Eschweiler - Aktuelle Zahlen zeigen: Eschweiler als Altersruhesitz

Aktuelle Zahlen zeigen: Eschweiler als Altersruhesitz

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
7498852.jpg
Blick aus dem Seniorenzimmer auf die Baustelle Englerthstraße: In Eschweiler entstehen in den nächsten Monaten weitere Einrichtungen für Senioren. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Wer in Eschweiler pflegebedürftig wird, hat gute Chancen, einen stationären Pflegeplatz vor Ort zu ergattern. 832 Plätze existieren hier aktuell, weitere sollen noch in diesem Jahr entstehen: Dem ehemaligen AGO-Seniorenzentrum an der Bismarckstraße haucht eine Bremer Investorengruppe neues Leben ein.

Der Bauantrag liegt der Stadtverwaltung inzwischen vor.

Einen Schritt weiter

In der Städteregion Aachen, die die kommunale Pflegeplanung koordiniert, geht niemand davon aus, dass in Eschweiler ein Pflegenotstand droht. Durch das große Angebot an Pflegeplätzen wohnen ohnehin viele Senioren in Eschweiler.

„Eschweilers Bevölkerung ist im Schnitt älter als andere Kommunen in der Städteregion – die Stadt ist also im demographischen Wandel schon einen Schritt weiter“, sagt Antje Rüter vom Amt für Kultur und Empirische Forschung. In Eschweiler herrsche eine gute Pflegequalität, meint sie.

Das Angebot wird in den nächsten Monaten weiter wachsen. Das ehemalige Seniorenzentrum an der Bismarckstraße wird umgebaut. Die Bonifatius Seniorendienste GmbH, die der Bremer Residenz-Gruppe angehört, will die ursprüngliche Zahl von 100 Plätzen dort allerdings deutlich reduzieren – auf 72. „Die Ansprüche und Anforderungen haben sich geändert“, sagt Unternehmenssprecherin Frauke Meyenberg.

An der Bismarckstraße wolle man Einzelzimmer, aber auch Pflegeappartments für Ehepaare anbieten. Hinzu kommen 23 – ursprünglich waren es 20 – betreute Seniorenwohnungen. Das Unternehmen will insgesamt 70 neue Arbeitsplätze schaffen. Wenn die Genehmigung der Stadt vorliege, wolle man mit dem Bau beginnen. Berechnete Bauzeit: zwischen sechs und sieben Monate.

Nicht nur an der Bismarckstraße schwingen Bauarbeiter die Schaufeln, auch an der Englerthstraße, wo das Senotel vollständig saniert wird. Der erste Bauabschnitt an der Indepromenade ist fertig, die 40 Bewohnerzimmer mit neuen Pflegebädern sind bezogen. Schwieriger gestalten sich die Umbauten an der Englerthstraße, weil der Bestand dort zum Teil denkmalgeschützt ist.

Peter Mostert, der Eigentümer der Einrichtung, will den Charakter der Gebäude, die um die Jahrhundertwende errichtet wurden, unbedingt erhalten. „Manche Zimmer dort haben Stuckarbeiten, wie man sie selten noch sieht“, sagt Mostert. Sie werden auch nach der Renovierung noch den Charakter der Einrichtung prägen.

Im Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Nach der Renovierung zählen die Häuser an der Englerthstraße 20 Einzel- und zwei Doppelzimmer. Das „gute Zimmer“ und das Restaurant bleiben erhalten. Allerdings wird die Rezeption, von der ein neuer Aufzug bis in die zweite Etage führt, an den Haupteingang verlegt.

Peter Mostert ist zwar weiterhin Eigentümer, die Einrichtung wird allerdings von der AGO-Gruppe geführt, die zuvor an der Bismarckstraße tätig war und einen Neubau mit 100 Betten auf dem Ringofen baute. Heimleiter an der Englerth­straße wird Axel Volbeding, der das Senotel mit der neuen Pflegedienstleiterin Anneliese Faymonville führt.

Der größte Teil Pflegebedürftiger in Eschweiler zieht die eigenen vier Wände einer Heimunterbringung vor. Sie erhalten Geld aus der Pflegekasse und lassen sich zu Hause versorgen. Die aktuellsten Zahlen gehen von über 52 Prozent der Betroffenen aus, also von 1430 Menschen.

Die übrigen Pflegebedürftigen werden ambulant oder stationär in Einrichtungen betreut. Die Quote der Menschen, die zu Hause wohnen bleiben, ist in Eschweiler sogar niedriger als in den Nachbarkommunen. Auch dies wertet die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme als Indiz für die „gute Versorgung vor Ort aufgrund der hohen Anzahl an Pflegeplätzen“, die die individuellen Bedürfnisse der Menschen und deren Angehörige berücksichtige.

Eschweiler als Altersruhesitz? Dieser Trend ist an aktuellen Zahlen klar erkennbar.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert