in Vereinen eingeladen waren.

Finanziert wird das Projekt vom Landschaftsverband Rheinland über das Förderprogramm „Teilhabe ermöglichen – Kommunale Netzwerke gegen Kinderarmut“. Vorrangiges Ziel soll sein, Kinderarmut zu vermeiden und ihr mit einem engmaschigen Netzwerk zu begegnen. Dabei geht es nicht nur um materielle Not, sondern auch um psychische. Wie sich Kinderarmut konkret in Eschweiler darstellt, darüber sprachen am Mittwochabend Fachleute im Rathaus.

Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenters der Städteregion, präsentierte die neusten Zahlen, die aufhorchen lassen: „6148 Menschen in Eschweiler beziehen im Moment Hartz IV.“ Das bedeutet, dass elf Prozent der Menschen in der Indestadt auf staatliche Unterstützung angewiesen. Er erläuterte, wie und mit wie viel Geld die Jobcenter die Betroffenen helfen.

Fest steht: Die Behörden können die Probleme nicht alleine lösen. Unterstützt werden sie von zahlreichen Verbänden und Institutionen. Zwei Vertreter beteiligten an der Gesprächsrunde auf dem Podium: Carmen Rosendhal-Küpper erzählte aus dem Alltag in der Schuldnerberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen: „Die Zahl der Bedürftigen hat zugenommen“, lautet ihr Fazit. Dieter Cremer schilderte seine Erfahrungen als Schulleiter einer Grundschule und Vorsitzender des Sozialdienstes Katholischer Männer. Sigrid Greven, Leiterin des Familienzentrums an der Jahnstraße, gab einen Einblick in die Hilfsangebote eines Kindertagesstätte.

Natürlich geschieht auch jetzt schon vieles, um in Not geratenen Kindern zu helfen. „Es gibt zahlreiche funktionierende Netzwerke“, betont Jugendamtsleiterin Gabi Brettnacher. Nun gehe es darum, die Netzwerke miteinander zu verbinden, damit kein Kind verloren gehe. Das sehen die Kommunalpolitiker ähnlich: Der Rat der Stadt hat einhellig für die Teilnahme am Programm gestimmt. Wenn es um Kinder und deren Bedürfnisse geht, herrscht ohnehin Einigkeit über die Parteigrenzen hinweg. Dies unterstrich auch die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Monika Medic (SPD).

Ein Name für das neue Netzwerk gegen Kinderarmut besteht noch nicht. Er soll beim nächsten Treffen vor den Sommerferien gefunden werden.

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