Adventskonzert: Bunte Vielfalt im musikalischen Gemeindeleben

Von: ran
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Präsentierte traditionelle Weihnachtslieder und Volksweisen: der Posauenenchor der Evangelischen Gemeinde Eschweiler. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Feierlich, besinnlich, beschwingt, fröhlich, humorvoll, manchmal mystisch und vor allem abwechslungsreich: Das Adventskonzert der Evangelischen Gemeinde Eschweiler unter der Gesamtleitung von Kantor Gerhard Behrens begeisterte am Samstagabend in der vollbesetzten Dreieinigkeitskirche zahlreiche Zuhörer.

Dabei gaben alle Beteiligten ein beeindruckendes Beispiel für die musikalische Vielfalt innerhalb des Gemeindelebens. So trugen das Bläserquintett und der Posauenenchor (beide unter der Leitung von Marita Ehm), der Handglockenchor „Bells of Glory“ (Leitung: Anneliese Malischewski), der Singkreis, das Vocalensemble sowie der Gospelchor „The Trinity Gospel Company“ (Leitung Gerhard Behrens) genauso wie die Solistinnen Michèle Rödel (Sopran) und Monika Pfennings (Querflöte) ihren Teil zum Gelingen des mehr als zweistündigen Konzerts bei. Ergänzt wurden die musikalischen Programmpunkte durch die Beiträge eines bemerkenswerten kommödiantischen Talents: Pfarrer Dieter Sommer schlüpfte nämlich während drei kurzen „weihnachtlichen Lesungen“ in die Rollen von Vicco von Bülow alias Loriot, Marcel Reich-Ranicki und James Krüss und brachte dabei sein Publikum zum Nachdenken und Schmunzeln.

Außergewöhnlich gestaltete sich bereits der Konzertauftakt mit dem Einzug der Sing-Chöre, die mit dem mystisch anmutenden Hymnus „Veni redemptor gentium“ des Kirchenlehrers Ambrosius von Mailand das Publikum zunächst in die Spätantike entführten, bevor der Übergang in das 19. Jahrhundert mit „O little town of Bethlehem“ von Lewis Henry Redner nahtlos gelang. Der noch junge Posaunenchor ließ Weihnachtslieder wie „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ und Volksweisen wie „Stille, Stille, kein Geräusch gemacht“ hören. Fasziniert lauschten die Konzertgäste den feinen und lieblich anmutenden Klängen, die der Handglockenchor bei der Interpretation von „Adeste fideles“ und „Incline my heart“ produzierte. Die Bandbreite des Repertoires unterstrichen auch das Vocalensemble mit dem getragenen Deutschen Magnificat „Meine Seele erhebt den Herrn“ sowie die „Trinity Gospel Company“, die unter anderem „What Child is this“ und „O come, all ye faithful“ präsentierte. Höchste stimmliche Qualität zeichnete die Auftritte von Sopranistin Michèle Rödel aus, die als Gastsängerin die Arie „Öffne dich“ von Johann Sebastian Bach sowie Karl Neuners Werk „Schlaf wohl, du Himmelsknabe du“ zum Besten gab.

Fröhliche Töne ließ das Bläserquintett mit „We wish you a merry christmas“ und „Lobt Gott, ihr Christen alle gleich“ hören. Im Dauereinsatz befand sich dabei Gerhard Behrens. Der Kantor dirigierte die drei Singchöre, begleitete Michèle Rödel am Piano und blies für den Posaunenchor sowie das Bläserquintett in die Posaune. Deutlich wurde auch, dass kein Ensemble der Evangelischen Gemeinde Eschweiler sein eigenes Süppchen kocht, sondern Zusammenarbeit auf der Tagesordnung steht. So unterstützte Querflötistin Monika Pfennings den Handglockenchor „Bells of Glory“ beim Spiritual „There is a Balm of Gilead“, das Vocalensemble stimmte zu Tönen des Bläserquintetts Johann Eccards „Übers Gebirg Maria geht“ an und begeisterte gemeinsam mit dem Handglockenchor bei Peter C. Lutkins „The lord bless you and keep you“.

Nach so viel inspirierender Musik wollte und konnte Pfarrer Dieter Sommer während seiner Lesungen nicht nachstehen: Zunächst rezitierte er Vicco von Bülows humorvolles Gedicht „Advent“, schlüpfte anschließend gestenreich und auch stimmlich gekonnt in die Rolle des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki, in dem er das Gedicht „O Tannenbaum“, unter anderem mit der Frage „Was macht der Tannenbaum eigentlich im Winter, wenn es nicht schneit?“, zerpflückte, um sich abschließend als Kinderbuchautor James Krüss auf die Suche nach der ominösen „Weihnachtsmaus“ zu begeben.

Mit „Night of silence“, einer Bearbeitung von „Stille Nacht“ durch Daniel Kantor, setzte die „Trinity Gospel Company“ schließlich einen würdevollen Schlusspunkt unter ein Adventskonzert, das bei den Zuhörern, die lange anhaltenden Applaus spendeten, keinerlei Wünsche offen gelassen haben dürfte.

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